Vor der
Saison hatte wohl keiner die San Diego Chargers auf dem Schirm. Das änderte
sich schnell. Nach dem überzeugenden Sieg gegen den diesjährigen Super Bowl
Gewinner Seattle Seahawks gehörten die Chargers zu dem erlesenen Kreis der
Playoff-Favoriten. Doch das änderte sich wieder schnell. Warum nur?
Wer vor der
Saison mehr als fünf Chargers Spieler beim Namen nennen konnte war entweder
Fan, verrückt oder sehr belesen. Freilich Quarterback Philip Rivers,
fünfmaliger Pro-Bowl-Spieler, gehört seit langem zu den besseren Werfern der
Liga und ist deswegen vielen ein Begriff. Antonio Gates, ehemaliger
Basketballspieler, riesengroß und riesenschwer, ist auch den Meisten bekannt.
Aber drei oder vier weitere Spieler zu nennen wird schwer. Kein Wunder, die
Chargers haben trotz Rivers selten Bedeutung im Ligageschehen.
Mit dem Sieg über Seattle zum
Favoriten gekürt…
Das änderte
sich am 14. September, dem zweiten Ligaspieltag. Die Seattle Seahawks waren zu
Gast in San Diego und keiner nahm an, dass die Chargers nur den Hauch einer
Chance hätten. Seattle hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel im Jahr 2014 verloren
und nur eins in den letzten sieben Spielen. Am 22. Dezember 2013 verließ
Quarterback Russell Wilson das letzte Mal ohne Sieg den Platz. Die Seahawks
ließen nichts anbrennen. Alle Experten waren sich sicher der alte Super Bowl
Gewinner wird der neue sein.
Doch es kam
anders. Die Chargers konnten zeigen, wie die Mannschaft aus dem Nordwesten zu
besiegen ist: Mit flinken Receivern, einem massivem Tight End und einer soliden
D-Line. Dasselbe Erfolgsrezept, das die Indianapolis Colts letztes Jahr
nutzten – ist vielleicht auch kein Geheimnis, nur schwer nachzuahmen.
… und mit einer Niederlage wieder in
die Bedeutungslosigkeit abgerutscht
Nun dachte
jeder die Chargers werden die Playoffs wieder aufmischen, so wie letztes Jahr,
vor allem wenn sie weiter so spielen werden, wie gegen die Seahawks. Doch der
Favoritenstatus dauerte kaum 6 Wochen, 5 ½ Wochen um genau zu sein. Gegen Peyton
Manning und die Denver Broncos waren die Chargers Chancenlos. Letztes Jahr
konnte sie den Broncos in der Saison noch eine herbe Niederlage beibringen.
Dieses Jahr nicht mehr. Und nun?
Rivers kann sich nun zehn Tage ausruhen.
Nächsten Sonntag geht’s gegen Miami und dann eine Woche Pause. Keine leichte
Aufgabe den Spielrhythmus zu behalten. Nach drei Spielen, die Rivers und die
Chargers gewinnen können, trotz der vielen Pausen, kommen fünf Spiele gegen
Playoff-Mannschaften von diesem Jahr. Schwer hier fünf Siege einzufahren. Gut
möglich, dass nach so einem guten Start in die Saison vor den Playoffs wieder
Schluss ist und die Chargers wieder in die Bedeutungslosigkeit versinken
Die Gemüter in den USA erhitzen sich an folgender Debatte: Gehört
Peyton Manning zu den besten Quarterbacks aller Zeiten?
Grob skizziert lassen sich die Debatierenden in zwei Gruppen einteilen:
Die eine Gruppe ist der Meinung, dass eine Sportler Finalspiele gewinnen muss,
um als der Beste in die Geschichtsbücher einzugehen.
Oder wie es Terrell Suggs, Outside Linebacker der Baltimore Ravens,
einmal prägnat zusammenfasste: „Kings
needs Rings.“ Nur wer wie Tiger Woods, Joe Montana und Michael Jordan Trophäen
sammelt, wie andere Briefmarken, der kann sich als einer der besten bezeichnen.
Eine etwas verkürzte Sichtweise, die aber viel Zuspruch findet, vor
allem weil sie von einer sehr simplen Berechnungsmethode lebt: Wer mehr die
meisten Meisterschaften gewinnt ist der Beste.
Bei Joe Montana gibt es sicher wenig Widerspruch. Doch Terry Bradshaw
hat, wie Montana viermal den Super Bowl gewonnen: Ist Bradshaw deswegen der
zweitbeste Quarterback aller Zeiten? – Wohl eher nicht.
Deswegen denkt die zweite Gruppe in der Debatte „Wer ist der beste QB
aller Zeiten“, dass ein Spieler mehr braucht als nur Ringe, denn was wäre die
Liste ohne Dan Marino?
Marino warf 16 Jahre lang den Ball für die Miami Dolphin, wurde in
seinen ersten zehn Jahren neunmal zum NFL Pro Bowl eingeladen und brach mehrere
Rekorde, u.a. den für die meisten gepassten Yards (5.084), der erst 27 Jahre
später von Drew Brees gebrochen wurde.
Wenige Tage vor dem Super Bowl nimmt die Debatte wieder Fahrt auf. Denn
viele Fragen sich: Gehört Peyton Manning von den Denver Broncos zu den besten
Quarterbacks aller Zeiten, obwohl er nur einen Ring hat, am Sonntag vielleicht
zwei? Und wenn Meisterschaften nicht entscheidend sind, was dann?
Kürzlich wurde Peyton Manning selbst gefragt, was er von der Debatte
hält. Der amerikanische Sportjournalist Dan Patrick fragte Manning: „Wie misst du Größe bei Quarterbacks?“
und lockte den sonst so reservierten und stillvollen Broncos Werfer aus der
Reserve.
„Ja… .
Ich… ich weiß nicht… . Ich hab keine Liste“, sagte Manning und führte
weiter aus, dass es immer schmeichelhaft ist, wenn jemand in der Diskussion
überhaupt erwähnt werde.
„Ich
habe meine Lieblings-Quarterbacks aus verschiedenen Gründen. […] Wenn ich den den
besten Quarterback aller Zeiten konstruieren könnte, dann würde ich ihm John
Elways Arm geben,“ Brett Favres und Troy Aikmanns Lauf-Fähigkeit,
Dan Marinos schnellen Wurf, Joe Montans Ruhe in den letzten zwei Minuten.
„So
würde ich zumindest den besten Quarterback konstruieren.“
Was meinst Du? Hat Peyton Manning recht? Oder zählen nur Ringe?
Es
war das Treffen der Giganten. Peyton Manning gegen Ray Lewis. Denver Broncos
gegen die Baltimore Ravens. Und obwohl die Playoffs so spannend sind, liegt in
der Endlichkeit zugleich der Makel und die Stärke. Denn einer muss verlieren.
Und an diesem Abend war es Peyton Manning. Das macht es spannend. Leider musste
der Verlierer gehen und Football-Fans müssen nun mehr als ein halbes Jahr warten
um Peyton Manning wieder spielen zu sehen. Aber so eine Begegnung wollen die Fans
auch in den Playoffs haben. Zurecht. Ein Journalist schreib: „Das sind die Momente, an die man sich erinnert.“ Schwer vorstellbar, dass heute Abend
Football-Puristen behaupten werden: Schade, dass die Houston Texans nicht
weitergekommen sind.
Ravens Kicker Tucker beendet Nachspielzeit
Ein
Spieler war während des ganzen Abends kaum gesehen: Ed Reed. Er blieb scheinbar
ohne Akzente. Aber Manning hat nicht mehr als einen Pass über 20 Yards
geworfen, was vor allem an dem großen Respekt Mannings für den neunmaligen Pro
Bowl und baldigen Hall of Fame Free
Safety lag. Auch der Respekt Manning für den Ravens Defensiv-Quaterback Ray Lewis
während des Spiels und nach dem Spiel ist beispielslos. Manning wartet nach dem Abpfiff und der Pressekonferenz auf Lewis, um noch ein paar Worte mit ihm zuwechseln. Diese Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Im gestrigen Spiel wie
auch in seiner gesamten Karriere schien Lewis überall zu sein. Er war
verantwortlich für zehn Tackles und sieben Assist.
Im
gesamten waren es wohl die Broncos selbst die sich die Niederlage zu
zuschreiben haben. Mit zehn Penalties für fast 90 Yards Strafe lassen sich in
den Playoffs keine Spiele gewinnen. Zusätzlich spielten die Ravens in allen
drei Phasen des Spiels – Special Teams, Offensive und Defensive – nahezu fehlerlos.
Darüber hinaus setzte Joe Flacco – kaum zu glauben – mit tiefen Pässen auf Torrey
Smith Akzente. Schlussendlich beendete der Rookie-Kicker Justin Tucker die
Nachspielzeit eines knappen und unterhaltsamen Spiels.
„Big Niner
Fan. Thanks for drafting me.“
Es
war das Treffen der Quaterbacks. Colin Kaepernick gegen Aaron Rodgers. Der
Rookie von San Francisco, der den grundsoliden Alex Smith ausstach und der die
wahrscheinlich schnellsten Beine und den wahrscheinlich stärksten Arm der Liga
hat. Und der Veteran aus Green Bay, der seiner Zeit Brett Favre mit Klasse
ablöste und die Packers zu ihrem vierten Superbowl Siegt führte.
Für
Aaron Rodgers sind die Begegnungen mit dem Team aus Kalifornien immer etwas
Besonderes. Nach dem NFL Draft im Jahr 2005 fragte ein Reporter Aaron Rodgers: „Wie
enttäuscht bist du, dass du kein 49er sein wirst?“ – „Nicht so enttäuscht wie
die 49ers, dass sie mich nicht gedraftet haben.“ Dass Rodgers erst an 24.
Stelle genommen wurde, scheint ihm noch immer zu belasten. Als er letztes Jahr
den MVP-Award bekam, rieb er nochmals Salz in die Wunde: „Big Niner Fan when I was a kid. Thanks for drafting me.“ Für ihn wäre es wohl auch etwas Besonders gewesen
die Mannschaft von Trainer Jim Harbaugh zu schlagen. Doch die Packers-Offensive fand nur
zeitweise gegen die disziplinierten Niners einen Rhythmus. Rodgers traf von 39-mal nur 26-mal seine Fänger für insgesamt 257 Yards und warf eine Interception. Und
die Packers Defensivkräfte schafften es nicht die kreative Offensive der 49ers
aufzuhalten. Nach einem Fehlwurf von Colin Kaepernick, der zum Pick 6 wurde,
kam der jungen Mann gut ins Spiel und verteilte seine schnellen Bälle über das
gesamte Feld. Vor allem aber gegen seine schnelle Beine und das dynamische
Run-Game der Niners konnten die Packers kein Mittel finden. Kapernick brachte
nur jeden zweiten Ball an den Mann, lief aber für fast 200 Yards.
Ein
ereignisreicher Abend. Dran bleiben, es wird noch besser.
Nach den Playoff-Team-Predictions fürdie NFC, ist nun auch die AFC dran und naja, so schnell kann es gehen
in der NFL: ein Wochenende und die Überlegungen sind schon wieder
voll über den Haufen geworfen!
Letzte Woche dachte ich noch so, dass
es eigentlich 3 große Fragezeichen gibt, wie es am Ende in der AFC
ausgehen wird (und ich deshalb auch etwas zurückgeschreckt bin, vor
wilden Vorhersagen): Die Cincinnati Bengals, die Pittsburgh Steelers
und die Baltimore Ravens. Alle irgendwie schwer einzuschätzen:
Bengals in den letzten Jahren immer wieder gute Leistungen in der
Regulären Saison, aber wenns dann an die großen Brocken ging –
sprich: Ravens + Steelers – , dann versagten sie so ein wenig.
Doch genau diese beiden Rivalen sind die nächsten Gegner und gerade mächtig am Wanken, was
sich gestern nochmal gezeigt hat.
Steelers verlieren in Overtime und
setzen ihre Saison aufs Spiel
Eigentlich ist es doch fast immer das
gleiche mit den Steelers, jedenfalls war es in den letzten Jahren so:
Oft nicht sehr überzeugend, aber wenns drauf ankommt, sind QB Big
Ben Roethlisberger und die Steelers Defense zur Stelle und fahren die
wichtigen Siege ein. Auch diese Saison zeigte das Team aus Pittsburgh
gegen schwächere Gegner zum Teil grottige Leistungen (gefühlte 10
Ballverluste gegen die Browns nur als Beispiel), doch als geneigter
Zuseher denkt man sich: ok, aber gegen die Cowboys gewinnen sie dann
bestimmt wieder souverän. Nichts wars. Die Cowboys – ebenfalls
noch in Frage für die Playoffs – zeigten eine klasse Leistung und
siegten zu Hause in der Verlängerung gegen der Steelers, die damit
auf einen Record von 7-7 fallen, 3 der letzten 4 Spiele verloren haben und nun ernsthaft bangen müssen, in
die Playoffs zu kommen. Ausgerechnet Big Ben wurde in der Verlängerung intercepted, trotz einer vorher guten Leistung. Nun haben selbst die Jets... ja, die Jets... wieder Chancen, wenn sie alle restlichen Spiele gewinnen. In den Playoffs stehen derzeit nämlich die Cincinnati Bengals,
die am Donnerstag wenig ansehnlich, aber immerhin gegen die Philadelphia Eagles
gewonnen haben.
Showdown in Pittsburgh
Nun treffen genau nächste Woche diese
beiden Teams aufeinander: Bengals vs. Steelers. Die Steelers müssen
gewinnen, um von den Siegen her gleichzuziehen und den direkten
Vergleich für sich zu entscheiden. Am letzten Spieltag warten dann
noch die Browns und auf die Bengals werden die Ravens losgelassen.
Diese schwächeln zwar auch und sind in
der Division nur noch ein Sieg vor den Bengals, aber natürlich
in einer weitaus besseren Ausgangsposition und nach der Niederlage der Steelers sicher in den Playoffs. Wer sich aber gestern das Spiel gegen die Denver Broncos angesehen hat (ich
zumindest bis ins 3.Viertel) wird sich ganz schön Sorgen machen um
die Ravens. Buhrufe gegen QB Flacco, der kurz vor Ende der ersten
Halbzeit vor der Endzone eine fatale Interception wirft und für
ein 0-17 für die Broncos sorgt. Hoffnungslos unterlegen waren die
Ravens gegen die Peyton-Manning-Broncos und nun folgen Spiele gegen
die Giants, die unerwartet von den Falcons aus dem Stadion geschossen
wurden und nun auch Siege einfahren müssen, und am letzten Spieltag
dann bei den Bengals. Na, das wird ein Spaß.
Trotz alledem..., wage ich die
Vorhersage: Wer kommt in die AFC-Playoffs?
#1-Team: Houston Texans
Gestern mit einem souveränen Sieg gegen die Indianapolis Colts und damit 12-2-Siegen. Nun mit Spielen
gegen die Vikings und nochmal gegen die Colts, von dem sie mindestens
ein Spiel gewinnen werden, um noch vor den Broncos zu bleiben. (Am
Ende: 13-3)
#2-Team: Denver Broncos
Peyton Manning! - Schon allein das
dürfte alles sagen. Immer wieder beeindruckend, wie er Regie führt
und die Offense der Broncos auf Touren bringt: eindeutiger MVP-Kandidat! und dann
noch eine Defensive, die immer stärker wird und mit Von Miller
ebenfalls einen MVP-Kandidat aufzuweisen hat. 9 Siege in Folge und nun kommen die
Browns und Chiefs nach Denver gereist.. hehe, das wird ein Spaß und zwei sichere Siege. und mit Glück werden die Texans auch noch abgefangen. (Am Ende
13-3)
#3-Team: New England Patriots
Gestern gegen die 49ers nach längerer
Zeit mal wieder verloren, aber vielleicht war das ein wichtiger
Gradmesser, wie es in den Playoffs dann noch besser laufen könnte: Vor allen Dingen weniger Ballverluste wären nicht verkehrt... naja und GRONK kommt auch
wieder zurück. Die Jaguars und Dolphins werden kein Problem sein.
Die Erstrunden-Freizeit ist seit gestern wohl futsch, was wohl am
meisten schmerzen wird. Aber die Patriots sind weiterhin ein
gefährlicher Gegner. Superbowl-Favorit? Seit gestern bin ich mir da
nicht mehr so sicher... (Am Ende: 12-4)
#4-Team: Pittsburgh Steelers
Trotz ihrer Niederlage gegen die
Cowboys zeigten sie eine verbesserte Leistung gegenüber letzter
Woche, Big Ben ist wieder voll einsatzfähig und die Defense wird in
den entscheidenden Spielen wieder zeigen, was sie können: Gegen die
Bengals wird es knapp reichen und das letzte Spiel daheim gegen die
Browns dann auch kein Problem mehr. Und sogar die Ravens werden noch
überholt, aber dazu gleich mehr. (Am Ende 9-7)
#5-Team: Indianapolis Colts
Die Colts sind zurück. Und mit
Rookie-QB Andrew Luck recht sicher in den Playoffs. Ein Sieg brauchen
sie noch und nächste Woche geht’s nach Kansas City. Das dürfte
genügen und am letzten Spieltag gibt’s noch einen richtigen Fight
um die Plätze gegen die Texans. Dieses Team kann auch das schaffen
und wird mit seiner Leidenschaft und Comeback-Potential auch in den
Playoffs gefährlich sein. Trotz besserer Bilanz sind sie nur zweiter
in der Division und müssen den Steelers auf Rang 4 den Vortritt
lassen. (Am Ende 11-5)
#6-Team: Die Baltimore Ravens
Ich mag diesen Spot nicht und hätte
dort lieber die Bengals gesehen, aber selbst meine vorhergesagten 2
Niederlagen den Ravens bewirken nicht, dass sie aus den Playoffs
fliegen. Die Ravens wirken derzeit einfach überhaupt nicht auf der
Höhe und ich würde ihnen eigentlich wünschen, dass sie nicht in
die Post-Season kommen, um endlich Joe Flacco den Laufpass zu geben.
Naja, so kommen sie weiter und wir erleben wieder mal Ray Lewis vs.
Tom Brady... - na ok, vielleicht gerade deswegen doch nicht so
schlecht, dass sich durchsetzen. (Am Ende 9-7)
Interessanter Nebenaspekt: Die
Cincinatti Bengals. Ich tippe, dass sie die Ravens am letzten
Spieltag besiegen, und somit an Siegen mit Steelers und Ravens
gleichziehen, aber am Ende trotzdem nicht in die Playoffs kommen.
Aufgrund der Niederlage gegen die Steelers. Schon schade, aber wie in
den Jahren zuvor: ein guter Record hilft in der engen AFC North
wenig, wenn man nicht die direkten Duelle gewinnt. Und auch die Jets
schrammen nach einer grottigen Saison mit einem von mir gewagt-vorhergesagten 9-7-Record
haarscharf an den Playoffs vorbei. Und das ist auch gut so!
In den Playoffs würden dann Matches der
Ravens @ Foxborough warten und die Steelers müssen sich Andrew Luck
and Company erwehren. Auch nicht schlecht. (und wenn wir ganz weit
schauen: Ein Sieg der Patriots auf ihrem #3-Spot würde zu einem
Spiel gegen die Broncos führen. Holy Cow: Brady vs Manning in den
Playoffs. Blockbuster!!! :)
Mit welcher Kraft er rennt, wie er aus den Cuts explodiert und wie
schwer sich Gegenspieler tun ihn zu Boden zu bringen und das 11 Monate nach
seiner schweren Knieverletzung ist schier unglaublich. Minnesota Vikings
Running Back Adrian Peterson ist zurück und nicht wenige behaupten, er ist besser als er je war. In den elf Spielen der Vikings ist er insgesamt schon über 1200 Yards gerannt. Fast 200 Yards mehr als seinen drei Verfolger Arian Foster (1064), Marshwan Lynch (1051) und Doug Martin (1050). Doch trotz der überragenden
Leistung des besten Running Backs der Liga konnten die Minnesota Viking ihren
Liga-Rivalen, die Chicago Bears, nicht bezwingen.
NFL-MVP: Adrian Peterson – „All Day“
Peterson verletzt sich im Dezember 2011 im Spiel gegen die Washington
Redskins am Knie, wird operiert und feiert Silvester im Krankenhaus. Nach der Reha meldet er sich pünktlich zum
Trainingcamp und läuft in seinem ersten Spiel nach der Verletzung für 84 Yards und 2 Touchdowns. Kein anderer Running Back kam je so gestärkt aus einer
Verletzungspause. Rashard Mendenhall von den Pittsburgh Steelers ist Anfang
diesen Monats nach seiner Knieverletzung wieder zurückgekehrt, zog sich aber
eine andere Verletzung zu und pausiert wieder. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass Running Backs nach einer Pause, Zeit brauchen, um sich wieder an
das Spiel zu gewöhnen. Nicht Adrian Peterson, der von seinem Vater den
Spitznamen „All Day“ bekam, weil er nie müde wurde. Das zeigte sich auch bei
dem Spiel gegen die Bears. Nach dem er ein first-down holt, scheint er mit
Sieben-Meilen-Stiefeln zurück zum Huddle zu laufen, als ob er seiner Mannschaft
sagen will: „Gibt mir den Ball“. Sie haben nicht auf ihn gehört. In der ersten
Halbzeit zeichnete sich bereits ein Sieg der Bears ab, weil Peterson viel zu weinig
den Ball bekam und der QB Christian Ponder nicht einmal simple Pässe verwandeln konnte. Die Vikings blieben eindimensional.
Game-MVP: Jay Cutler
Jay Cutler, Quaterback von den Chicago Bears, war das absolute
Gegenteil von Christian Ponder. Nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich im Spiel gegen die Houston Texans vor zwei Wochen zugezogen hatte, kam er
hochmotiviert zurück. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels läuft Cutler zum
linken Spielfeldrand für 5 Yards. Vikings Cornerback A. J. Jefferson will
Cutler zu Boden reißen, mit einem stiff-arm
wehrt der QB den Tackle ab. Auch in der restlichen Spielzeit bekommen die
Zuschauer Cutler in seiner besten Form zu sehen. Er bedient seine Receiver auf
engstem Raum und verwandelt 23 von 31 Versuchen für insgesamt 188 Yards. Viel
interessanter als der deutliche Sieg scheint der Presse die weiterhin problematische
Beziehung zwischen Cutler und seinem Offensiv-Koordinator Mike Tice zu sein. Schon
mal entstand Aufregung, weil Cutler vor laufenden Kameras einem Gespräch mit
Tice ausgewichen ist. Auch an diesem Sonntag kam es zu Missverständnissen.
Cutler gefiel der angesagte Spielzug nicht, schimpfte und musste schließlich
ein Timeout nehmen. Ebenso wurde aus
dem Streit zwischen Cutler und seinem Left Tackle J’Marcus Webb eine
Staatskrise stilisiert. Im Spiel gegen die Green Bay Packers schrie er Webb an,
weil dieser einen Sack zuließ. Wenn Peyton Manning seine Line anweist, dann
wird das als Führungsqualität ausgeschrieben. Wenn Cutler seine Line anweist,
dann wird seine Härte angezweifelt.
An diesem Sonntag band Cutler seinem Lineman auf dem Feld den Schuh zu.
Eine nette und symbolische Geste. Der Kniefall des Spielführers vor seinem
Beschützer. Genauso wie den alltäglichen Streitigkeiten und Missverständnissen,
die ein jeder Mensch bei der Arbeit erlebt, wenig beigemessen wird, genauso sollte
die Presse auch den Streitigkeiten und Missverständnissen in der Chicagoer
Offensiv Abteilung wenig beimessen. Trotz einiger Verletzungen sind die Bears
die Favoriten auf dem Weg zu den Playoffs.
Tom Brady
gegen Peyton Manning: Das Spiel der wohl besten Quaterbacks gewinnen die New
England Patriots am gestrigen Sonntag 31 zu 21. Nach einer mäßigen ersten Halbzeit
aus Denver’s Sicht, lagen die Patriots bereits 31 zu 7 vorn. In der zweiten
Halbzeit konnte Denver wieder an Boden gewinnen, doch zwei entscheidende Fehler
verhinderten ein filmreifes Comeback. Runningback Willis McGahee lies den
sicher geglaubten Pass beim vierten Versuch und einem Yard knapp 10 Minuten vor
dem Abpfiff wieder aus den Händen gleiten und fumbelte sechs Minuten später, 10
Yards vor New Englands Endzone. Besonders die zwei Fehler und Denvers uneffektive
Lauf-Verteidigung führten zu dem verdienten Sieg. In der Pressekonferenz nach
dem Spiel sprach das Team aus Massachusetts mit ehrlichem Respekt über die
Leistung der Broncos. Wenn Peyton Manning spielt, so beispielsweise Vince
Wilfork, dann ist das Spiel nie vorbei. „Egal mit wie vielen Punkten man führt.“
Broncos: Noch kein Playoff-Kaliber
Denver
konnte nur ab und an mit sehr guten Leistungen aufblitzen. Im Gesamten sind sie
noch nicht gut und noch nicht konstant genug um gegen die besten Mannschaften
zu gewinnen, das zeigen die Niederlagen gegen die Patriots, die Texans und die
Falcons. Den potentiellen Playoff-Kalibern ist das Team von denRocky Mountains noch nicht
gewachsen. Auch wenn in den kommenden Spielen neun Siege liegen können (in San
Diego, gegen New Orleans, in Carolina, gegen San Diego, in Kansas City, gegen
Tampa Bay, in Oakland, gegen Cleveland und gegen Kansas City) sehen die Broncos
noch nicht aus wie ein Team das in den Playoffs mithalten kann.
Patriots: Vielseitigkeit der
Offensiv-Kräfte
Stimmung
und Potential sind dagegen bei den Patriots außergewöhnlich gut. Selten gibt
es Unstimmigkeiten auf dem Feld und Spieler und Trainer scheinen bester Laune
zu sein. Die no-huddle offense, von
Brady wie von Manning gern benutzt, perfektionieren die Patriots. Brady
diktieren die Aufstellung der Verteidiger, denn er gibt den ihnen keine
Möglichkeit Spieler auszuwechseln. Das erfordert jedoch eine athletische Offensive-Line.
Der Deutsche Sebastian Vollmer und first-round-pick
Nate Solder sind dafür Paradebeispiele. Mit dieser gut aufgestellten O-Line können die
Patriots verschiedene Lauf- und Pass-Spielzüge anwenden ohne Personal zu
wechseln und den Gegner somit in Bedrängnis bringen. Besonders die Vielseitigkeit
der Offensiv-Kräfte machte Denver dabei zu schaffen. Mit Tight End Rob
Gronkowski, Wide Receiver Wes Welker und den Runningbacks Stevan Ridley und
Danny Woodhead entstehen verschiedenste Möglichkeiten und mismatches, die Offensiv-Koordinator Josh McDaniels ausnutzt.
Patriots: Besser als letztes Jahr?
Das Spiel
gegen die Broncos zeigt deutlich, dass die Patriots nach den Anfangsschwierigkeiten der Saison besser
aufgestellt sind als bei ihrem letztjährigem Lauf zu Superbowl. In der
Offensive konnten alle Spieler gehalten werden und die Verteidigung, 2011 noch zweitschlechteste
der gesamten Liga, wurde durch Draft und Free Agency maßgeblich aufgewertet.
Mit dem Sieg gegen die Denver Broncos untermauern die New England Patriots
ihren Anspruch dieses Jahr wieder um den Einzug ins Finale mitzukämpfen.