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Sonntag, 5. Januar 2014

Wild-Card-Wochenende beginnt mit epischem Comeback-Sieg von Indianapolis gegen Kansas City

Wenn amerikanische Sportmoderatoren gegen Ende eines Spiels „You can’t make this up, folks“ ins Mikrofon brüllen und anfangen zu lachen, dann scheint das Spiel ein wahrlich verrücktes gewesen zu sein. In der Tat geht das Wild-Card-Playoffs-Spiel der Kansas City Chiefs gegen die Indianapolis Colts wohl in die Geschichtsbücher ein und ein junger Star baut weiter an seiner Legendenbildung. Doch der Reihe nach.

Chiefs überragend in Halbzeit eins
Die Kansas City Chiefs gingen als Außenseiter in die Partie in Indianapolis, gegen das Team, gegen das sie erst vor ein paar Wochen noch verloren hatten und welches mit 3 Siegen Schwung für die Playoffs aufgebaut hatte. Davon war aber in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Die Chiefs dominierten das Spiel. Ein starker spielbeginnender Drive endete nach 7 Minuten und 82 Yards in der Endzone und das obwohl Star-RB Jamaal Charles verletzt vom Platz musste. Die Colts antworteten zwar ihrerseits mit einem beeindruckenden Drive, in dem aber schon deutlich wurde, dass sie nur mit einem Spieler das Spiel gewinnen konnten: QB Andrew Luck. Nicht nur wegen seiner Klasse, sondern weil ihr Laufspiel quasi nicht vorhanden war. Der 7-7 Ausgleich war nur eine Momentaufnahme. 2 lange Pässe von Chiefs-QB Alex Smith brachten die nächsten Punkte für Kansas City, welches seit Joe Montana auf einen Playoff-Sieg warteten. Nach einem Fumble von RB Trent Richardson bei seinem ersten Laufspielzug und einem nächsten Touchdown der Chiefs, sah das schon mal nicht schlecht aus. Alex Smith spielte fantastisch auf, wirkte sicher und oft sogar sehr mutig mit seinen Würfen, z.B. einigen „shuffle“-Pässen. Zudem nutze Coach Andy Reid oft die Lauffähigkeiten seines QBs und setzte auf Options-Spielzüge, welche die Colts-Defensive das ganze Spiel über nicht in die Griff bekamen. Und die Defensive der Chiefs dominierten nicht nur die „Line of Scrimmage“, und übte immer wieder Druck auf Andrew Luck aus, nein, die führten dann auch zu entscheidenden Ballverlusten. Ein wiederum sehr langer, gut designter Drive der Chiefs gegen Ende der ersten Halbzeit mit einem Touchdown am Ende, brachte schon fast die Vorentscheidung: mit 31-10 ging es in die Pause.

Comeback für die Geschichtsbücher
Und es wurde noch besser für Kansas City, und schlechter für Luck und Indianapolis. Erster Versuch in der zweiten Halbzeit, erster Pass: Interception und die Chiefs mit einem folgenden TD durch einen kurzen Pass auf RB Knile Davis, der für  Jamaal Charles die Hauptrolle im Laufspiel der Chiefs übernommen hatte und schon im letzten Saisonspiel 2 TDs erlief. 38-10. Das Spiel war damit quasi beendet.
Doch dann folgte die Wiederauferstehung der Colts. Angeführt von Luck, der sich nun umringt von mehreren Chiefs-Verteidigern immer besser bewegte und WR T.Y. Hilton stellte ein Touchdown schnell wieder den Anschluss her. Das Momemtum wandte sich. Und mit einem Sack und Fumble verursacht von Star-Verteidger Robert Mathis an Alex Smith folgten wiederum Punkte für die Colts. Nur noch 38-24.
Kansas City wirkte verunsichert, vor allem auch wegen einigen verletzungsbedingten Ausfällen, welche sich nun immer mehr häuften: Brandon Flowers als bester Cornerback musste verletzt raus, ebenso wie vorher  RB Charles und WR Avery (jeweils mit Gehirnerschütterung). Sollte hier tatsächlich noch eine Wende eingeleitet werden?
Eine gute Verteidigungsleistung stoppte zumindest schon mal die Chiefs Offensive und brachte Luck wieder in Position. Doch dieser warf abermals einen schlechten Pass, dieses Mal auf T.Y.Hilton, welcher den Ball nicht richtig fangen konnte und Chiefs-CB Abdullah den Ball an sich riss – die dritte Interception von Luck. Die Folgen hielten sich in Grenzen, da die Chiefs nur ein FG draus machten. Trotzdem ein fataler Ballverlust in diesem Moment des Spiels.

Andrew Luck der Matchwinner
Doch Andrew Luck wollte das Spiel jetzt unbedingt drehen: Er improvisierte einige Würfe und trimmte das Tempo der Playcalls nochmals deutlich nach oben. Ein schneller TD zu TE Fleener machte es 41-31 und keine Punkte beim nächsten Kansas City-Drive machten weiterhin Hoffnung. Und die Offensive um Andrew Luck war nun nicht mehr stoppen. Luck bewegte sich in der „pocket“ immer wieder großartig, kreierte Spielzüge und lief sogar selber. Dann fumbelte jedoch RB Brown kurz vor der Endzone, der Ball fiel Luck vor die Füße, nahm ihn geistesgegenwärtig auf und er streckte sich damit in die Endzone. 41-38. „You can’t make up this, folks…” kommentierte Mike Mayock, Ober-Analyst bei NFL Network. Wenn das Wort “Momentum” jemals eine Bedeutung, dann in diesem Spiel.
Doch die Chiefs – trotz einer weiteren Verletzung, dieses Mal vom so wichtigen RB Knile Davis – brachten weiter einen erstaunlichen Drive zusammen. Eigentlich ein Play-Calling-Alptraum mit so vielen Optionen nicht mehr vorhanden. Erstaunlich, welche Spieler von der Bank auf einmal wichtige Würfe fingen. Ein Field Goal zur 6 Punkte Führung war die Belohnung. Andrew Luck brauchte nun schon (mal wieder) einen Game Winning Touchdown Drive. 4 Spielzüge  und ein 64-Yard-Touchdown-Pass später war esgeschehen. T.Y.Hilton lief sich frei und Luck warf einen wunderbaren Pass, der im Touchdown endete. Unfassbar.

Chiefs am Ende ohne Glück (und Spieler)
Doch das Spiel war noch nicht zu Ende, 4 Minuten noch zu spiele und nur 1 Punkt Rückstand. Kommen die Chiefs noch mal zurück? Zwei Spielzüge später waren sie jedenfalls schon in der Hälfte der Colts. Doch ein Intentional Grounding des unter Druck geratenen Alex Smith zwang sie wieder zurück. Es musste ein vierter Versuch und 11 Yards her. Doch ein Pass von Smith zu WR Dwayne Bowe kann dieser nur mit einem halben Schritt im Aus fangen. Das Spiel war zu Ende und eines des größten Comebacks in der Geschichte der NFL perfekt.



So begann also das WILD-Card-Wochenende… - verrückter ging es kaum.
Den Colts muss man hoch anrechnen, weiter an sich geglaubt zu haben. Sie zogen ihr Spiel weiter durch und zerstörten nahezu die Passverteidigung der Chiefs. Spielen sie diesbezüglich weiter so explosiv, dürften sie für jeden Gegner eine Gefahr sein. Und mit Andrew Luck haben sie wirklich immer eine Chance zu gewinnen. Dass die Verteidigung gerade gegen die verletzungsfreien Chiefs in der ersten Halbzeit ziemlich hilflos aussah, dürfte aber zu denken geben. Tom Brady und Peyton Manning werden ähnlich Lücken bestimmt ebenso ausnutzen.

Die Chiefs müssen diese Niederlage erst einmal verdauen. Ihnen gingen am Ende schlicht die Puste bzw. die Spieler aus. So viele Verletzte innerhalb eines so wichtigen Spiels gab es wohl noch nie. Ganz scheiterten sie an ihrem ersten wichtigen Sieg in dieser Saison, 1 Punkt fehlte am Ende.

Aber hey, danke für dieses Spiel.

ms

Montag, 15. Oktober 2012

Lions weiterhin nur im 4. Viertel zu ertragen, Eagles mit empfindlicher Niederlage


Die Detroit Lions haben mit recht viel Glück ihren zweiten Sieg der Saison eingefahren. Wiedermal warteten sie bis ins letzte Viertel, um zur Tat zu schreiten und mit einem Comeback-Win die Philadelphia Eagles in ihrem Heim-Stadium zu schlagen.

Spielverlauf auf den Kopf gestellt
Hätte man sich das Spiel der Eagles gegen die Lions bis 5 Minuten vor Schluß angeschaut, hätte man einen schönen Artikel über das Spiel als Sinnbild der Saison der beiden Teams machen können – ehrlich gesagt, so hatte ich mir das gedacht – aber nein, wieder einmal schmeißen die Lions alles über den Haufen.
5 Minuten vor Schluß brachten sich die Eagles nämlich mit einem 70-Yard-Touchdown-Pass von Michael Vick auf WR Jeremy Maclin mit 23-13 in Front und alles sah so aus, dass die Eagles sich wieder ins Spiel zurückgekämpft hätten, Vick doch wieder überzeugte und weiterhin an die Playoffs gedacht werden konnte. Doch dann kamen die Lions nochmal mächtig auf. Plötzlich funktionierte ein gewisses Laufspiel der Lions und WR Calvin Johnson pflückte die Bälle wie er wollte aus der Luft. Ein anderer WR (Nate Burleson) besorgte per Catch 3 Minuten vor Schluß den Anschluß. Die Eagles schafften es danach nicht in 3 Versuchen 10 Yards zu machen und schwubs standen die Lions wieder vor der Endzone der Eagles. Mit viel Glück konnten sie 2 Pässe an der 1-Yard-Linie zum TD verhindert werden, aber Kicker Jason Hanson machte sicher die Verlängerung perfekt. Der unheimliche Pass-Rush der Lions verpasste QB Michael Vick dann gleich 2 Sacks und die Eagles mussten aus der eigenen Endzone punten. Kurzes Feld für die Lions, und die paar Yards, um den Kicker in gute Position zu kriegen, waren für QB Stafford und Co ein Klacks. Bei im Schnitt mehr als 400 Yards pro Spiel auch keine Überraschung. Hanson machte sein zweites wichtiges Field Goal und die Lions siegen mit 26-23 in der Verlängerung.

Eagles belohnen sich nicht selber
Dabei hatte sich alles so gut entwickelt für die Eagles. Im ersten Viertel... ok, da waren sie schlecht. Die Lions Offensive dominierte, brachte aber nur 2 Field Goals zustande. Aber die Eagles waren kaum zu sehen, vor allen Dingen die Offensive Line war überfordert. QB Vick wurde regelrecht gejagt, steckte allein in der ersten Halbzeit 10 Angriffe auf sich ein und musste dabei 8 Hits hinnehmen. Und die waren nicht gerade ohne... - „unbelievable“... dass er überhaupt noch stand, meinte da beeindruckt der Reporter. Irgendwann machte sich der Druck auf Vick einfach bemerkbar: Er trifft immer noch zu viele riskante Entscheidungen: eine INT in Halbzeit 1 wirft er in Bedrängnis zu lang (eine zweite INT im vierten Viertel mit zu wenig Dampf auf DeSean Jackson)
Doch dann zeigten die Eagles, dass ihr Coach Andy Reid nicht so falsch lag, als er sein Team in den letzten Wochen „greedy“ nannte – also grantig, trotz Widerständen dranbleibend. Genau an diese Aussage erinnerte Kommentator Daryl Johnson Ende des 2. Viertels. Michael Vick hatte da gerade einen Touchdown-Drive über 90 Yards angeführt und die Eagles in Führung gebracht.
Und in Halbzeit 2 ging es weiter und vieles hatte mit Anpassungen des Trainers zu tun: die O-line stand besser, der Ball wurde schneller geworfen, DeSean Jackson war immer wieder in entscheidenden Situationen die Anspielstation, Blitzes wurden von den RB besser aufgenommen und Vick nutzte auch mal seine schnellen Beine, um Yards und First Downs zu erlaufen. Das bessere Play-Calling machte sich bezahlt – die Eagles übernahmen ab dem 2. Viertel größtenteils die Kontrolle übers Spiel.

McCoy kein Faktor, Defense solide aber am Ende nichts mehr zuzusetzen
Die ausgewogenere Play-Selection warnoch vor Wochen die Kritik an Coach Andy Reid, aber so sehr sie versuchten Star-RB LeSean McCoy ins Spiel zu bringen, oft ging es nach hinten los. Nur durch Vick waren Lauf-Erfolge zu verzeichnen: McCoy hatte am Ende weit weniger erlaufende Yards als Vick – recht enttäuschend.
Dafür überzeugte die Eagles-Defense gegen die krasse Detroit-Offense. Nachdem die Lions anfänglich ziemlich gut aussahen, Calvin Johnson immer wieder andere Receiver den Weg frei machte und sogar eine wenig Laufspiel vorhanden war, richteten sich die Eagles recht schnell auf die Spielweise ein. Und vor allen Dingen auf „Megatron“. Der hatte bis ins 4. Viertel erst eine Completion und CB Nnamdi Asomugha schon eine Interception in seine Richtung abgefangen (Im Vierten Viertel bekam er sogar einen Touchdown zurückgepfiffen, weil der Nnamdi vorher wegschupste). Irgendwie hat man das Gefühl, dass Megatron in kritischen Situationen immer die Anspielstation von Matthew Stafford ist. Verständlich. Aber wenn man gute CBs hat und sich darauf einstellt, können die Lions sehr schnell sehr leicht ausrechenbar sein, vor allem wenn die gesamte Defense gut mitverteidigt.
Mitte der zweiten Halbzeit spielte die Eagles Defense nahezu komplett auf Pass-Verteidigung. Die Rushing-Attack der Lions nahmen sie gar nicht mehr richtig ernst – und die Lions taten ihnen auch den Gefallen. Bei 3rd&1 stellten sie sich schlicht ohne RB auf, der Versuch geht fehl und schon waren die Eagles wieder dran und markierten im folgenden Drive ein Field Goal.

Letztes Viertel = Lions-Viertel
Doch auch die Lions passten sich an. Mehr Laufspielzüge und ein paar Mal Megatron und schon waren sie wieder da. Wie überhaupt die Saison im Vierten Viertel: bis zum Eagles-Spiel hatten sie in den letzten Vierteln der vorherigen 4 Spiele mehr Punkte gesammelt, als in den 3 Viertel vorher zusammen. Irgendwie merken sie erst dann, dass sie mal was tun müssten. Und auch dieses Mal kommen sie mit dieser Einstellung hin und schnappen sich am Ende noch den Sieg. Die Eagles hatten am Ende nicht mehr wirklich was entgegenzusetzen und zeigten nicht die Souveränität, die einem Spitzenteam würdig wäre, ein First Down hätte fast schon ausgereicht. Sie gehen jetzt mit 2 Niederlagen in Folge in ihre Bye-Week und werden sich für die Kampf um die Playoffs neu aufstellen müssen. Die ganze Zeit nur Druck auf QB Vick kann nicht gut sein, das gute Spiel, zu dem sie in jedem Fall fähig sind, muss einfach konstanter werden.

Lions mit Lebenszeichen in umkämpfter NFC North
Irgendwie sind diese Lions schon komisch. Im letzten Jahr schafften sie es in die Playoffs und ein guter Draft sicherte ihnen weiteres Potential, man hätte mit einer Weiterentwicklung des Teams rechnen können. Aber das Team vertraut immer noch zu sehr auf sein Pass-Spiel und gerade die Secondary der Defensive ist weiterhin sehr löchrig. Und wenn man dann immer erst im letzten Viertel anfängt richtig mitzuspielen, dann kann das ab und zu mal klappen mit dem Sieg, aber auf Dauer kommt man damit nicht in die Playoffs. Nebenbei stellten sie mit 15 Strafen die Rekord für diese Saison auf. Alles andere als ein Zeichen von Souveränität.
Beide Teams sind voll bestückt mit Talent, aber trotzdem ein Team als Sieger vom Platz ging, sind beide Mannschaften nicht wirklich überzeugend aufgetreten. Der Schritt von Talent oder selbst ernannten „Dream Team“ zu einer klasse Mannschaft dauert in jedem Fall noch eine Weile...

ms



Mittwoch, 3. Oktober 2012

Favoriten zeigen ihre Stärke - Vick trotzt der Kritik

Als ob ich es letzte Woche nicht schon geschrieben hätte, aber in Woche der NFL haben die Favoriten mal wieder gezeigt, dass sie in den entscheidenden Spielen doch zeigen, was sie können. Sowohl die Patriots, die 49ers als auch Denver und Green Bay konnten wichtige Siege landen und bleiben somit auf Kurs Richtung Playoffs.

Packers siegen knapp gegen die Saints
Beim wohl wichtigsten Spiel der Woche setzten sich die Green Bay Packers äußerst knapp gegen die New Orleans Saints durch, die nun mit noch keinem Sieg wohl kaum noch Chancen auf die Playoffs haben werden. Zu löchrig wirkte immer noch die Defensive von Coordinator Steve Spagnolo, der erst seit diesem Jahr in New Orleans ist und noch kaum seine Philosophie umsetzen konnte. Die Defensive der New York Giants machte er 2007-2008 zum SuperBowl-Champion, aber seit dem sieht seine Bilanz eher dürftig aus. Damals hatte er aber auch einen Michael Strahan, Osi Umenyiora oder Justin Tuck als Defensive Leader auf dem Platz, bei den derzeitigen Saints fehlen diese Personen schlicht. Und wenn man QB Aaron Rodgers von der Packers zu viel Zeit zum Werfen lässt, dann bestraft er das eben. Kaum Druck auf den Quarterback entwickelt die Saints Defense, in der letzten Saison war Safety Roman Harper der Spieler mit den meisten Sacks bei den Saints... - und das als Safety. Das sagt viel über den "Pressure" der "Front-Seven" aus. (ist so wie englischer Handball...gibts halt nicht)

Packers Pass-Defensive mit Problemen gegen Brees
Doch die Packers hatten die ähnliche Probleme. Bis zum Aufeinandertreffen mit Drew Brees war die Pass-Verteidigung der Packers die Beste der Liga! Unfassbar eigentlich diese Statistik, da die Packers diese doch letzte Saison ebenfalls anführten... aber von unten! Nun haben die Packers gleich 6 ihrer ersten 6 Draft-Picks 2012 für Verteidiger ausgegeben und die jungen Cornerbacks machen sich bisher sehr gut. Sam Shields zeigt Qualitäten wie in der Superbowl-Saison 2010, genauso wie Tramon Williams, der an seine ProBowl-Form von damals wieder anknüpft. Gegen Brews jedoch waren sie einfach mehr gefordert. (lustig in diesem Zusammenhang, wie Co-Kommentator Troy Aikman schlicht meinte, die vorherigen Gegner-QBs seien schlicht nicht annährend das Niveau von Drew Brees - Alex Smith und Jay Cutler werden sich was gedacht haben...)
Gerade bei 3.Versuchen zeigte Brees seine Klasse und brachte mehrmals Pässe über mehr als 10 Yards an den Mann. Zu "soft" spielte dabei die Packers Defensive: Meist machten nur 3 Verteidiger Druck auf Brees, der Rest spielte "Zone Defense" und versuchte die Räume zwischen den Gegenspielern eng zu machen. Das mag gegen nicht so sichere Quarterbacks super funktionieren, gegen einen Brees kann man da sehr schnell alt aussehen. Warum Defensive Coordinator Dom Capers trotzdem auf diese Strategie setzte, weiß wohl nur er.
Ohne diese gelungenen dritten Versuche wären die Saints wohl schon viel früher aus dem Spiel gewesen. aber auch die Offiziellen trieben die Packers mal wieder zur Weißglut...

Reguläre Schiedsrichter zurück, für Packers-Fans trotzdem ein Graus
Gleich beim ersten Touchdown der Saints übersahen die Profi-Schiris ein klares Wegdrücken von WR Marquis Colston, bei einem dritten Versuch der Saints kann TE Jimmy Graham den Ball nicht wirklich vom Berühren des Bodens abhalten, trotzdem wird auf Catch entschieden und die Challenge von Packers-Coach McCarthy trotz Videobeweis einfach abgelehnt. Ohne Challenge konnte McCarthy auch ein Fumble bei einem Kick-Off-Return der Saints im 4. Viertel nicht beanstanden. Offensichtlich war es trotzdem, die Schiris sahen es jedenfalls nicht. Das Glück war nicht wirklich auf seiten der Packers, weil beim einzigen Snap an Ersatz-QB Graham Harrell der ausgerechnet den Ball verliert, 1 Yard vor der Endzone. Am Ende kämpfte sich das Team aus Green Bay aber trotz der Widerstände zurück ins Spiel und wurden am Ende mit einem verschoßenen Field Goal der Saints belohnt. Das erinnerte in seiner Dramaturgie schon fast an die SuperBowl-Saison 2010... naja, mal sehn, wie es weiter geht mit den Packers.

 
Michael Vick überzeugt, Eagles auf einmal wieder einer der Favoriten
Der amtierende SuperBowl-Sieger kam indes ebenfalls äußert knapp unter die Räder. Ein verschoßenes Field Goal am Ende der Partie, sicherte auch hier den Sieg der Philadelphia Eagles.
Bei diesen überzeugte ausgerechnet Michael Vick, der in der Vorwoche noch erhebliche Kritik einstecken musste. Er machte dieses Mal kaum Fehler und vor allen Dingen "forderte" er "seine" Offensive Line heraus, besser zu stehen. Das klappte erstaunlicherweise gegen die wohl beste "Front Four" der Giants recht gut. So wurden auch RB LeSean McCoy Räume geöffnet, die dieser gerade in der zweiten Halbzeit ausnutzte: 23 Laufspiele für 123 Yards. Endlich, könnte man meinen.
Coach Andy Reid setzte endlich beide Play-Maker gleich oft ein und schon funktionerte alles sehr gut. Stolz war er am Ende auf sein Team und nun führen die Eagles die NFC East mit 3-1 Siegen an. Wenn sie jetzt noch gegen die ausgeruhten Pittsburgh Steelers gewinnen, dann dürfte wieder alle Kritiker verstummen und Fanfaren ertönen. Ich bin gespannt.

ms

Sonntag, 30. September 2012

Vorentscheidende Duelle in Week 4 - Eagles' Vick unter Druck

Die Saison ist gerade mal 3 Spieltage alt, aber schon jetzt sind Teams gefordert, wenn sie im Winter noch in die Playoffs kommen wollen. Viel Spannung also in Week 4 der NFL.
Nun endlich wieder mit den regulären Schiedsrichtern, finden diesen Sonntag schon einige vorentscheidende Match-Ups statt, die den weiteren Verlauf der Saison für viele Mannschaften bestimmen könnten.

Favoriten schon unter Zugzwang
Wer hätte z.B. gedacht, dass das Spiel der Superbowl-Champions von 2010 und 2009 – Green Bay Packers gegen die New Orleans Saints schon in Woche 4 ein Spiel ist, was beide auf keinen Fall verlieren dürfen. Die Packers, letzte Woche um einen Sieg beraubt, wären in der starken NFC North mit 1-3-Siegen doch schon erheblich im Hintertreffen. Und die Saints sind derzeit das einzige NFC-Team ohne einen Sieg – eine weitere Niederlage und die Saison wäre schon so gut wie beendet.
Man merkt, dass auf einmal die „Großen“ in der NFL schon mächtig in Zugzwang sind: Die Packers, die Saints und auch die Patriots (1-2) sind gegen den Divisions-Konkurrenten Buffalo (2-1) gefordert. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten wäre ein herber Rückschlag. Ähnlich sieht es bei Denver (1-2) gegen Oakland (1-2) aus. Noch strahlt Peyton Manning jedenfalls noch nicht die Dominanz alter Tage aus, umso wichtiger wäre ein Sieg gegen Darren McFadden und Co.
Interessanterweise sind hiermit nahezu alle Elite-QB genannt, welche dieses Wochenende gefordert sind. Meist braucht man diese Herren nicht lange bitten und sie liefern…

Rivalen in NFC East treffen aufeinander
Womit wir aber gleich bei dem für mich spannendsten Spiel des Tages wären: Die New York Giants treffen auf die Philadelphia Eagles. Auch zwei Elite-QBs, auch ein Divisions-Duell, beide aber schon mit 2 Siegen auf ihrem Konto. So viel Angst vor dem Absturz müssen die beiden Mannschaften also nicht haben, aber für die Eagles ist derzeit jedes Spiel entscheidend. Jedenfalls wird jedes Mal eine Riesenaufregung fabriziert und die Medien lassen sich genüsslich über die Spielweise des selbsternannten „Dream-Teams“ aus. Und das hat viel mit dem Namen Michael Vick zu tun. Für viele Fans und Beobachter ein guter QB, aber eben nicht "Elite" und in dieser Saison sogar weit unter seinen Möglichkeiten.
Ich geb es zu, ich habe ihn vor der Saison als MVP der Liga getippt…ok, in der Tat ein wenig gegamblet, aber ich fand die Chancen nicht schlecht. Ich erinnere mich immer an die Saison vor 2 Jahren, als Vick als Ersatz von Kevin Kolb einsprang und wohl die beste Saison seiner Karriere spielte, das Spiel dirigierte, ruhig in der Pocket blieb und nicht immer versuchte seine Runs zu machen, nur wohlüberlegt. Damals war Philie nur einen Wurf vom Sieg über die Packers und vom NFC Championship-Game entfernt… doch dann warf Vick eine Interception. Und dies macht er in dieser Saison einfach zu häufig. Exemplarisch das erste Spiel der Saison gegen Cleveland: 4 Interception warf er, um dann doch mit einem Touchdown-Pass kurz vor Schluss den Sieg einzufahren. 9 abgefangene Pässe sind es insgesamt schon dieses Jahr.

Vick als Sündenbock
An ihm scheiden sich echt die Geister. So sehr, dass Coach Andy Reid nach der Niederlage letzte Woche gegen die Cardinals meinte, Vick sei „derzeit“ ihr QB, man müsse aber sein Spiel „evaluieren“ und dann weiter sehen… - Keine wirklichen Worte der Vertrauens und erst im Laufe der Woche, stellte Reid nochmal klar, dass er auf Vick setze. In einer Medien-gehypten Stadt und mit anspruchsvollen Fans eine harte Aufgabe.
Die Fans sehen nämlich schon längst Vick nicht mehr als Favorit auf den QB-Job ihres Teams, gerade seit dem Nick Foles – Dritt-Runden-Draft Pick – in der Preseason aber sowas von überzeugt hatte. Ein Passer-Rating von im Schnitt 110,1 unterstützt diese Beobachtung und auch NFL-Experte Charley Casserly bezeichnete ihn als eine der Überraschungen der Preseason.

Abstimmung und Richtung der Eagles Offensive fehlt noch
Aber die Gründe für Vicks bisher schlechtes Abschneiden liegen meiner Meinung nach ganz woanders: Kurt Warner gab diese Woche zu bedenken, dass Vick durchaus nicht schlecht spiele, aber oft wenig Optionen zum Anspielen geliefert bekommt und dann oft versucht, Dinge zu erzwingen. Er bräuchte einfach mehr Unterstützung und ein besseres Play-Calling. Und dabei muss auch die Offense-Line Erwähnt werden, die Vick immer wieder zum Abschuss frei gibt: 9 Sacks in 3 Spielen und mit Abstand die meisten QB-Hits der Liga (29!!!). So kann gar keine „Ruhe“ aufkommen und Vick nach den besten Optionen suchen.
Unverständlich ist zudem, dass RB LeSean McCoy bisher noch kaum ins Spiel gebracht wird. Er führte die Liga letztes Jahr in Touchdowns an und gerade mit dem Druck, der auf Vick ausgeübt wird, wäre das Lauf-Spiel doch die beste Möglichkeit dem entgegenzuwirken. Wahrscheinlich nicht ohne Grund sagte Coach Reid letzte Woche nach dem Spiel auch, dass er selbst nicht bereit war, das Spiel zu coachen und an der Niederlage mit Schuld sei. Ob sich diese Woche an dieser Einstellung was ändert, wird sich zeigen, die Giants werden nicht leicht zu spielen sein. Alles auf Vicks Schultern zu lasten – sowohl Hoffnungen als auch Schuldzuweisungen – ist jedoch in jedem Fall nicht der richtige Weg. Die Mischung machts und da sind in erster Linie die Coaches für verantwortlich und wenn alle anderen „Dream-Team-Player“ auch noch was beisteuern, dann werden die Kritiker an Vick in Philadelphia auch wieder verstummen. Ob Vick MVP werden kann oder die Eagles in die Playoffs kommen, das ist dann nochmal eine ganze andere Frage…
And now, let’s play some Football

ms