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Sonntag, 24. August 2014

5 NFL-Teams, die es nicht in die Playoffs schaffen


Gute Quarterbacks sind rar. Kein Wunder, dass alle Teams unserer Top-5-Listen, keinen soliden Quarterback haben.

„Die NFL ist eine Liga, die vom Quarterback beherrscht wird. Wenn du ihn nicht hast, dann viel Glück, jemand anders zu finden,“ brachte der Sportjournalist Mike Florio von ProFootballTalk es auf den Punkt. Die Vertragsverlängerung von Andy Dalton, Quarterback bei den Cincinnati Bengals, bei der Dalton bis zu 115 Millionen Dollar verdienen kann, brachte Florio zu dieser Äußerung. Nicht Wenige sind der Meinung, dass die Bengals viel zu viel für Dalton bezahlt haben. Doch Florio, so wie auch dieser Blog, denkt, dass Dalton immer noch besser ist, als die Meisten seiner Konkurrenten.

Gute Quarterbacks sind rar. Wer einen hat, tut gut daran ihn zu halten, denn meistens entscheiden die Werfer über das Erreichen der Playoffs. Kein Wunder, dass alle Teams unsere Top-5-Liste, keinen soliden Quarterback haben.

1. Buffalo Bills
Die Bills hoffen, dass sie ihre offensive Wunderwaffe in Sammy Watkins gefunden haben. Mit dem vierten Pick im diesjährigen Draft haben sie sich den schnellen und agilen WR von den Clemson Tigers gesichert. Doch so gut Watkins auch ist, er kann sich die Pässe nicht selber zu werfen. Und weil die Bills Star-Receiver Steve Johnson den San Francisco 49ers überlassen haben, hat Watkins auch keine Unterstützung auf der anderen Seite des Feldes. QB EJ Manuel ist noch zu jung und wirft noch zu ungenau, als das er die Bills nach fünfzehnjähriger Abstinenz wieder in die Playoffs bringen wird.
Playoff-Wahrscheinlichkeit: 5%



2. St. Louis Rams
Sam Bradford hatte wegen einer Verletzung letztes Jahr nur sieben Spiele absolviert. Im gestrigen Preseason-Spiel gegen die Browns hat sich der erste Pick von 2010 erneut am Bein verletzt. Keine gute Voraussetzung für die Rams, die in der Verteidigung unglaublich stark sind aber in der Offensive wenig Furcht einflößend spielen.
Playoff-Wahrscheinlichkeit: 5%

3. Houston Texans
Star-Receiver Andre Johnson  war zu Recht wütend. Der siebenmalige Pro Bowler war verstimmt, weil sein Team weder einen guten Quarterback gedraftet oder auf dem Transfermarkt gekauft hatte. Ryan Fitzpatrick, der neue Werfer von den Texans, konnte bei den Bills schon nicht überzeugen und die Tennessee Titans wollte Fitzpatrick selbst als Ersatzwerfer nicht im Team haben. Warum soll sich das jetzt geändert haben? Nur die Defense mit J.J. Watt und Jadeveon Clowney hat Playoff-Kaliber.
Playoff-Wahrscheinlichkeit: 25%


4. Oakland Raiders
Was für die Texans gilt, gilt auch für die Raiders. Matt Schaub, der neue Werfer von den Raiders, konnte bei den Texans  schon nicht überzeugen. Warum soll sich das jetzt geändert haben? Die Einkäufe dieses Sommers, die ein Journalist als Pro Bowl Team von 2010 bezeichnete, was zynisch gemeint war, aber dennoch die Problematik von alternden Spielern auf den Punkt bringt, wird den Abwärtstrend nicht abwenden können.
Playoff-Wahrscheinlichkeit: 15%

5. Jacksonville Jaguars
Gus Bradley, der 2013 von den Seattle Seahawks kam, hat die richtigen Spieler nach Jacksonville, Florida geholt. Die D-Line mit den Super Bowl Gewinner Chris Clemons und Red Bryant haben im Preseaon-Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers Zerstörung verbreitet. Das lässt hoffen. Blake Bortles, der dritte Pick des diesjährigen Drafts, hat viel Potential, was ebenfalls Grund zur Hoffnung gibt. Doch alles in allem ist das zu wenig, um in die Playoffs zu kommen.
Playoff-Wahrscheinlichkeit: 20%


Was meint ihr? Wer wird es dieses Jahr wieder nicht schaffen?

Sonntag, 5. Januar 2014

Wild-Card-Wochenende beginnt mit epischem Comeback-Sieg von Indianapolis gegen Kansas City

Wenn amerikanische Sportmoderatoren gegen Ende eines Spiels „You can’t make this up, folks“ ins Mikrofon brüllen und anfangen zu lachen, dann scheint das Spiel ein wahrlich verrücktes gewesen zu sein. In der Tat geht das Wild-Card-Playoffs-Spiel der Kansas City Chiefs gegen die Indianapolis Colts wohl in die Geschichtsbücher ein und ein junger Star baut weiter an seiner Legendenbildung. Doch der Reihe nach.

Chiefs überragend in Halbzeit eins
Die Kansas City Chiefs gingen als Außenseiter in die Partie in Indianapolis, gegen das Team, gegen das sie erst vor ein paar Wochen noch verloren hatten und welches mit 3 Siegen Schwung für die Playoffs aufgebaut hatte. Davon war aber in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Die Chiefs dominierten das Spiel. Ein starker spielbeginnender Drive endete nach 7 Minuten und 82 Yards in der Endzone und das obwohl Star-RB Jamaal Charles verletzt vom Platz musste. Die Colts antworteten zwar ihrerseits mit einem beeindruckenden Drive, in dem aber schon deutlich wurde, dass sie nur mit einem Spieler das Spiel gewinnen konnten: QB Andrew Luck. Nicht nur wegen seiner Klasse, sondern weil ihr Laufspiel quasi nicht vorhanden war. Der 7-7 Ausgleich war nur eine Momentaufnahme. 2 lange Pässe von Chiefs-QB Alex Smith brachten die nächsten Punkte für Kansas City, welches seit Joe Montana auf einen Playoff-Sieg warteten. Nach einem Fumble von RB Trent Richardson bei seinem ersten Laufspielzug und einem nächsten Touchdown der Chiefs, sah das schon mal nicht schlecht aus. Alex Smith spielte fantastisch auf, wirkte sicher und oft sogar sehr mutig mit seinen Würfen, z.B. einigen „shuffle“-Pässen. Zudem nutze Coach Andy Reid oft die Lauffähigkeiten seines QBs und setzte auf Options-Spielzüge, welche die Colts-Defensive das ganze Spiel über nicht in die Griff bekamen. Und die Defensive der Chiefs dominierten nicht nur die „Line of Scrimmage“, und übte immer wieder Druck auf Andrew Luck aus, nein, die führten dann auch zu entscheidenden Ballverlusten. Ein wiederum sehr langer, gut designter Drive der Chiefs gegen Ende der ersten Halbzeit mit einem Touchdown am Ende, brachte schon fast die Vorentscheidung: mit 31-10 ging es in die Pause.

Comeback für die Geschichtsbücher
Und es wurde noch besser für Kansas City, und schlechter für Luck und Indianapolis. Erster Versuch in der zweiten Halbzeit, erster Pass: Interception und die Chiefs mit einem folgenden TD durch einen kurzen Pass auf RB Knile Davis, der für  Jamaal Charles die Hauptrolle im Laufspiel der Chiefs übernommen hatte und schon im letzten Saisonspiel 2 TDs erlief. 38-10. Das Spiel war damit quasi beendet.
Doch dann folgte die Wiederauferstehung der Colts. Angeführt von Luck, der sich nun umringt von mehreren Chiefs-Verteidigern immer besser bewegte und WR T.Y. Hilton stellte ein Touchdown schnell wieder den Anschluss her. Das Momemtum wandte sich. Und mit einem Sack und Fumble verursacht von Star-Verteidger Robert Mathis an Alex Smith folgten wiederum Punkte für die Colts. Nur noch 38-24.
Kansas City wirkte verunsichert, vor allem auch wegen einigen verletzungsbedingten Ausfällen, welche sich nun immer mehr häuften: Brandon Flowers als bester Cornerback musste verletzt raus, ebenso wie vorher  RB Charles und WR Avery (jeweils mit Gehirnerschütterung). Sollte hier tatsächlich noch eine Wende eingeleitet werden?
Eine gute Verteidigungsleistung stoppte zumindest schon mal die Chiefs Offensive und brachte Luck wieder in Position. Doch dieser warf abermals einen schlechten Pass, dieses Mal auf T.Y.Hilton, welcher den Ball nicht richtig fangen konnte und Chiefs-CB Abdullah den Ball an sich riss – die dritte Interception von Luck. Die Folgen hielten sich in Grenzen, da die Chiefs nur ein FG draus machten. Trotzdem ein fataler Ballverlust in diesem Moment des Spiels.

Andrew Luck der Matchwinner
Doch Andrew Luck wollte das Spiel jetzt unbedingt drehen: Er improvisierte einige Würfe und trimmte das Tempo der Playcalls nochmals deutlich nach oben. Ein schneller TD zu TE Fleener machte es 41-31 und keine Punkte beim nächsten Kansas City-Drive machten weiterhin Hoffnung. Und die Offensive um Andrew Luck war nun nicht mehr stoppen. Luck bewegte sich in der „pocket“ immer wieder großartig, kreierte Spielzüge und lief sogar selber. Dann fumbelte jedoch RB Brown kurz vor der Endzone, der Ball fiel Luck vor die Füße, nahm ihn geistesgegenwärtig auf und er streckte sich damit in die Endzone. 41-38. „You can’t make up this, folks…” kommentierte Mike Mayock, Ober-Analyst bei NFL Network. Wenn das Wort “Momentum” jemals eine Bedeutung, dann in diesem Spiel.
Doch die Chiefs – trotz einer weiteren Verletzung, dieses Mal vom so wichtigen RB Knile Davis – brachten weiter einen erstaunlichen Drive zusammen. Eigentlich ein Play-Calling-Alptraum mit so vielen Optionen nicht mehr vorhanden. Erstaunlich, welche Spieler von der Bank auf einmal wichtige Würfe fingen. Ein Field Goal zur 6 Punkte Führung war die Belohnung. Andrew Luck brauchte nun schon (mal wieder) einen Game Winning Touchdown Drive. 4 Spielzüge  und ein 64-Yard-Touchdown-Pass später war esgeschehen. T.Y.Hilton lief sich frei und Luck warf einen wunderbaren Pass, der im Touchdown endete. Unfassbar.

Chiefs am Ende ohne Glück (und Spieler)
Doch das Spiel war noch nicht zu Ende, 4 Minuten noch zu spiele und nur 1 Punkt Rückstand. Kommen die Chiefs noch mal zurück? Zwei Spielzüge später waren sie jedenfalls schon in der Hälfte der Colts. Doch ein Intentional Grounding des unter Druck geratenen Alex Smith zwang sie wieder zurück. Es musste ein vierter Versuch und 11 Yards her. Doch ein Pass von Smith zu WR Dwayne Bowe kann dieser nur mit einem halben Schritt im Aus fangen. Das Spiel war zu Ende und eines des größten Comebacks in der Geschichte der NFL perfekt.



So begann also das WILD-Card-Wochenende… - verrückter ging es kaum.
Den Colts muss man hoch anrechnen, weiter an sich geglaubt zu haben. Sie zogen ihr Spiel weiter durch und zerstörten nahezu die Passverteidigung der Chiefs. Spielen sie diesbezüglich weiter so explosiv, dürften sie für jeden Gegner eine Gefahr sein. Und mit Andrew Luck haben sie wirklich immer eine Chance zu gewinnen. Dass die Verteidigung gerade gegen die verletzungsfreien Chiefs in der ersten Halbzeit ziemlich hilflos aussah, dürfte aber zu denken geben. Tom Brady und Peyton Manning werden ähnlich Lücken bestimmt ebenso ausnutzen.

Die Chiefs müssen diese Niederlage erst einmal verdauen. Ihnen gingen am Ende schlicht die Puste bzw. die Spieler aus. So viele Verletzte innerhalb eines so wichtigen Spiels gab es wohl noch nie. Ganz scheiterten sie an ihrem ersten wichtigen Sieg in dieser Saison, 1 Punkt fehlte am Ende.

Aber hey, danke für dieses Spiel.

ms

Dienstag, 31. Dezember 2013

Packers siegen in Chicago - NFC North Titel beschert Re-match gegen 49ers

Allen Green Bay Packers Fans steht wahrscheinlich heute noch das Lächeln ins Gesicht geschrieben: Ein Sieg gegen den Erz-Rivalen aus Chicago am Sonntag und der damit verbundene Einzug in die Playoffs der NFL - die Saison der Packers hatte doch noch irgendwie seine positive Wendung gefunden.
Und es hätte tatsächlich nicht besser gescripted werden können: Letzter Spieltag, "season on the line" für beide Teams bzw. Siegen und in die Playoffs einziehen oder mit hängenden Köpfen nach Hause fahren. und dann auch noch das Comeback vom ehemaligen MVP-QB Aaron Rodgers, nach mehrwöchiger Pause aufgrund eines gebrochene Schlüsselbeines - zugezogen im Spiel gegen... na klar, die Chicago Bears.
Schon vor dem Spiel waren Packer-Fans elektrisiert ob dieser lang ersehnten Rückkehr... 

Rodgers anfänglich unsicher
Und der Star-QB und Heilsbringer Rodgers zeigte auch gleich, warum er so wichtig für das Spiel der Packers ist, die trotz seiner Abwesenheit einer der zehn-besten Offensiven der Liga aufwiesen. Doch Rodgers macht einfach jedes Team noch besser. Gleich den ersten Drive führte er in die Redzone, wo er jedoch unnötigerweise eine Interception warf, weil er Chicagos Safety Chris Conte schlicht übersah. Menschliche Züge, die aber nicht stark ins Gewicht fielen: Die viel gescholtene Defensive der Packers hielt das ein und andere Mal die starken Receiver und RB Matt Forte der Bears in Schach. Nur einmal gelang es den Bears einen Drive zu Stande zu bekommen, der in einem Touchdown von Matt Forte mündete. 7:0 für Chicago. Die restlichen Punkte der ersten Halbzeit erzielte dann nur noch die Packers und das obwohl Rodgers noch ein zweite Interception warf. Die kurioseste Szene spielte sich kurz vor der Halbzeit ab, als "ARod" zum Wurf ausholte, Julius Peppers ihn am Arm erwischte und der Ball mehr oder weniger durch die Gegend flog bzw. eierte. Erst sah es wie ein ungültiger Wurfversuch aus, doch kein Schiedsrichter pfiff und unterbrach das Spiel. Rodgers und WR Jarret Boykin begriffen nur allmählich die Situation, während die gesamte Packers-Seitenlinie schrie, sie sollten den Ball vom Boden nehmen und loslaufen. Tat Boykin auch und rannte in die Endzone. Touchdown. Verdutzte Bears mussten sich erklären lassen, dass der verunglückte Wurf ein regulärer Fumble war und somit das Ei ein "life ball", der von jedem wieder aufgenommen werde konnte. So kann es kommen. Die Packers führten und bauten diese noch mit einem Field Goal aus, 7 zu 13.

Chicago in zweiten Hälfte mit Vorteilen und Matt Forte
Die Bears hätten mit keinem schlechteren Momentum in die Halbzeit gehen können und nun hatten die Packers auch noch gleich Ballbesitz. Doch dieser endete schnell wieder: Nach 2 Versuchen callte Coach Mike McCarthy bei 3rd und 1 Yard ein kurzes Passspiel, der nicht gelang. Es folgte ein genialer Moment von Devon Hester, 5 Läufe von Matt Forte und schon war die 14 zu 13 Führung hergestellt. Warum Coach McCarthy bei so wenigen Yards nicht auf seine gut aufspielenden Running Backs Eddy Lacy und James Starks setzte, konnte man nicht so richtig nachvollziehen. Diese beiden leiteten aber gleich die Antwort der Packers ein - 14Yard-Lauf von Lacy und 41 Yard von Starks - und Rodgers fand ebenfalls-Rückkehrer Randall Cobb für einen Touchdown. Führung Packers, doch an einem Abend mit insgesamt 6 Führungswechseln nicht viel wert. Ein Big-Play auf einen der gefährlichen Receiver der Bears - Alshon Jeffrey - später und die Bears machten einen TD zur erneuten 1-Punkte-Führung. Es hätte kaum spannender sein können.

"Drive of the Week" bringt Packers in die Playoffs
Die Bears übernahmen nun immer mehr das Kommando und gerade Matt Forte überlief die Packers Defensive quasi - am Ende hatte er 110-Lauf-Yards und 47-Pass-Yards auf seinem Konto. Und als dann auch noch Brandon Marschall einen Pass QB Jay Cutler in der Endzone fing, wurde es eng für die Packers. Doch hier zeigte sich nun die Zuversicht, welche die Packers mit Aaron Rodgers als Quarterback auszeichnet: Sie vertrauten auf seine Qualitäten: Pässe von 34, 12 und 22 Yards und ein Lauf von Eddy Lacy verkürzten schnell den Rückstand und mit einem starken Stop der Defensive, musste der letzte Drive entscheiden, ob es die Packers doch noch in die Playoffs schaffen. LB Mike Neal zitterte dabei die ganze Zeit an der Außenlinie, sagte sich selbst aber immer wieder: "We've got 12" - gemeint #12 - ARod. Dreimal mussten die Packers den 4. Versuch ausspielen - für zweimal 1 und ein letztes Mal für 8 Yard. Die Spieler überredeten Coach McCarthy alles auf eine Karte zu setzen. Bei 4th&8 und die Playoffs auf dem Spiel blitzten die Bears, Rodgers konnte aber - durch einen Block von John Kuhn - entkommen und sah den weit enteilten Randall Cobb der Endzone entgegenlaufen - perfekter Pass, Fang und Touchdown.
Die restlichen 30 Sekunden reichten dann nicht mehr für die Bears, die Hail Mary wurde abgefangen und die Packers dürfen sich nun auf ein Heimspiel am kommenden Sonntag freuen. Was ein Spiel.



Rodgers gibt Packers auch Chance gegen die 49ers
Als Gegner im legendären Lambeau Field (bei voraussichtlich minus 15 Grad) warten nun die San Francisco 49ers - ein Playoff Re-match also vom letzten Jahr, nur dieses Mal im kühlen Wisconsin. Sicherlich wird das ein Faktor sein, welchen die 49ers berücksichtigen müssen, trotzdem gehen sie als Favoriten ins Spiel. Sie sind das derzeit "hotteste" Team der NFL, haben 11 ihrer letzten 13 Spiele gewonnen und kommen mit einigen wieder genesenden Spielern langsam richtig in Fahrt.
Doch auch die Packers glauben nun an sich und "confidence" ist manchmal alles. Nach einer Saison mit vielen Veränderungen und Verletzungen, sind sie mit Rodgers schwer auszurechnen. Die letzten Wochen haben sie für alle Eventualitäten gestärkt, meint auch Coach McCarthy. Mit ihrem starken Laufspiel (siebt-bestes der Liga) und einem MVP-QB können sie gegen jedes Team der Liga Punkte erzielen. Die Defensive wird - gerade nach dem Ausfall von Clay Matthews - entscheidend sein, aber auch hier hat die Secondary immerhin in den letzten Wochen einige Ballgewinne verzeichnen können. Diese sind in jedem Fall nötig. Ob das dann ausreicht, ist zwar zu bezweifeln, aber Drehbuch-Regisseure hätten es nicht besser schreiben können: Führt Aaron Rodgers die Packers auch noch zu einem Sieg gegen Colin Kaepernick und Co, dann wird alles möglich. Steve Mariucci - ehemals Coach der 49ers und QB-Coach bei den Packers - meinte am Sonntag noch vor dem Spiel, dass es schlicht nur sehr wenige Spieler gibt, die den Unterschied ausmachen können, die Schwächen des eigenen Teams "maskieren" können - z.B. Brady, Manning, Rodgers. mal sehen, ob es #12 am Sonntag wieder gelingt...




ms

Dienstag, 15. Januar 2013

Divisional Playoff Sunday: Falcons retten sich zum ersten Postseason-Sieg und Brady spielt wie Brady

Wenn sich eine Mannschaft in die Elite-Teams der Liga einreihen will, dann benötigt es manchmal einfach ein Statement-Game, ein Spiel also, welches ihre Härte und Klasse zementiert, um wirklich als legitim mit den Großen Jungs zu spielen. Sonntag bot genau 2 solcher Spiele, ein Ausrufezeichen setzte jedoch nur eine Mannschaft.

Atlanta mit gewohnt-souveränem Spiel
Oft wurde diese Saison drüber geschrieben - auch auf unserem Blog -, ob die Atlanta Falcons wirklich ernst zunehmen sind, den Superbowl zu erreichen oder nicht? Die beste Mannschaft der NFC überzeugte auch dieses Jahr wieder in der regulären Saison, aber ohne Playoff-Sieg in den letzten drei Auftritten, bekamen sie nie ein richtiges Standing. Es sah so aus, als ob sie dies Sonntag bereinigen wollten: Atlanta legte gegen die gute Seahawks Defensive los wie die Feuerwehr: WR Julio Jones und WR Roddy White ließen sich nicht von den physischen Cornerbacks der Seahawks beeindrucken und sogar der lange Zeit kaum überzeugende RB Michael Turner erwachte förmlich aus seinem Tiefschlaf. Seattle wirkte wie gegen die Redskins letzte Woche überrollt und erstmal bemüht im Spiel anzukommen!: Zur Halbzeit stand es 0:20 und zu Buche standen ein Fumble von RB Marshawn Lynch in möglicher Field-Goal-Reichweite, ein misslungener 4.Versuch kurz vor der Endzone und verpasste Punkte, als ohne Auszeiten die Zeit in der Halbzeit auslief. Seattle schien mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein, oder vielleicht doch zu unerfahren für das große Ganze.

Atlanta wehrt Wahnsinns-Comeback der Seahawks ab
Atlanta hingegen spielte seinen Stiefel runter. Selbst der erste Touchdown der Seahawks folgte ein fast 8 Minuten langer Drive, der mit 7 Punkte endete. Gerade bei dritten Versuchen war immer wieder TE Tony Gonzalez zur Stelle, der in 16 Jahren nicht ein Playoff-Spiel gewonnen hatte - unfassbar. Doch irgendwie wurden die Falcons dann irgendwie zu sicher und unterschätzte ein wenig die Seahawks. Coach Pete Carroll musste in der Halbzeit das wieder runterholen, nicht in Eile zu geraten und auf die Chance zu warten. und die kam: QB Russell Wilson kreierte unzählige schöne Pässe und Scrambles, die Defense interceptedte Matt Ryan und stoppte die Falcons zweimal relativ schnell nach je 3 Versuchen. Nach 2 Touchdowns der Offensive, folgte ein entscheidender Drive im vierten Viertel, den RB Marshawn Lynch dann 30 Sekunden vor Schluß zur 28-27-Führung umwandelte - noch nie gab es solch ein Comeback durch ein Team in der Post-Season.
Alles wie immer für die Falcons - in den großen Spielen versagen sie halt. Denkste: 2 starke Pässe von Matt Ryan und ein 49-Yard Field Goal von Matt Bryant und der Sieg ging dann doch nach Atlanta. Den Zweiflern also bewiesen, dass man in der Crunch-Time doch die Nerven bewahrt. Mit solch einem Sieg im Rücken, dürften die Falcons vor Selbstvertrauen nur so strotzen, endlich den Bock umgestoßen und nun warten die 49ers. WOW, was ein Spiel.

(und ich denke, wir brauchen uns um die Seahawks keine Gedanken machen. Sie werden es verkraften und mit diesem jungen Team - das zweitjüngste der Liga - wird zu rechnen sein in den nächsten Jahren. the future looks bright... im Staate Washington!)  


Championship-Team und -QB gegen Wannabe's
Auch die Houston Texans wollten endlich mal beweisen, dass sie ihre gute reguläre Saison auch mal in den Playoffs fortführen könnten. Die Bengals letzte Woche waren nur leichte Kost, nun wartete das Team-to-beat: Dauer-Playoff-Favorit New England Patriots. Doch schon anfänglich hatte man irgendwie das Gefühl: das wird hier eh nichts. Da fehlt den Texans einfach was... so eine art Kaltblütigkeit... man könnte es auch Tom Brady nennen!
Houston legte gut los: der überragende Kick-Returner Daniel Manning brachte sie gleich zu Beginn und auch sonst immer in gute Feldposition. Doch 12 Yards  konnten nicht zum TD genutzt werden, nur ein FG zur frühen Führung. Dann zwar 2 erzwungene Punts durch JJ Watt und die Defense, aber wieder nichts. QB Matt Schaub wirkte nervös und ungenau: WR Andre Johnson wurde in der Endzone verfehlt und bei einem wichtigem 3.Versuch Arian Foster zu ungenau angespielt - 4 von 15 dritten Versuchen konnten sie das ganze Spiel nur verwerten. Früh war klar: wenn man solche Chancen nicht nutzt, dann schlägt Tom Brady eiskalt zu. TE Rob Gronkowski und RB Danny Woodhead fielen zwar früh verletzt aus, aber das störte ihn nicht wirklich. Immer wieder WR Wes Welker, TE Aaron Hernandez, kurze Pässe und ein erstaunlich gutes Laufspiel spulten die Patriots-Offense ab wie sonst was. Die Texans hatten kaum was entgegen zu setzen. Schnell hieß es 17:3 und es erinnerte an das Spiel vor einem Monat, welches die Patriots ebenfalls dominierten.
Ein wieder guter Kick-Return von Manning, ein Touchdown von Foster und ein Drive zum Field Goal zum 17:13 zur Halbzeit brachte noch ein wenig Leben in die Bude, aber schon der erste Drive im 3.Viertel brachte wieder einen Touchdown für die Pats - die Texans-D unfähig einen wichtigen Stopp hinzukriegen.
Eine Interception von Schaub und ein nicht-geschaffter 4.Versuch der Texans wurden dann Patriots-typisch sofort bestraft: 38:13 zu Beginn des 4.Viertels und das Spiel war quasi gelaufen. Bemerkenswert übrigens die drei Touchdown von RB/WR Shane Vereen, der zum Vollstrecker vom Dienst avancierte.
Der Einsatz der Texans nach dem 38:13 war jedoch immerhin ehrenwert. Sie kämpften, zeigten Ehrgeiz und spielten aggressives Angriffsspiel, kamen sogar auf 38:28 heran. Dann lief ihnen aber die Zeit davon, und einen wichtigen on-side-kick konnten sie nur knapp nicht erobern. Endstand: 41:28 für die Patriots.

Der Unterschied: Tom Brady
In diesem Spiel merkte man wieder einmal, wie entscheidend das Spiel der Quarterbacks ist – gerade in den entscheidenden Spielen der Playoffs. Schaub ist zwar gut, aber groß(-artig) ist er nicht! Während kleine Ungenauigkeiten in der Regular-Season vielleicht nicht so auffallen, in den Playoffs und gegen die besten Teams der Liga aber schon. Das merkte man und der Unterschied zu Brady war erheblich. - Nichts gegen Matt Schaub. Er machte auch erstklassige Pässe  aber Elite ist das noch nicht. Da machten Matt Ryan (und auch Joe Flacco) stärkere Ausrufezeichen.
Brady warf für 3 TDs und 344 Yards und hätte wahrscheinlich auch Bill Belichick sicheren Raumgewinn zu werfen können. und nächste Woche kommt es zum immer wieder berauschenden Aufeinandertreffen zwischen ihm und Ray Lewis. Zum letzten Mal. oh, was ein Fest!


ms

Freitag, 4. Januar 2013

Wild-Card-Samstag: AP auch in den Playoffs erfolgreich und schaffen die Texans die Wende?

In den letzten 6 Spielzeiten kamen 5 der SuperBowl-Sieger aus der Wildcard-Teams. Die Statistik dürfte genug Argument sein, wie wichtig das Erreichen dieser Wildcard-Runde für viele Mannschaften ist, und auch, wie viel Fahrt man in dieser Runde aufnehmen kann, um die Top-gesetzten Teams von ihrem Thron zu stoßen.
In der letzten Woche der regulären Spielzeit wurden die noch vakanten Plätze in der Wild-Card-Runde vergeben. Den umkämpften #6-Seed in der NFC ergatterten sich die Minnesota Vikings, die damit die Green Bay Packers noch von ihrem #2-Seed stießen und es nun am Samstag abend zu einem Re-Match genau dieses Spiels kommt - dieses mal jedoch im kalten Green Bay. brrr

Adrian Peterson nah dran am Rekord und nicht zu stoppen von den Packers
Es war schon ein unfassbares Spiel in Woche 17 der NFL: Adrian Peterson von den Vikings benötigte noch 208 Yards gegen die Packers, um den Rekord der meist-erlaufenden Yards in einer Saison zu brechen. Am Ende hatte er 199Yards erlaufen! 9 Yards fehlten ihm zum Rekord, und das obwohl alle Welt wusste, dass die Vikings hauptsächlich ihm dem Ball geben würden. Der Rekord war Peterson zum Ende des Spiels aber wohl nicht mehr so wichtig, denn in erster Linie zählte der Sieg gegen die Packers und damit der sichere Einzug in die Playoffs. und das gelang auch: 37:34 hieß es zum Schluss und mit 4 Siegen in Serie haben es sich die Vikings wahrlich verdient. Die Siege der Bears oder Giants kümmerten sie dann wenig.
Die Packers hingegen war das alles nicht so egal. Für sie ging es auch noch um etwas, nämlich den #2-Seed in der NFC und damit eine Woche mehr Pause, bevor es dann in die Playoffs geht. Gerade in der ersten Halbzeit zeigte jedoch die Mannschaft aus Green Bay kaum ihr gefährliches Offensiv-Spiel, lag 10-20 zur Halbzeit zurück, und konnte auch in der zweiten Halbzeit Adrian Peterson einfach nicht unter Kontrolle bringen. Immer wieder schlechte Tacklings gegen den Running Back, dazu noch kostspielige Strafen gegen die Pass-Defensive und dann reichte am Ende ein aufdrehender Aaron Rodgers (vor allem mit seinem wieder gesundem WR Gregg Jennings) nicht mehr, das Blatt zu wenden. Die Vikings hatten zuletzt den Ball und sicherten sich mit einem Field Goal den so wichtigen Sieg.

Kann Christian Ponder auch in den Playoffs überzeugen?
Was bei dem Spiel im Metrodome in Minnesota auffiel, war aber nicht nur die Laufoffensive der Vikings, a.k.a. AP, sondern auch das solide Passspiel von QB Christian Ponder - im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Saison. Er leistete sich keine Fehler und brachte ein ums andere Mal wichtige Pässe an den Mann - wichtig gegen eine Defensive, die sich nahezu ausschließlich auf die Lauf-Verteidigung konzentriert. 3 Touchdown-Pässe waren es am Ende und nun dürfen sich die Packers für das Re-Match im Lambeau Field Gedanken machen, wie sie gleichzeitig Ponder und Peterson verteidigen wollen. Klar, das kalte Wetter in Green Bay (gerade im Gegensatz zum überdachtem Metrodome) wird von den Werfern mehr abverlangen und sicherlich wird sich Packers Defensiv-Gehirn (Koordinator) Dom Capers wieder einiges einfallen lassen, um die Offensive der Vikings zu stoppen. Neben einem besseren Tackling gegen AP, wird dabei auch die Gesundung von Charles Woodson eine erhebliche Rolle spielen. So vielseitig und erfahren wie er ist niemand in der Packers Verteidigung - er könnte einige Löcher stopfen und ist immer für eine Interception gut. Besonders ist zudem - das merkte auch Coach Leslie Frazer der Vikings an - dass Woodson diese Saison noch nicht im Aufgebot gegen Minnesota gestanden hat und so schwer ausrechenbar sein wird.

Auch beim Tacklen von Peterson wird Woodson eine wichtige Rolle zukommen. AP erlief in beiden Spielen diese Saison gegen Green Bay mehr als 400 Yards, die Packers verfehlten dabei 10 Tackles gegen ihn und selbst ein zusätzlicher Lauf-verteidiger half jedes Mal nicht viel - stopping AP is the key. Wenn er am Samstag ähnlich gut drauf sist, dann müssen - wie Gregg Jennings betonte - die Packers schon einen "A-Game" haben, um die Vikings zu schlagen.

Mein Tipp jedoch ist, dass sie das schaffen und souverän gewinnen und dann in der Heimat von ARod die 49ers zum Duell bitten werden.




Bengals vs. Texans: Houston gewaltig unter Druck
Irgendwie ist es schon erstaunlich. Die ganze Saison führen die Houston Texans die AFC an, spielen eine überragende Defensive, JJ Watt ist Kandidat für die Defensiv-MVP und RB Arian Foster hält die Offensive der Texaner am Laufen. Kombiniert mit QB Matt Schaub und WR Andre Johnson ein allgemein sehr gefährlicher Angriff. Doch auf den letzten Metern geht ihnen irgendwie die Puste aus. 3 der letzten 4 Spiele haben sie verloren, obwohl ein weiterer Sieg ihnen den #1-Seed gesichert hätte. Es scheint fast so, dass gegnerische Teams nicht mehr so viel Erfurcht aufbringen oder die Texans durchschaut haben. Oder war die Motivation am Ende nicht mehr da?
In jedem Fall stehen die Texans nun vor einer bedeutsamen Aufgabe: Durch ihre Niederlage gegen die Indianapolis Colts im letzten regulären Saisonspiel, rutschte das Team aus Houston noch auf den #3-Seed der AFC und muss nun in der WildCard-Runde ran - ausgerechnet gegen die Cincinnati Bengals, die 4 ihrer letzten 5 Spiele für sich entscheiden konnten, unter anderem so wichtige Siege wie gegen die Steelers.

Re-Match der letztjährigen Wild-Card-Begegnung
Interessanterweise ist das Spiel die Neuauflage aus dem letzten Jahr, in dem die Texans, angeführt von Arian Foster die Oberhand behielten. Doch seit dem ist viel passiert und nun stehen sich die Teams unter ganz anderen Vorzeichen gegenüber. Die Serien der beiden sind gegenläufig und die Texans werden es schwer haben, die Kurve ausgerechnet in den Playoffs wieder zu bekommen. Wichtigstes Problem der  Texans ist ihre Offensive. Arian Foster ist nicht mehr so explosiv wie üblich und vor allen Dingen QB Matt Schaub schwächelt derzeit: nur 1 TD-Pass in den letzten 4 Spielen sprechen Bände. Auch gegen Indianapolis am letzten Sonntag merkte man diese Verunsicherung: Mitte der ersten Halbzeit: Texans im Angriff, angedeutetes Laufspiel, Schaub bootleg nach rechts, sein anvisierter Receiver hat weiten Vorsprung zu seinem Gegenspieler und nichts als grüner Rasen vor sich. Was macht Schaub: wirft den Pass zu kurz und wird intercepted. Die Colts kriegen den Ball und machen einen Touchdown. Sowas kann passieren, aber in der derzeitigen Situation der Texans nahezu schon sinnbildlich, gerade für den Zustand der Houston Offense und dessen Taktgeber. Auffallen tut, wie Schaub immer in den entscheidenden Spielen schwächelt: die letzten beiden Spiele ging es um alles: kein TD. und jetzt kommt auch noch eine der besten Verteidigungen der Liga zum Re-Match ins Haus! Das wird brandgefährlich.

Duell der Defenses
Es wird sicherlich ein sehr von der Verteidigung geprägtes Spiel werden. Die Houston Offense stockt, hat aber selbst eine starke Defensivreihe, die Bengals-QB Andy Dalton erheblich unter Druck setzen wird. Im letzten Jahr warf er 3 Interception, in diesem Jahr wirkt er jedoch reifer und überlegter. Das wird er auch brauchen, genauso wie ein gut aufgelegten WR AJ Green. 
Wichtig wird aber die Performance der Cincinnati Defensive sein. Sie stellt eine der 5 besten Verteidigungen der Liga und hat schon mehrmals bewiesen, wie sie nicht nur verteidigen, sondern auch punkten kann. Gegen einen verunsicherten Matt Schaub wird sie darauf abzielen.
Viele Experten tippen zwar auf die Texans, aber Geheimtipp sind die Bengals schon lange nicht mehr. 
Meine Prediction: Die Texans berappeln sich trotzdem und ziehen sicher in die nächste Runde ein.



ms

Samstag, 29. Dezember 2012

Der letzte Spieltag und die Frage der Wachablösungen?

Bold-Predictions für die letzten Spiele, große Vorhersagen, welche Teams gerade „heiß“ sind oder noch werden...: alles nicht mehr so wichtig, wenn es am Sonntag zu den letzten wichtigen Spielen der regulären NFL-Saison kommt. Es wird ernst.
Einige Teams haben sich schon vor Weihnachten aus dem Playoff-Rennen katapultiert und müssen jetzt zugucken. Allen Voran: Die Pittsburgh Steelers. Von mir nicht für möglich gehalten, aber tatsächlich konnten sie am Sonntag im eigenen Heinz Field nicht gegen die Divisions-Rivalen aus Cincinnati gewinnen. Trotz keinem Offensiv-Touchdown der Bengals und Ballverlusten, schafften es die Steelers nicht, das Ruder ihrer Saison-Fahrt nochmal rumzureißen. Die Defensive der Bengals schrieb die Geschichte dieses jungen Cincinnati-Teams, mit zwei Interception, die letzte nur Sekunden vor Ende des Spiels, die das Sieg-bringende Field Goal bereitete. Am Ende hieß es 13-10 und die Wachablösung scheint perfekt. 
Die Steelers gewinnen nicht mehr die engen Spiele (5 Saison-Niederlagen mit 3 Punkten oder weniger), Big Ben ist nicht mehr der „Clutch“-Quarterback wie zu alten Zeiten – ein deutliches „Shame!“ für seine Interception nur Sekunden vor der Verlängerung - , das Running Game ist irgendwie auch nicht existent und die Defense kann auch nicht alle Fehler und Ballverluste der Offense rausholen.
Die Bengals hingegen haben in den letzten 7 Spielen im Schnitt nur 11 Punkte erlaubt, zeigten auch am Sonntag, wie viel Druck sie auf gegnerische QBs ausüben können und mit solch einer Verteidigung im Rücken, reichen auch ein paar einzelne gute Spielzüge von QB Andy Dalton und WR AJ Green allemal aus. Gleich folgend auf die Interception der Defense Sekunden vor Schluss sorgten die beiden Star-Spieler mit einem sehenswerten Pass für 20 Yards Raumgewinn und bereiteten das Field Goal zum Sieg vor. Klasse. Dass die Defense mehr Punkte als die Offense der Bengals machte, ist dabei eher zweitrangig: AJ Green sagt selbst über seine Verteidigung: „If we put up some points, they're going to hold them.“ Da wächst ein junges, und defensiv-starkes Team heran, welches den alt-eingesessenen Top-Spots in der AFC North in Frage stellen kann – mit dieser Defensive allemal. Die Steelers wurden nun schon besiegt, am Wochenende warten die Baltimore Ravens, die zwar am Sonntag die Giants zurechtwiesen, aber immer noch erhebliche Fragezeichen produzieren. Zum Glück für die Ravens haben sie schon den AFC North-Titel sicher, Cincinnati wird mit dem 6.Playoff-Platz in die Post-Season gehen, so wie im letzten Jahr. Back-to-back Playoff-Teilnahmen der Bengals sind schon echt beachtlich, in den Wild-Card-Spielen gegen wahrscheinlich die New England Patriots wird es sicherlich nicht leichter, aber das Team ist auf einem guten Weg und warum sollen sie nicht schon dieses Jahr auch den großen Tom Brady zu Fall bringen?

Verspielen die Texans noch den #1-Spot?
Ansonsten ist in der AFC schon vieles entschieden. Nur um die Plätze geht es noch. Die Texans könnten mit einer Niederlage gegen die schon qualifizierten Colts am Sonntag sogar noch ihre Erst-Runden-Freizeit aufs Spiel setzen. Die Vikings zeigten dem #1-Spot-Team der AFC deutlich die Grenzen auf und mit einer weiteren Niederlage und erwartbaren Siegen von Denver (vs. Kansas City) und New England (vs. Miami), würden die Texaner auf den #3-Spot zurückfallen und gegen die Bengals antreten. Na ganz was tolles. Die lange Zeit recht überzeugenden Texans taumeln ein wenig in die Playoffs – demgegenüber machen sich die Denver Broncos um Peyton Manning auf, Top-Favorit auf den Titel zu werden, von den Texans redet derzeit kaum noch jemand...



NFC: Das große Hauen und Stechen um die restlichen Plätze
Die New York Giants haben noch Chancen auf die Playoffs! Ja, richtig gehört. Mathematisch ist so einiges möglich, glauben tut wahrscheinlich keiner mehr dran, aber das ist ja eine andere Frage...
Und die Chicago Bears feuern die Green Bay Packers an, dass diese am letzten Spieltag die Minnesota Vikings schlagen... oh man, die finale Woche vor den Playoffs treibt schon seine Blüten.
Aber zum Punkt. Oder zur Story. Auch in der NFC hab ich das Gefühl, eine gewisse Wachablösung steht bevor:
Junge Teams stürmen ins Playoff-Bewerber-Feld und haben gute Chancen, hineinzustoßen: Die Redskins sind grad richtig gut drauf, die Seattle Seahawks schießen derzeit nahezu jedes Team aus dem Stadion und die Minnesota Vikings werden auf Adrian Petersons Rücken überallhin getragen. Am Wochenende siegten die Vikings gegen die Texans und die Seahawks demontierten die San Francisco 49ers. Das sind mal Ansagen, wenn man in die Playoffs will.

Die Seahawks mit einem Ausrufezeichen an die NFC-Konkurrenz
150 Punkte in den letzten 3 Spielen! Das muss man erstmal schaffen. Die Seattle Seahawks führen das gerade vor und zählen mit diesem Lauf zu den interessantesten Teams für die Playoffs, laut ESPN sind sie "heißer als heiß". Maßgeblich daran beteiligt ist Rookie-QB Russell Wilson, der am Sonntag gegen die 49ers ziemlich überragend agierte. Immer wieder entwischte er Verteidigern und ist außerhalb der „Poket“ genauso sicher und akkurat mit seinen Pässen. Auch wenn die Seahawks nur als Wild-Card-Team in die Playoffs ziehen werden, werden sie bei diesem Lauf der letzten Spiele nicht wütend darüber sein.
Wer da auf sie wartet, ist noch weit offen! Die Seahawks werden – ein eigener Sieg gegen St.Louis und ein Sieg der 49ers gegen die Arizona Cardinals vorausgesetzt – auf dem #5-Playoff-Spot bleiben. Der Rest muss noch entscheiden werden - heiß sind sie allemal und streiten sich um den #1-HOT-Spot mit den Packers...



Schaffen es die Vikings gegen die Packers?
Neben dem Ultimativ-Playoff-Spiel der Redskins gegen die Cowboys, ist ein weiteres Spiel entscheidend für die Playoff-Plätze in der NFC: Die Vikings können zu Hause gegen die Packers mit einem Sieg ihre erste Playoff-Teilnahme nach 2009 perfekt machen. Ein Sieg und die Rivalen aus Chicago ziehen den kürzeren. Doch die Packers wollen ebenfalls ihren #2-Spot und die Erst-Runden-freie Zeit genießen und werden sich wohl kaum schonen. Ein richtiges Endspiel also, denn mit einer Niederlage der Vikings müssten gleich 3 Teams ebenso verlieren, um dem Team aus Minnesota noch den letzten NFC-Playoff-Platz zu bescheren. Die Bears würden am besten von diesem Sieg der Packers profitieren und in die Playoffs gehievt – vorausgesetzt ein eigener Sieg gegen die Detroit Lions. Die Experten sind sich nicht so recht einig: die meisten tippen auf die Bears als #6-Team, doch alle würden es dem heißen MVP-Kandidaten Adrian Peterson gönnen – wahrscheinlich sogar viele Packers-Fans - , die 2000 Yards zu schaffen und vielleicht auch die Ur-Rekord von Eric Dickerson zu brechen. Die benötigten mehr als 200 Yards sind aber wahrscheinlich auch nötig, um gegen Noch-MVP Aaron Rodgers und seine Packers zu bestehen. 
wow, was eine Spannung. Crunch Time, baby :)

ms

Montag, 17. Dezember 2012

Kampf um AFC-Playoff-Plätze seit gestern noch spannender

Nach den Playoff-Team-Predictions fürdie NFC, ist nun auch die AFC dran und naja, so schnell kann es gehen in der NFL: ein Wochenende und die Überlegungen sind schon wieder voll über den Haufen geworfen!
Letzte Woche dachte ich noch so, dass es eigentlich 3 große Fragezeichen gibt, wie es am Ende in der AFC ausgehen wird (und ich deshalb auch etwas zurückgeschreckt bin, vor wilden Vorhersagen): Die Cincinnati Bengals, die Pittsburgh Steelers und die Baltimore Ravens. Alle irgendwie schwer einzuschätzen: Bengals in den letzten Jahren immer wieder gute Leistungen in der Regulären Saison, aber wenns dann an die großen Brocken ging – sprich: Ravens + Steelers – , dann versagten sie so ein wenig. Doch genau diese beiden Rivalen sind die nächsten Gegner und gerade mächtig am Wanken, was sich gestern nochmal gezeigt hat.

Steelers verlieren in Overtime und setzen ihre Saison aufs Spiel
Eigentlich ist es doch fast immer das gleiche mit den Steelers, jedenfalls war es in den letzten Jahren so: Oft nicht sehr überzeugend, aber wenns drauf ankommt, sind QB Big Ben Roethlisberger und die Steelers Defense zur Stelle und fahren die wichtigen Siege ein. Auch diese Saison zeigte das Team aus Pittsburgh gegen schwächere Gegner zum Teil grottige Leistungen (gefühlte 10 Ballverluste gegen die Browns nur als Beispiel), doch als geneigter Zuseher denkt man sich: ok, aber gegen die Cowboys gewinnen sie dann bestimmt wieder souverän. Nichts wars. Die Cowboys – ebenfalls noch in Frage für die Playoffs – zeigten eine klasse Leistung und siegten zu Hause in der Verlängerung gegen der Steelers, die damit auf einen Record von 7-7 fallen, 3 der letzten 4 Spiele verloren haben und nun ernsthaft bangen müssen, in die Playoffs zu kommen. Ausgerechnet Big Ben wurde in der Verlängerung intercepted, trotz einer vorher guten Leistung. Nun haben selbst die Jets... ja, die Jets... wieder Chancen, wenn sie alle restlichen Spiele gewinnen. In den Playoffs stehen derzeit nämlich die Cincinnati Bengals, die am Donnerstag wenig ansehnlich, aber immerhin gegen die Philadelphia Eagles gewonnen haben.

Showdown in Pittsburgh
Nun treffen genau nächste Woche diese beiden Teams aufeinander: Bengals vs. Steelers. Die Steelers müssen gewinnen, um von den Siegen her gleichzuziehen und den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Am letzten Spieltag warten dann noch die Browns und auf die Bengals werden die Ravens losgelassen.
Diese schwächeln zwar auch und sind in der Division nur noch ein Sieg vor den Bengals, aber natürlich in einer weitaus besseren Ausgangsposition und nach der Niederlage der Steelers sicher in den Playoffs. Wer sich aber gestern das Spiel gegen die Denver Broncos angesehen hat (ich zumindest bis ins 3.Viertel) wird sich ganz schön Sorgen machen um die Ravens. Buhrufe gegen QB Flacco, der kurz vor Ende der ersten Halbzeit vor der Endzone eine fatale Interception wirft und für ein 0-17 für die Broncos sorgt. Hoffnungslos unterlegen waren die Ravens gegen die Peyton-Manning-Broncos und nun folgen Spiele gegen die Giants, die unerwartet von den Falcons aus dem Stadion geschossen wurden und nun auch Siege einfahren müssen, und am letzten Spieltag dann bei den Bengals. Na, das wird ein Spaß.

Trotz alledem..., wage ich die Vorhersage: Wer kommt in die AFC-Playoffs?

#1-Team: Houston Texans
Gestern mit einem souveränen Sieg gegen die Indianapolis Colts und damit 12-2-Siegen. Nun mit Spielen gegen die Vikings und nochmal gegen die Colts, von dem sie mindestens ein Spiel gewinnen werden, um noch vor den Broncos zu bleiben. (Am Ende: 13-3)

#2-Team: Denver Broncos
Peyton Manning! - Schon allein das dürfte alles sagen. Immer wieder beeindruckend, wie er Regie führt und die Offense der Broncos auf Touren bringt: eindeutiger MVP-Kandidat! und dann noch eine Defensive, die immer stärker wird und mit Von Miller ebenfalls einen MVP-Kandidat aufzuweisen hat. 9 Siege in Folge und nun kommen die Browns und Chiefs nach Denver gereist.. hehe, das wird ein Spaß und zwei sichere Siege. und mit Glück werden die Texans auch noch abgefangen. (Am Ende 13-3)

#3-Team: New England Patriots
Gestern gegen die 49ers nach längerer Zeit mal wieder verloren, aber vielleicht war das ein wichtiger Gradmesser, wie es in den Playoffs dann noch besser laufen könnte: Vor allen Dingen weniger Ballverluste wären nicht verkehrt... naja und GRONK kommt auch wieder zurück. Die Jaguars und Dolphins werden kein Problem sein. Die Erstrunden-Freizeit ist seit gestern wohl futsch, was wohl am meisten schmerzen wird. Aber die Patriots sind weiterhin ein gefährlicher Gegner. Superbowl-Favorit? Seit gestern bin ich mir da nicht mehr so sicher... (Am Ende: 12-4)



#4-Team: Pittsburgh Steelers
Trotz ihrer Niederlage gegen die Cowboys zeigten sie eine verbesserte Leistung gegenüber letzter Woche, Big Ben ist wieder voll einsatzfähig und die Defense wird in den entscheidenden Spielen wieder zeigen, was sie können: Gegen die Bengals wird es knapp reichen und das letzte Spiel daheim gegen die Browns dann auch kein Problem mehr. Und sogar die Ravens werden noch überholt, aber dazu gleich mehr. (Am Ende 9-7)

#5-Team: Indianapolis Colts
Die Colts sind zurück. Und mit Rookie-QB Andrew Luck recht sicher in den Playoffs. Ein Sieg brauchen sie noch und nächste Woche geht’s nach Kansas City. Das dürfte genügen und am letzten Spieltag gibt’s noch einen richtigen Fight um die Plätze gegen die Texans. Dieses Team kann auch das schaffen und wird mit seiner Leidenschaft und Comeback-Potential auch in den Playoffs gefährlich sein. Trotz besserer Bilanz sind sie nur zweiter in der Division und müssen den Steelers auf Rang 4 den Vortritt lassen. (Am Ende 11-5)

#6-Team: Die Baltimore Ravens
Ich mag diesen Spot nicht und hätte dort lieber die Bengals gesehen, aber selbst meine vorhergesagten 2 Niederlagen den Ravens bewirken nicht, dass sie aus den Playoffs fliegen. Die Ravens wirken derzeit einfach überhaupt nicht auf der Höhe und ich würde ihnen eigentlich wünschen, dass sie nicht in die Post-Season kommen, um endlich Joe Flacco den Laufpass zu geben. Naja, so kommen sie weiter und wir erleben wieder mal Ray Lewis vs. Tom Brady... - na ok, vielleicht gerade deswegen doch nicht so schlecht, dass sich durchsetzen. (Am Ende 9-7)




Interessanter Nebenaspekt: Die Cincinatti Bengals. Ich tippe, dass sie die Ravens am letzten Spieltag besiegen, und somit an Siegen mit Steelers und Ravens gleichziehen, aber am Ende trotzdem nicht in die Playoffs kommen. Aufgrund der Niederlage gegen die Steelers. Schon schade, aber wie in den Jahren zuvor: ein guter Record hilft in der engen AFC North wenig, wenn man nicht die direkten Duelle gewinnt. Und auch die Jets schrammen nach einer grottigen Saison mit einem von mir gewagt-vorhergesagten 9-7-Record haarscharf an den Playoffs vorbei. Und das ist auch gut so!

In den Playoffs würden dann Matches der Ravens @ Foxborough warten und die Steelers müssen sich Andrew Luck and Company erwehren. Auch nicht schlecht. (und wenn wir ganz weit schauen: Ein Sieg der Patriots auf ihrem #3-Spot würde zu einem Spiel gegen die Broncos führen. Holy Cow: Brady vs Manning in den Playoffs. Blockbuster!!! :)

ms