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Samstag, 10. November 2012

Frontrunner zur Midseason

Vor zwei Wochen wollte ich noch schreiben, in der NFL herrsche nur noch Mittelmaß und Spielausgänge hängen schlicht von der Tagesform einiger Spieler (oder Schiris) ab. Doch zur Mitte der Saison scheint sich so langsam eine Gruppe von Teams abzuzeichnen, die sich so ein wenig als Favoriten für die Playoffs herauskristallisieren.

Ausgeglichen wie noch nie
Trotzdem muss man ehrlich zugeben, dass diese NFL-Saison wohl eine der ausgeglichensten Spielzeiten jemals ist. In Woche 7 spielten die St.Louis Rams gegen die Green Bay Packers, beide mit einem Rekord von 3-3... - das sagt alles. Obwohl beide Teams im letzten Jahr noch Lichtjahre voneinander entfernt waren. (ok, wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass beide Mannschaften bei weitem noch nicht auf Augenhöhe sind) Aber viele Teams, die letztes Jahr noch ernsthaft zu kämpfen hatten, überhaupt was auf die Beine zu bekommen, sind jetzt durchaus ernst zu nehmen.
Viel hängt mit dem überragendem Draft-Jahrgang zusammen, vor allen Dingen mit den Quarterbacks - und hierbei die beiden Frontrunner: Robert Griffin 3 und Andrew Luck.
Erst gestern führte Luck die Indianapolis Colts zu einem weiteren überzeugendem Sieg - dem vierten in Folge - gegen die Jacksonville Jaguars. Damit liegen die Colts mit 6-3 Siegen schon recht gut im Playoff-Rennen.
Auch RG3 überzeugt bei den Washington Redskins, die es aber nach einem guten Start jetzt deutlich schwerer haben, ihre Siege einzufahren. Auch Rookie-QB Russell Wilson macht die Seattle Seahawks zu einem ernst zunehmenden Konkurrenten in der NFC. Siege gegen die Patriots und gegen die Packers (najaa, muss man hier hinzufügen), zeugen davon, dass Potential im Team steckt.

Kurz vor dem Sprung
Bei einigen Mannschaften merkt man irgendwie richtig, dass sie kurz davor sind, den nächsten wichtigen Schritt Richtung Liga-Spitze zu tun. Ihnen einfach nur noch die gewissen Prozente und ein Schuss Souveränität und Konstanz fehlen. Seattle würde ich dazu zählen, auch die Colts oder auch Miami und überraschenderweise selbst die Vikings. Natürlich sind auch immer noch die allzeit-kurz-vor-Elite-stehenden Chargers, Cowboys, Tampa Bay und (wohlwollend auch die) Eagles zu nennen. Durch die Rookies QB Brandon Weeden und RB Trent Richardson sind auch die Cleveland Browns zwar immer noch nicht wirklich gut, aber ich bin gespannt auf die zweite Saisonhälfte, wie sich die junge Mannschaft noch stärker zusammen finden wird.

An der Spitze nahezu Erwartetes
Trotzdem sind es auch dieses Jahr wieder die üblichen Verdächtigen, wenn es um die begehrten Playoff-Positionen geht. Aber selbst bei den Teams am oberen Ende ist meiner Meinung nach einiges mit Vorsicht zu genießen. Ich traue dem Braten noch nicht so ganz - jedenfalls bei den meisten Mannschaften, die derzeit in ihren Divisionen oben stehen.
Bestes Beispiel: das derzeit beste Team der Liga: die Atlanta Falcons (8-0). Wenn man sich in Erinnerung ruft, wie das Team um QB Matt Ryan im letzten Jahr von den NY Giants aus dem Stadion gejagt wurden (24:2!), dann muss man skeptisch sein, was dieses Team bisher zeigt. Alles gut und schön, aber in den Playoffs zählts und die Hammer-Teams haben sie bisher nicht gespielt und die eigene Division ist auch gerade nicht gerade Elite. Spiele gegen die Saints und im Dezember gegen die Giants werden dann wohl mehr zeigen.
Ähnliches gilt aber für die dann folgenden Teams in der Sieges-Rangliste, die interessanterweise in dieser Woche aufeinandertreffen: die Chicago Bears (7-1) und die Houston Texans (7-1). Auch da viel Sonne, aber Schatten gibt es auch da. Die Bears O-Line ist weiterhin schwer zu ertragen und QB Jay Cutler oft mehr unter Druck, als ihm lieb ist. Dass er aus diesen Situationen manchmal krasse Dinge hervorzaubern kann, mag richtig sein, manchmal fabriziert er aber auch dann Mist und schreit danach noch seine Teamkollegen an. Alles also auch sehr wackelig, genauso wie bei den Texans. QB Matt Schaub ist zwar solide, aber das ist dann auch alles und sich die ganze Zeit nur auf Arian Foster zu verlassen, kann auch gefährlich sein, wie sich in der Niederlage gegen die Packers zeigte. 

Die einzigen Niederlage der Bears und Texans kamen interessanterweise beide Male gegen Green Bay und damit von einem weiteren Favoritenteam. Nicht wirklich gut gestartet, oft mit Ungereimtheiten - offensiv wie defensiv - und durch einige Schiedsrichter benachteiligt, nehmen die Packers jetzt richtig Fahrt auf - 3 Siege in Folge vor der Bye-Week. Ob die junge Defense und die vielen Verletzten nicht auch noch Tribut zollen müssen, wird sich auch hier zeigen. Gegen die 49ers und Giants, die bisher einen sehr solide Eindruck machen, wird es sicherlich schwer werden in den möglichen Playoffs. Da werden sich sicherlich auch die Patriots wiederfinden, die auch noch nicht so richtig durchgestartet sind und sich zwischenzeitlich mal die Seele aus dem Leib schießen und dann aber auch einen 13Punkte-Vorsprung gegen die Seahawks aus der Hand nehmen lassen. Ganz zu schweigen von den Baltimore Ravens, die ähnlich agieren, zwar immer wieder gewinnen, aber mit einer ungewohnt schlechten Defense durch die Gegend ziehen. Ob das so alles gut geht?
Die Verfolger warten jedenfalls und das ist ja das gute. Noch haben wir nur die erste Hälfte gesehen, jetzt wirds kalt und bitter-ernst. juhu. keep von playing some football :)

ms

Mittwoch, 25. April 2012

Draft-Philosophien at its best

In zwei Tagen geht’s los in New York City – der NFL Draft 2012 geht in der legendären Radio City Music Hall über die Bühne. Die besten Nachwuchsspieler können von den Profi-Teams ausgewählt werden.
Entscheidende Frage natürlich für die Teambesitzer und –verantwortlichen: Wie gehen wir an den Draft heran? Welche Spieler können wir gebrauchen? Und was gibt es überhaupt für Spieler im Angebot?
Alles natürlich enorm schwierig zu beurteilen und jeder macht das auf seine Weise – deswegen gibt es auch so viele unterschiedliche Draft-Vorhersagen für die so wichtige erste Runde, in der alle Teams einen auswählen können. Wir haben unsere Tipps schon abgegeben, jedenfalls für die ersten wichtigen Clubs.
Doch wie gehen eigentlich die Teams vor, die am Ende der Runde einen Rookie auswählen dürfen?

Wissen ist Macht
An sich gestaltet sich das nämlich weitaus schwieriger als am Anfang der Runde zu draften. Dort hat man die besten Spieler der Collegeligen zur Auswahl – die Elite quasi – und kann dann aussuchen, auf welcher Position man sich verbessern will. So in der Denke: Wir brauchen einen neuen guten Quarterback, also nehmen wir den besten überhaupt. Punkt. Siehe Indianapolis.
Aber je weiter man nach unten im Ranking schaut, umso mehr Möglichkeiten ergeben sich. Viel mehr muss man einschätzen, ja vorherahnen können: welcher Spieler könnte an welcher Position noch zu haben sein? Welches Team schnappt mir vielleicht „meinen“ möglichen Top-Spieler weg? Und wo liegen eigentlich die unentdeckten oder weniger wertgeschätzten Diamanten, die ich an Stelle 32 oder noch später abgreifen kann?

Vorbereitung ist eines, Philosophie was anderes
Klar, kann man sich alle möglichen Spieler anschauen und eine Vielzahl von denen in die engere Auswahl nehmen, beobachten lassen, andere Mannschaften einschätzen usw usf. (und dazu haben die meisten NFL-Teams auch riesige Scouting-Abteilungen), aber viel wichtiger ist eine Philosophie, die hinter diesem ganzen Informationen-Sammeln steht. Gerade bei Teams, die meist nicht in den Genuss kommen TOP 10 Picks abzubekommen – so wie die konstant guten Packers, Patriots, Steelers oder Giants. Sie müssen differenzierter vorgehen, gewiefter und mit einem Plan. Das kann ganz unterschiedlich ausfallen:

Der beste Spieler, der vorhanden ist
Ted Thompson, langjähriger GM der Green Bay Packers, verfolgt seit Jahren immer wieder die Strategie die besten vorhandenen Spieler an der jeweiligen Position zu draften - ziemlich egal, welche Bedürfnisse das Team derzeit hat. Er müsse schauen, den Verein für die nächsten Jahre gut aufzustellen und nicht kurzfristig zu denken, meinte er letztens dazu. Da gibt er auch schon mal zwei Jahre hinter einander einen Erstrunden-Pick für ein Offensive Lineman her, wenn dieser gerade noch zu haben ist – okay, verständlich wenn man Aaron Rodgers schützen will. So geschehen jedenfalls in den letzten beiden Jahren (Bryan Bulaga (2010), Derrick Sherrod (2011)), ohne dass Thompson endlich auch mal die Defensive Line stärkte, was den Packers letztes Jahr in den Playoffs das Genick gebrochen hat. Trotzdem ist nicht ganz klar, ob dies im Draft 2012 von Thompson behoben wird: in einigen Packer-Foren überlegt man schon, ob er vielleicht sogar C Peter Konz nimmt, wenn dieser noch zu haben ist – anstelle eines guten OLB oder DE. (Kann sich Thompson aber nicht wirklich erlauben, diese Schwachstelle im Team zu ignorieren, aber mal sehen, was er dieses Mal aus dem Hut zaubert)

“Build a Team instead of collecting talent”
Eine ganz andere Herangehensweise hat mal wieder Bill Belichik als Head Coach der New England Patriots. Seit Jahren ist er derjenige, der durch seine Geschick, sein Gespür und seine Innovationen den Draft aufwühlt. Immer wieder tradet er Picks weg, geht freiwillig aus der ersten Runde raus, um sich mehr Picks in den anderen Runden zu holen. Idee dahinter: er kennt die Bedürfnisse anderer Teams so gut, dass er seinen gewünschten Spieler auch einfach ein paar Picks später bekommen wird und so noch einiges rausholen kann. Dieses Jahr z.B. gleich 2 Erstrunden-Picks. Keiner geht ernsthaft davon aus, dass Belichik beide einlösen wird – einer wird mindestens weggetradet an andere Teams.
Belichik sucht sich schlicht seine Spieler nach seinem System aus: Wer flexibel einsetzbar ist und für die Position, die er sich vorstellt, am besten passt und das Team weiterbringen kann, der wird ausgewählt – die bloße Ansammlung von Talent reicht dem Trainer-Genie nicht, so NFL-Experte Michael Lombardi, der selbst mit Belichik zusammengearbeitet hat. Beste Beispiel: 2009 draftete er einfach den besten TightEnd in der 2. und einen weiteren in der 4. Runde – Rob Gronkowski und Aaron Hernandez! 2 Spieler, die extrem flexibel einsetzbar sind (Hernandez spielte in den letzten Playoffs zwischendurch auch einfach mal als Running Back!) und so „sein“ System und sein Team verbessern.

Eine Draft-Philosophie sollte man als Team in jedem Fall haben. Brian Billick spricht bezüglich der Pats noch einen interessanten Punkt an: Sie waren bei den Free Agents schon recht aktiv und haben vor dem Draft eigentlich keine großen Schwachstellen mehr. Sie können also quasi unbeschwert nach Spielern Ausschau halten, die sie bereichern. Ziemlich luxuriöse Position, die noch einmal verdeutlicht, dass man durch den Draft nicht alle Probleme auf einmal lösen kann!! Versteift man sich zu sehr auf einen Pick oder einen Spieler, kann das ganz schnell nach hinten losgehen. Die Liste der größten Draft-Busts ist lang…
Mal sehn, wer dieses Mal wieder in die Tonne greift ;)

ms

Sonntag, 15. April 2012

Mock Draft 4.0

Nr. 1 Indianapolis Colts – Andrew Luck, QB
Nr. 2 Washington Redskins – Robert Griffin III, QB
Nr. 3 Minnesota Vikings – Morris Claiborne, CB
Nr. 4 Cleveland Browns – Justin Blackmon, WR
Nr. 5 Tampa Bay Buccaneers – Trent Richardson, RB
Nr. 6 St. Louis Rams – Michael Floyd, WR
Nr. 7 Jacksonville Jaguars – Matt Kalil, OL



Nr. 8 Miami Dolphins – Ryan Tannehill, QB
Ryan Tannehill? Wirklich? Warum nicht Brandon Weeden? Die wenigsten Analysen beantworten diese Frage. Aber dennoch ist sie berechtigt.
Um einer Antwort näher zu kommen, muss das Thema „Draft-Luck“ angeschnitten werden. „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler, der im Draft ausgewählt wird, besser ist als der nächste auf seiner Position? Zum Beispiel: Der dritte Cornerback im Draft gegen den vierten Cornerback im Draft?“ Cade Massey, Professor für Psychologie an der Universität von Pennsylvania, hat herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit bei ca. 50% liegt. Das Ryan Tannehill bei vielen Analysten vor Brandon Weeden steht bedeutet also gar nichts. Damit soll nicht gesagt sein, dass Ryan Tannehill kein Potential hat in der NFL zu spielen. Das hat er. Er ist ein athletischer Spieler. Er hat sogar in der High-School als Widereceiver gespielt, bevor er endgültig zum Werfer wurde. Er wirft den Ball über das ganze Feld in jede Ecke und in jeden freien Raum. Einige Analysten behaupten sogar, dass er mal zu den besten Quaterbacks gehören wird. Ein Top-Ten-Pick sei er alle mal. Sicherlich ist er noch unerfahren. Bei den Dolphins könnte er hinter Matt Moore und David Garrad lernen. Trotz aller Pro-Argumente ist Tannehill überbewertet. Zumindest an dieser Stelle. Die zweite Runde würde mehr seinen Fähigkeiten entsprechen. Doch das Verlangen nach guten Werfern in der NFL führt dazu, dass immer mehr QBs höher gedraftet werden, als sie es wert sind. Also warum Tannehill, wenn man für die nächste Saison eine QB braucht? Warum nicht Weeden. Brandon Weeden hat seine Mannschaft in die College Finalspiele geführt und hat auf dem Weg dorthin jeden Top-QB, der dieses Jahr gedraftet wird, geschlagen. Ryan Tannehill, Robert Griffin III. und Andrew Luck. Luck sogar im Finalspiel der Collegesaison. Weeden hat in zwei Jahren als Stammspieler knapp über 9000 Yards geworfen und eine Wurfgenauigkeit von 72.3%. 10% mehr als Tannehill. Viele Experten sehen in Weedens hohem Alter von 28 Jahren ein Problem. Ich nicht. Sein fehlgeschlagener Versuch als Baseballer bei den New York Yankees hat ihn mental stark gemacht. Er weiß, was er will und in seinen zwei Collegejahren als erster Quaterback konnte er zeigen, dass er die Besten besiegen kann. Doch, wie aus unterschiedlichen Quellen zu lesen ist, wird Tannehill und nicht Weeden nach dem 8. Pick wohl nicht mehr zu haben sein.
Für Miami ist das ein äußerst wichtiger Pick. Jedes Jahr sind sie auf der Suche nach einem vernünftigen Quaterback, trotzdem werden sie jedes Jahr aufs Neue enttäuscht. Wenn sie diese Mal wieder daneben liegen, kann es die Mannschaft weitere Jahre zurückwerfen. Aber Miami ist überzeugt von Tannehills positiven Eigenschaften. Sie werden ihm Zeit geben zu wachsen und ihn mit dem 8. Pick nehmen. 



Nr. 9 Carolina Panthers – Melvin Ingram, DE  
Melvin Ingram und die Panthers ist an dieser Stelle eine eindeutige Sache. Die Panthers könnten auch einen komplementären Widereceiver neben Steve Smith gebrauchen. Bei diesem Mock Draft ist aber keiner mehr vorhanden, der einen hohen Pick der ersten Runde wert ist. Wenn Michael Floyd an neunter Stelle nicht mehr zu haben ist, werden die Panthers sicher versuchen in der zweiten oder dritten Runde einen Fänger für ihren QB Cam Newton holen. Doch an dieser Stelle fällt die Wahl auf Melvin Ingram. Viele Mock Drafts sehen den 120 kg schweren Defensive End schon früher ausgewählt als an neunter Stelle. Zu recht, denn Ingram ist ein unglaublich talentierter Spieler, der im College seine athletischen Fähigkeiten mehrfach unter Beweis stellen konnte. Bevor er als Defensive End eingesetzt wurde, spielte er als Linebacker, was für sein Spielverständnis und sein Reaktionsvermögen spricht. Beim NFL Combine war er der schnellste Defensive Lineman. In seinen drei Jahren bei den South Carolina Gamecocks spielte er konstant und konnte mit 10 Sacks das Jahr beenden. Gegen Ingram spricht, seine körperliche Verfassung. Für seine Position ist er zu klein und zu leicht. Seine Arme sind zu kurz und er könnte seine Problememit zwei Gegenspielern haben. Doch ich denke, seine Vorteile überwiegen. Die San Francisco 49ers haben mit Aldon Smith, der 2011 mit dem siebten Pick zu „Rot und Gold“ kam, eindrucksvoll bewiesen, dass nicht immer die schwersten Spieler am erfolgreichsten sind. Ingrams Schnelligkeit, die stark an Aldon Smith erinnert, wird den Panthers gefallen. Sie nehmen Melvin Ingram mit dem 9. Pick im Draft.   


mh

Samstag, 14. April 2012

Mock Draft 3.0

Nr. 1 Indianapolis Colts – Andrew Luck, QB
Nr. 2 Washington Redskins – Robert Griffin III, QB
Nr. 3 Minnesota Vikings – Morris Claiborne, CB
Nr. 4 Cleveland Browns – Justin Blackmon, WR
Nr. 5 Tampa Bay Buccaneers – Trent Richardson, RB


Nr.6 St. Louis Rams – Michael Floyd, WR
Die Rams könnten den sechsten Pick eintauschen und versuchen, mehr Picks zu bekommen. Ihren Quaterback haben sie vor zwei Jahren gedraftet und Sam Bradford konnte ab und an zeigen, dass er den ersten Pick, mit dem die Rams ihn 2010 gedraftet haben, wert ist. Aber St. Louis hat überall Lücken. 2008, 2009 hatte das Team aus dem Staat Missouri den zweiten Pick und beide Spieler, die an dieser Stelle gedraftet wurden konnten nicht den Erwartungen gerecht werden. Der Draft ist immer ein risikoreiches Unterfangen, aber wenn man so oft so hoch draftet, wie die Rams in den letzten Jahren, dann ist das Risiko zwar nicht höher, aber der Geldeinsatz. Und das ist ein Problem wenn kein Spieler, außer Steven Jackson, 2004 mit dem 24. Pick, der zwischen den Jahren 2000 und 2007 gedraftet wurde mehr im Team ist. Sieben Spieler von insgesamt neun sind überhaupt nicht mehr in der Liga. Das zeigt, welche kostspieligen Fehler die Verantwortlichen in den letzten Jahren gemacht haben. Vor allem in der Offensiv-Abteilung ist das letzte Saison eindrücklich sichtbar geworden. In vielen Mock Drafts wählen die Rams Justin Blackmon. Doch der wird höchstwahrscheinlich an dieser Stelle nicht mehr zu haben, so argumentiert auch Mary Kay Cabot, Journalistin aus Cleveland. Die Rams sind natürlich mehr als froh wenn Claiborne, Blackmon oder Richardson in ihre Hände fallen, aber es sieht nicht danach aus. Matt Kalil könnte auch gut passen. Doch ich denke, dass talentierte Widereceiver in der Offensive gebraucht werden. Und nachdem Jason Smith (zweiter Pick in 2009) von Roger Saffold, der ein Jahr später und 32 Plätze nach Smith kam, ausgestochen wurde und von der linken auf die rechte Seite wechseln musste, sind die Rams vorsichtiger mit Offensive Linemen in der ersten Runde. Nicht das Kalil Smith ist, aber wenn man 61 Millionen Dollar in den Sand setzt, denkt man wahrscheinlich anders.
Die Rams können mit dem sechsten Pick viele Weg gehen. Um die Diskussion anzuregen, werden sie Michael Flyod, Widereceiver von Notre Dame nehmen. Von allen Receivern, die dieses Jahr zu Auswahl stehen ähnelt Flyod Blackmon am meisten. Er ist 1,89 Meter groß, 100 kg schwer mit riesigen Händen und weiß sich auf dem Feld durchzusetzen. Warum er mit dieser Stelle vielleicht zu hoch bewertet ist? Im Frühjahr 2011 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer für ein halbes Jahr aus dem Football-Team ausgeschlossen. Flyods Fehlverhalten lässt einen zögern. Er hat aber auch großes Potential. Wenn die Rams unter Cheftrainer Jeff Fisher ihn gut betreuen und trainieren kann aus ihm ein außerordentlich guter Receiver werden. Deswegen nehmen die Rams Flyod mit dem sechsten Pick.




Nr. 7 Jacksonville Jaguars – Matt Kalil, OL
Schwer vorstellbar das Matt Kalil sich aus der Top 10 herausschleicht. Bei vielen Mock Drafts ist er der dritte Pick. An dieser Stelle wurde anders argumentiert, aber auf keinen Fall geht Matt Kalil an Jacksonville vorbei. Die Jaguars sind im Aufbau. Letzte Saison wurden David Garrad, der Quaterback der Startelf und Cheftrainer Jack Del Rio gefeuert. Mit dem zehnten Pick haben die Jaguars Blaine Gabbert gewählt, der zwei unglaublich starke Collegejahre hatte. Leider konnte Gabbert in seiner ersten Saison nicht den hohen Erwartungen entsprechen. Doch ihm kann nicht die gesamte Schuld an der miserablen Saison gegeben werden. Gabberts Runningback Maurice Jones-Drew ist bei weitem die meisten Yards in der Regulären Saison gerannt und ist zu recht der „NFL rushing Champion“. Dabei wusste jeder Verteidiger, dass MJD kommen wird. Kein Trainer ist davon ausgegangen das Gabbert die Spiele gewinnt. Und trotz des Fokus‘ auf Jones-Drew, konnte sie ihn nicht stoppen. Mehr Druck kann kein Spieler von einem Quaterback nehmen. Und die Defense, seit Jahren in den Top 10, war die sechst beste in der NFL. Doch damit hört es dann schon auf. In der Offensive hat Gabbert keine Widereceiver und keine Tight Ends mit denen er arbeiten kann. Und die 40-mal, die er zu Boden geworfen wurde, sind die dritt meisten der Liga. Ich denke die Jaguars werden ihrem QB noch ein oder zwei Jahre geben und werden in dieser Zeit versuchen ihn mit talentierten Mitspielern auszustatten. Ich denke nicht, dass Defense der Fokus dieses Jahr sein wird. Die Jaguars wollen ihren Star-QB schützen. Was für einen besseren Schutz gibt es als 139 kg pure Muskelmaße auf 1,98 Meter. Die Jacksonville Jaguars wählen mit dem siebten Pick, Matt Kalil Offensive Tackle.

mh

Samstag, 7. April 2012

Mock Draft 2.0

Nr. 1 Indianapolis Colts – Andrew Luck, QB
Nr. 2 Washington Redskins – Robert Griffin III, QB
Nr. 3 Minnesota Vikings – Morris Claiborne, CB


Nr.4  Cleveland Browns – Justin Blackmon, WR
Das ist die Stelle, wo die Diskussion über Trent Richardson, Running Back, Alabama anfangen wird. Richardson würde auch für die Bowns Sinn machen, gerade weil sie sich von Peyton Hillis getrennt haben. Doch ich denke, Cleveland gefiel der Erfolg von Cincinnati und die Browns werden sich ein Beispiel an dem 2011 Erfolgstandem Dalton, Green nehmen. Im letzten Jahr haben die Bengals den Widereceiver A.J. Green mit dem vierten Pick in der ersten Runde gedraftet und den Quaterback Andy Dalton mit dem dritten Pick in der zweiten Runde. Das hat gut funktioniert. Die Bengals sind nach der desaströsen Saison von 2010 wieder in Playoffs gekommen. Nun muss man anerkennen, dass die Bengals bereits viele Talente in ihrem Team haben, wo von die beiden jungen Spieler profitieren konnten. Dennoch reichen manchmal zwei gute Picks um eine Mannschaft den nötigen Anstoß zu geben. Den Quaterback haben die Browns bereits. Den Widereceiver brauchen sie noch. Kritiker sehen in Colt McCoy keinen exzellente Quaterback. Aber das braucht es auch gar nicht. Nicht jede Mannschaft hat eine Tom Brady, Peyton Manning oder Drew Brees. San Francisco hat letzte Saison mit Alex Smith eindrücklich gezeigt, dass ein Quaterback ausreichend ist, der das Spiel organisiert, kein Risiko eingeht und seine eigenen Fehler auf ein Minimum beschränkt. Die Verantwortlichen in Cleveland sind in den letzten Wochen nicht müde geworden zu betonen, dass sie an Colt McCoy festhalten wollen. Ihnen fehlt nicht ein exzellenter Quaterback für den Einzug ins Finale. Ihnen fehlt eine ganze Menge an guten Spielern. Und der 1,85 große und 94 kg schwere Justin Blackmon ist ein Anfang. Blackmon hat mit Dez Bryant zusammengespielt, war aber produktiver als er und wird auch beim Draft nicht so lange verfügbar sein wie Bryant. Die Browns werden mehr als glücklich sein und ihn mit dem vierten Pick nehmen.




Nr. 5 Tampa Bay Buccaneers – Trent Richardson, RB
Nicht das Trent Richardson kein großes Talent hat, aber ihn an dieser Stelle zu draften ist meiner Meinung nach risikoreich. Die Aussage suggeriert, dass der Draft generell ein risikofreies Unterfangen ist, was er nicht ist. Steven Dubner meinte einmal: „Der Draft ist nicht mehr als ein aufwändiges Ratespiel“. Das gilt für jede Position. Aber die Position des Runningbacks spielt dabei eine herausragende Rolle. Welche Läufer, außer Adrian Peterson, der letzten zehn Jahre, die in den Top 10 gedraftet wurden, waren ihr Geld wert? AP wurde 2007 an siebter Stelle gedraftet und ist seit Jahren der Antreiber der Minnesota Vikings. Der Runningback ist immer noch eine wichtige Position, besonders wenn man sich anschaut, wie viel die besten verdienen und was sie für ihre Mannschafte in den spielentscheidenen Momenten tun. Doch Maurice Jones-Drew wurde in der zweiten Runde gedraftet, Ray Rice ebenso, Frank Gore in der dritten, Michael Turner in der fünften, und Arian Foster, der 2010 die meisten Yards gerannt ist, wurde gar nicht gedraftet. Obwohl sie der Liga ihren Stempel aufdrücken und das in eindrucksvoller Weise, sind es die Quaterbacks, die das Spiel heute gestallten. Dies wird besonders deutlich wenn man sich die Runningsbacks anschaut, die in den letzten zehn Jahren den Superbowl gewonnen haben. Anders als bei der Liste mit den QBs befindet sich dort außer Jerome Bettis und Marshall Faulk keiner mit großen Qualitäten.
In späteren Runden werden sich viele sehr gute Backs für wenig Geld finden. Warum also Trent Richardson?
Die Buccaneers könnten an dieser Stelle genauso gut Dre Kirkpatrick nehmen, der in vielen Analysen noch vor Morris Claiborne steht, der hier an dritter Stelle zu den Vikings gegangen ist. An dieser Stelle Kirkpatrick zu nehmen hat dieselben Gründe, wie an dritter Stelle Morris Claiborne zu nehmen. Die Saints und Falcons haben Receiver, die nur schwer zu stoppen sind und der Star-Cornerback von Tampa Bay, Ronde Barber ist mit 36 Jahren nicht mehr der jüngste.
Tampa Bay könnte auch Matt Kalil nehmen, der nach diesem Mock Draft der beste Spieler unter den Verbliebenen ist. Aber Tampa Bay hat vor kurzem erst Carl Nicks von den Saints mit 47,5 Millionen Dollar für fünf Jahre unter Vertrag genommen. Es kann nie genug gute O-Liner in der Mannschaft geben, besonders nicht von Kalils Sorte. Aber Tampas neuer Cheftrainer will eine Running Back der immer auf dem Feld steht und der mit dem Ball vertrauensvoll umgeht. LeGarret Blount zeigt teilweise Spektakuläres, hat aber letzte Saison sechsmal den Ball verloren. Richardson einmal in drei Jahren. Aber vielleicht ist Richardson ja der nächste Adrian Peterson. Und wenn Tampa Bay so denkt, dann müssen sie ihn nehmen, was sie in diesem Mock Draft tun.

mh

Freitag, 30. März 2012

Mock Draft 1.0

Vom 26. bis zum 28. April findet der NFL Draft statt. Wir können es kaum erwarten. Für die Vorfreude haben wir den ersten Teil unseres „Mock Drafts“ gepostet, um denkbare Auswahlmöglichkeiten der Mannschaften zu diskutieren. „Mock Draft 2.0“ folgt in kürze.

Nr. 1 Indianapolis Colts – Andrew Luck, QB
Ehrlich gesagt, sehe ich keinen Unterschied zwischen Robert Griffin III und Andrew Luck, wo viele Experten einen Unterschied sehen. Charles Davis, Reporter beiNFL.com hat argumentiert, wenn Indianapolis einen richtigen Wandel vollziehen will, dann sollten sie den Anti-Peyton- Manning draften. Das wäre RGIII. Aber die Colts sind ein konservativ geführter Verein, der auf Beständigkeit setzt. Auch aus diesem Grund werden sie Andrew Luck auswählen, denn seine Spielweise ähnelt der von Manning. Luck hatte drei äußerst erfolgreiche College Jahre in Stanford und wird sicherlich sehr erfolgreich in der NFL. Teams haben Jahre gewartet bis Luck sich entscheidet in die NFL zu kommen und die Colts sind die Glücklichen, die ihn auswählen dürfen.

Nr. 2 Washington Redskins – Robert Griffin III, QB
Beim Combine Ende Februar war er bei weitem der Schnellste unter den Quaterbacks. Dennoch dürfen seine athletischen Fähigkeiten nicht alles Weitere überblenden. Er wirft den Ball unglaublich präzise, auch auf weite Distanz und überzeugte in Interviews mit Intelligenz und Sachverstand. Die Kritik, er sei zu klein, greift zu kurz. Drew Brees, zum Beispiel, ist 5 cm kleiner. Obwohl RGIII nicht in einer derart aussichtsreichen Mannschaft spielte wie Andrew Luck, machte er in seinen vier Jahren aus den Baylor Bears eine gefeierte Mannschaft. Sein Charisma und seine Führungsqualitäten sind beispiellos. Die Washington Redskins haben viel aufgegeben, um an die zweite Stelle im Draft zu kommen, zwei first-round-picks in 2013 und 2014 und zwei second-round-picks in 2012. Der Transfer hat seine Gründe.



Nr. 3 Minnesota Vikings – Morris Claiborne, CB
Im letzten Jahr haben die Vikings Christian Ponder mit dem 12 Pick in der ersten Runde gedraftet. Ihre Investition soll nicht verschwendet sein, deshalb denken viele Sportreporter, die Vikings nehmen Matt Kalil, Offensive Tackle, University of Southern California. Die Wahl scheint eindeutig, besonders weil sie Adrian Peterson helfen würde. Doch ich will an dieser Stelle anders argumentieren. Morris Claiborne ist ein Spieler, der nicht alle Tage daher kommt. Körperlich gesegnet hebt er sich mit seinem unglaublichen Ballgefühl von seinen Kollegen ab. Der entscheidende Grund aber, der Claiborne den Vorzug vor Kalil geben kann, ist, gute O-Liner werden noch an anderen Stellen so holen sein. Cornerbacks sind gefragt, wie nie zuvor in der Geschichte der NFL. Den durchschnittlichen Cortland Finnegan belohnten die St. Louis Rams mit einem Fünf-Jahres-Vertrag und 50 Millionen Dollar, um nur ein Beispiel zu nennen. Sport-Analyst Michael Lombardi ist der Meinung, dass Free-Agency die Top 10des Drafts diktiert. Deswegen werden CBs hoch im Kurs stehen. Besonders auch weil Passspielzüge die Taktik bestimmen und Mannschaften drei bis vier Widereceiver aufstellen. Ohne gute Cornerbacks hat man keine Chance mehr. Ich erinnere an das knappe Spiel gegen die Green Bay Packers in der siebten Woche der regulären Saison und gegen Detroit Lions in der vierzehnten Woche. Ponder und Vertretung Joe Webb konnten glänzen, doch gegen die Punktemaschinen aus Detroit und Green Bay war die Vikings-Verteidigung nicht gewachsen. Die Receiver aus der Division spielen wie von einem anderen Stern. Chicago hat Brandon Marshall von den Dolphins geholt. Was tun die Vikings? – Sie draften  Morris Claiborne. Er wird die Verteidigung entscheidend aufwerten.

mh

Sonntag, 18. März 2012

Matt Flynn unterschreibt bei den Seahawks - neue Hoffnung in Seattle?

Die erste wichtige Quarterback-Entscheidung der Off-Season ist gefallen: Matt Flynn geht zu den Seattle Seahawks! Er erhält dort einen 3 Jahres-Vertrag für 26Mio.$.
Eigentlich gingen viele Analysten davon aus, dass Flynn heißester Kandidat in Miami sein würde, gerade nach dem Peyton Manning ihnen mitteilte, dass er auf jeden Fall nicht zu den Dolphins wechseln wird. Zudem ist Joe Philbin vom Offensive Coordinator in Green Bay zum neuen Head-Coach in Miami gewechselt, kannte Matt Flynn also in- und auswendig aus den letzten Jahren der dortigen Zusammenarbeit.
Jetzt also doch Seattle, was man jetzt vielleicht nicht auf Anhieb mit Flynn in Verbindung gebracht hätte – aber auf einige Zusammenhänge kommt man echt nicht, und dass es anscheinend jetzt überall ehemalige Packers gibt, kann man ja auch nicht erahnen…



Seattle-Manager draftete einst Flynn
Seit 2010 wurde in Seattle eine Wende eingeläutet: Ein neuer Coach (mit Pete Carroll) wurde geholt und auch ein neuer General Manager: John Schneider, der zuvor 8 Jahre bei den Green Bay Packers gearbeitet hatte und da engster Vertrauter vom dortigen GM Ted Thompson war. Dort lernte Schneider auch die Philosophie kennen und verinnerlichen, ein Team hauptsächlich durch den Draft aufzubauen, was er auch bei den Seahawks seit 2010 durchgesetzt hat. In seiner Zeit in Green Bay war Schneider auch dafür verantwortlich, dass QB Matt Flynn dorthin gedraftet wurde – eine Einschätzung, die ihm jetzt anscheinend dazu veranlasste, weiteres Vertrauen in den jungen Quarterback zu legen.

Seattle nun ernsthafter Konkurrent?
Und die Perspektive für die Seahawks sieht jetzt mit Flynn gar nicht mal schlecht aus – wenn er denn die Erwartungen erfüllt, die er sich in 2 Karriere-Starts in Green Bay erspielt hat – dabei aber auch innerhalb eines Spiels (das letzte Saisonspiel 2011 gegen die Detroit Lions) gleich 2 Packers-Rekorde aufstellte (480 Yards und 6 Touchdowns in einem Spiel).


Aber auch sonst ist das Team gut aufgestellt: Die Defensive war letzte Saison die siebtbeste der Liga und RB Marshawn Lynch war mit sehr guten 1200 Yards und 12 Touchdowns tragende Säule des Seattle-Angriffs. Einzige Schwachstelle war immer die QB-Position: Travaris Jackson, der aus Minnesota geholt wurde, warf in der abgelaufenen Saison nur 14 TD, bei 13 INT – ein recht schwacher Wert und ausschlaggebend, sodass man wichtige Duelle gegen die Divisionskonkurrenten San Francisco und Arizona knapp verlor. Mit 7-9 Siegen reichte es 2011 dann nicht für die Playoffs.
Nun mit Flynn könnte sich dies vielleicht ändern. Sehr gute Verpflichtung jedenfalls von den Seahawks, auf die man nächste Saison gespannt sein kann, da sie zudem auch noch den 13.Draft-Pick besitzen und dabei noch weiter aufrüsten können.

Schwarzer Peter bei Dolphins
Die Dolphins hingegen scheinen irgendwie eine ereignisreiche Woche hinter sich gebracht zu haben: Erst Top-WR Brandon Marshall zu den Bears verschifft, dann die deutliche Absage von Peyton Manning und jetzt geht ihnen auch noch Matt Flynn durch die Lappen – es riecht ganz klar nach einem wirklich kompletten Neu-Anfang in South Florida. Vielleicht soll dieser mit QB Alex Smith gelingen, der zu Gespräche eingeflogen wurde! Bisher hat dieser seinem bisherigen Arbeitgeber, den beinahe NFC-Champions San Francisco noch keinen Vertrag unterschrieben…
Mensch mensch, das Karussell dreht sich also weiter, und Peyton will sich nun langsam auch entscheidend – bloß nicht durchdrehen! ;)

ms

Freitag, 16. März 2012

Aufrüsten ist angesagt – Free Agency hat begonnen und die Bears schlagen gleich zu

Hach ja, schön, dass es endlich wieder so richtig spannend wird in der NFL! Nachdem die Combine den Verantwortlichen der Vereine alle Nachwuchsspieler präsentiert hat, geht es jetzt an die etablierten Spieler, die auf der Suche nach neuen Vereinen und/oder neue Verträgen sind – die Free Agency Phase hat in der NFL begonnen.

Combine nur Vorspiel
Die Präsentation der besten Nachwuchsspieler hin oder her – klar waren da beeindruckende Vorstellungen dabei, so wie die von Robert Griffin III (kurz: RG3) waren schon echt beeindruckend, und viele Teambeobachter haben spätestens jetzt ihre Zettel voll mit den Spielern, die für sie in Frage kommen oder nicht. Aber irgendwie war alles noch eher unkonkret, ohne direkte Verhandlungen oder Entscheidungen. Seit Mittwoch dieser Woche geht es aber nun richtig los – der Free Agent Markt hat geöffnet! Nun haben Spieler, die bei keinem NFL-Team unter Vertrag stehen, die Möglichkeit, sich nach neuen Arbeitgebern umzuschauen – und die Teams versuchen die geeigneten Spieler zu finden, ihre Schwachstellen in der Mannschaft zu schließen. Hach toll, denn als Normalbeobachter kann man endlich so richtig schön spekulieren, welcher dieser Spieler wohin geht – ein Fest für Football-Analysten. (wie wir ;) )

Bears rüsten auf
Natürlich wird alles irgendwie überschattet von dem großen Peyton Manning, der ab sofort kein Colt mehr ist, sondern sich nach andere Vereinen umsieht, aber auch andere Teams sind mächtig am Rotieren.
Bestes Beispiel: die Chicago Bears. Letzte Saison eher enttäuschend, nachdem QB Jay Cutler mit einer Verletzung die letzten Wochen ausfiel und noch die Playoffs verspielt wurden, sahen sie sich nun zum Handeln genötigt.
Schon seit Jahren meckern Experten auf die Bosse ein, endlich mal einen guten Receiver zu holen und Cutler Unterstützung zu geben, jetzt haben sie es gemacht: Brandon Marschall kommt von den Miami Dolphins für 2 Drittrunden-Draft-Picks!

Bears nun die beste Offense der NFC North?
Der Move der Bears führte gleich zu irgendwelchen Ergüssen bei den Kollegen von NFL, die damit gleich die beste Offensive der NFC North aufkommen sahen – najaa, erstmal langsam. 
Klar ist Brandon Marshall ein krasser Receiver, hat in den letzten 5 Jahren immer Würfe für mehr als 1000 Yards in der Saison gefangen und wird in Chicago der #1-Receiver sein, aber trotzdem geben die Dolphins ihn nicht ohne Grund ab: Er gilt als labil und störend fürs Team. Ob sich das in Chicago ändern wird, keine Ahnung. Natürlich wird Marshall in Combo mit Cutler – die beiden haben schon in Denver zusammen gespielt – nicht die einzige Option für die Bears-Offense sein: Durch den Franchise-Tag auf RB Matt Forte wird auch das Running-Game nächste Saison wieder stark sein (Forte erlief letzte Saison knapp 1000Yards und fing zudem Pässe für 490 Yards, und das obwohl er die letzten 3 Spiele verletzungsbedingt aussetzen musste)
Aber rechtfertigt dies schon eine überschwängliche Euphorie? Wohl kaum, denn das Problem der Offensive der Bears waren neben den (fehlenden) Receivern – man denke nur an den etwas hilflosen Einfall Devin Hester zu solch einem umzufunktionieren – vor allen Dingen die Offensive Line, die Cutler kaum Zeit ließ seine Pässe an den Mann zu bringen. Letzte Saison erlaubte sie 49 Sacks gegen ihren Quarterback, davor das Jahr waren es 56 – einfach viel zu viel, um wen-auch-immer als Receiver zu bedienen! Das war schon 2010 die große Frage in Chicago...


Aber ok, das werden die Bears wahrscheinlich genauso wissen und versuchen im Draft oder in der Free Agency noch nachzulegen – ohne dem bleiben sie zwar ein ernster Konkurrent in der NFC North, aber Green Bay und Detroit schlafen ja auch nicht… und zudem stellt sich die Frage, ob Cutler überhaupt die Klasse hat, die Bears bis zu einem großen Titel zu führen?


Was macht Miami?
Was die Verpflichtung von Marshall zeigt aber, wie schnell sich in der NFL alles ändern kann: kriegt man schon jetzt Free Agents für seine Schlüsselpositionen oder Schwachstellen, kann man sich im Draft ganz anders aufstellen, oder andere Spieler anlocken oder zum Bleiben motivieren. Einzige Frage bei dem Deal ist eigentlich, was sich die Dolphins dabei gedacht haben? Einfach so den besten und fast einzig nennenswerten Receiver abgeben? Ziemlich gewagt. Aber ok, mit dem neuen Trainer Joe Philbin wird ein neues Team aufgebaut und störende Elemente erstmal aussortiert, zusätzliche Draft-Picks helfen da schon enorm weiter – mal sehn, wie sie diese einsetzen.
Bleibt also alles spannend und wir weiter dran – obwohl man ja kaum noch hinterherkommt...

ms

Montag, 5. März 2012

Alles nur Routine? – Der NFL-Combine

Der NFL Combine ist besiegelt. Zwischen dem 22. Februar und dem 28. Februar 2012 wurden in Indianapolis, in dem Stadion, in dem der diesjährige Superbowl stattfand, die 300 aussichtsreichsten Collegeabsolventen für die Öffentlichkeit getestet. Für viele Teams ist dies der erste Moment, wo sie potentielle neue Spieler bei vorgegebenen Trainingseinheiten sehen können. Für viele Spieler ist dies ein wichtiger Moment potentielle Mannschaften von ihrem Können zu überzeugen. Doch bei einigen wenigen ist das Auftreten beim Combine nur Routine. Ihre Resümees wurde schon geschrieben

Luck und RGIII ganz oben
Die beiden besten Spieler der 2012er Abschlussklasse Andrew Luck und Robert Griffin III haben die wichtigste Übung für Quaterbacks in Indianapolis nicht bestritten. Das Werfen. Beide argumentieren, dass sie sich nur verschlechtern können, wenn sie auf fremden Boden mit fremden Passfängern spielen. Für ihre Entscheidung nicht beim Combine geworfen zu haben, haben sie viel Kritik einstecken müssen, und das zu Recht. Ihre Resümees hat das aber nicht geschadet.

Vom Draft zum Saisonstart
Wenn in ein paar Wochen der NFL Draft in New York stattfindet, dann sind bereits alle Tests, die beim Combine gemacht werden, in die Bewertungen eingeflossen, die sich die Teams machen um Collegeabsolventen zu bewerten. Zwischen dem 26. und dem 28. können NFL-Mannschaften, aufgestellt nach dem Abschneiden der letzten Saison junge Talente verpflichten – die tendenziell schlechteste Mannschaft den tendenziell besten Spieler. Für NFL-Teams sind das die wichtigsten Wochen, um ihre Mannschaft für die nächste Saison aufzustellen.
Deshalb werden wir den Draft, Free Agency und Training Camp bis zum Saisonstart am 5. September 2012 begleiten.      

mh