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Donnerstag, 4. September 2014

5 Spieler, die 2014 ihr großes Comeback feiern werden

In kaum einem anderen Sport geht es so oft um „Geschichten“, welche den Ausgang eines Spiels oder einer Saison ändern – um „Momentum“, um Ansprachen, oder um Spieler, die ganze Teams zu unerwarteten Erfolgen führen. Immer wieder schreiben Comebacks die Geschichte von Teams, manchmal der ganzen Liga neu. Wer hätte z.B. gedacht, dass Peyton Manning nach einem Jahr Auszeit und mehreren Nacken-OPs wieder so überragend zurückkommt, wie er es nicht nur in der letzten Saison gezeigt hat...Grund genug für uns einen Blick auf mögliche Kandidaten zu werfen, die 2014 ähnliches leisten können – unsere 5 Comeback-Player der Saison (bzw. die, die es sein wollen)

Rob Gronkowski
Mensch, was haben den guten alten "GRONK" im letzten Jahr vermisst. Mehrere Verletzungen plagten den ehemals Über-TightEnd während der letzten Saison und auch die 2014er Vorbereitung lief alles andere als geplant. Am Sonntag wird er wahrscheinlich spielen können, was der Patriots Offensive auch wahrlich helfen wird. Schon letztes Jahr mit 4 Touchdowns in 7 Spielen, zeigte er wie wichtig er für das Offensivspiel um QB Tom Brady ist. Nicht nur "Tom terrific" wird sich freuen, auch andere sehen ihn als einer der Spieler, die 2014 wieder entscheidend zurückkommen werden. Schließen wir uns an.
Chancen als Comeback-Player 2014: 75%.


Reggie Wayne
Man könnte hier jetzt auch andere Wide Receiver stehen haben, die letztes Jahr angeschlagen oder verletzt waren, wir bleiben aber Old School und heben den 35-jährigen Indianapolis Colts WR Reggie Wayne hervor. Als dienstältester Receiver für QB Andrew Luck Offensive war er die letzten eine Bank. Immer eine sichere Anspielstation und der "Go-to-Guy" vom jungen QB, sowie ein Mentor für die jungen Receiver um ihn herum.
Einfach ein sympathischer Typ und auch in 2014 weiterhin sehr wichtig, hoffentlich bleibt er gesund.
Chancen als Comeback-Player 2014: 50%

RG3
Dieser Name musste hier stehen und war Ausgangspunkt für die Fragestellung: Wie kommt RG3 nach einer Grottensaison 2013 wieder zurück zu alter Form, welche die Redskins 2012 in die Playoffs geführt hatte?
Ehrlich gesagt: ich habe keine Ahnung! Das Hick-Hack um sein Aussetzen der letzten Spiele im Dezember, die Diskussion um sein Verhältnis mit dem entlassenen Coach Mike Shanahan, der Umgang mit Medien wirkten schon sehr bizarr. Es wirkte so, als denke hier ein hochgehypter Jungspieler, er wisse genau, was richtig ist und niemand sonst. Das Image muss man erstmal wegkriegen... - Die Pre-Season 2014 gab das jedenfalls nicht her. Es sah einfach schrecklich aus. Kein einzigen Touchdown warf RG3, stattdessen bekleckerte er sich nicht mal beim "Sliden" mit Ruhm. Die Fragezeichen sind eher größer geworden, ob er wirklich das Zeug dazu hat, ein richtig guter QB zu werden. Wie man da auf die Idee kommt, RG3 sei wieder der alte - keine Ahnung. Einige meinen, er habe nur 1-2 Optionen, die er nehmen will - wenn nicht, läuft er einfach los. Dass dies nicht gut für seine Gesundheit ist, musste er in den letzten Jahren bereits lernen. Die neuen Wide Receiver, allen voran DeSean Jackson werden ihm helfen, die richtigen Entscheidungen muss er treffen.
Chancen als Comeback-Player 2014: (leider) 10%

Percy Harvin
Ja, Percy Harvin. Wie oft wurde schon gesagt, dass dieser Typ einfach ein richtig guter Wide Receiver ist - ja wenn er denn nur gesund bleiben könnte... Gleiches gilt auch wieder für 2014. Anzeichen, was er drauf hat, gabs in den Playoffs und dem Titelgewinn der Seahawks zu sehen. Ohne Golden Tate, wird Harvin 2014 mehr Bälle bekommen als letztes Jahr und auch die Kicks wird er zurück bringen. Beängstigend für die meisten.
Bleibt er gesund, klar ein möglicher "Ausraster" unter den Wide Receivern in diesem Jahr.
Chancen als Comeback-Player 2014: 70%

Aaron Rodgers
Man könnte jetzt sagen: Auch andere Spieler waren im letzten Jahr zwischenzeitlich mal verletzt, kehrten wieder zurück und zeigten dabei schon wie wichtig sie sind..., aber kein Spieler ist wie Aaron Rodgers! Und bei Rodgers geht es auch weniger darum, nur zurück zu kommen, sondern zurück an die Spitze der Liga zu kommen.!
Der Star-QB der Green Bay Packers fehlte seinem Team knapp die Hälfte der Saison. Green Bay versuchte es in dieser Zeit mit 4 Starting-QBs und allesamt verspielten so gut wie jede Playoffchance. Doch am Ende reichte ein Sieg am letzten Spieltag gegen die Bears - natürlich war da "A-Rod" wieder Herr im Haus. Trotzdem folgte in den Playoffs eine erneute Niederlage gegen die 49ers, welche Rodgers wohl immer noch wurmt, einige Abgänge bei den Wide Receivern folgte, und wohl nicht zu unterschätzen: Rodgers wurde bei der 2014er NFL-TOP100-Players Liste von seinen Kollegen nur an Platz 11 gewählt. Ein Affront und wie einige schrieben "großen Fehler", denn Rodgers wird diese Nicht-Würdigung als Motivation nutzen, um alle eines besseren zu belehren. Unser Tipp: Rodgers geht auf eine "You better f***ing remember me"-Tour und führt die Packers in den Superbowl.
Chancen als Comeback-Player 2014: 95%

Andere Vorschläge? Lasst sie uns wissen!

ms

Dienstag, 31. Dezember 2013

Packers siegen in Chicago - NFC North Titel beschert Re-match gegen 49ers

Allen Green Bay Packers Fans steht wahrscheinlich heute noch das Lächeln ins Gesicht geschrieben: Ein Sieg gegen den Erz-Rivalen aus Chicago am Sonntag und der damit verbundene Einzug in die Playoffs der NFL - die Saison der Packers hatte doch noch irgendwie seine positive Wendung gefunden.
Und es hätte tatsächlich nicht besser gescripted werden können: Letzter Spieltag, "season on the line" für beide Teams bzw. Siegen und in die Playoffs einziehen oder mit hängenden Köpfen nach Hause fahren. und dann auch noch das Comeback vom ehemaligen MVP-QB Aaron Rodgers, nach mehrwöchiger Pause aufgrund eines gebrochene Schlüsselbeines - zugezogen im Spiel gegen... na klar, die Chicago Bears.
Schon vor dem Spiel waren Packer-Fans elektrisiert ob dieser lang ersehnten Rückkehr... 

Rodgers anfänglich unsicher
Und der Star-QB und Heilsbringer Rodgers zeigte auch gleich, warum er so wichtig für das Spiel der Packers ist, die trotz seiner Abwesenheit einer der zehn-besten Offensiven der Liga aufwiesen. Doch Rodgers macht einfach jedes Team noch besser. Gleich den ersten Drive führte er in die Redzone, wo er jedoch unnötigerweise eine Interception warf, weil er Chicagos Safety Chris Conte schlicht übersah. Menschliche Züge, die aber nicht stark ins Gewicht fielen: Die viel gescholtene Defensive der Packers hielt das ein und andere Mal die starken Receiver und RB Matt Forte der Bears in Schach. Nur einmal gelang es den Bears einen Drive zu Stande zu bekommen, der in einem Touchdown von Matt Forte mündete. 7:0 für Chicago. Die restlichen Punkte der ersten Halbzeit erzielte dann nur noch die Packers und das obwohl Rodgers noch ein zweite Interception warf. Die kurioseste Szene spielte sich kurz vor der Halbzeit ab, als "ARod" zum Wurf ausholte, Julius Peppers ihn am Arm erwischte und der Ball mehr oder weniger durch die Gegend flog bzw. eierte. Erst sah es wie ein ungültiger Wurfversuch aus, doch kein Schiedsrichter pfiff und unterbrach das Spiel. Rodgers und WR Jarret Boykin begriffen nur allmählich die Situation, während die gesamte Packers-Seitenlinie schrie, sie sollten den Ball vom Boden nehmen und loslaufen. Tat Boykin auch und rannte in die Endzone. Touchdown. Verdutzte Bears mussten sich erklären lassen, dass der verunglückte Wurf ein regulärer Fumble war und somit das Ei ein "life ball", der von jedem wieder aufgenommen werde konnte. So kann es kommen. Die Packers führten und bauten diese noch mit einem Field Goal aus, 7 zu 13.

Chicago in zweiten Hälfte mit Vorteilen und Matt Forte
Die Bears hätten mit keinem schlechteren Momentum in die Halbzeit gehen können und nun hatten die Packers auch noch gleich Ballbesitz. Doch dieser endete schnell wieder: Nach 2 Versuchen callte Coach Mike McCarthy bei 3rd und 1 Yard ein kurzes Passspiel, der nicht gelang. Es folgte ein genialer Moment von Devon Hester, 5 Läufe von Matt Forte und schon war die 14 zu 13 Führung hergestellt. Warum Coach McCarthy bei so wenigen Yards nicht auf seine gut aufspielenden Running Backs Eddy Lacy und James Starks setzte, konnte man nicht so richtig nachvollziehen. Diese beiden leiteten aber gleich die Antwort der Packers ein - 14Yard-Lauf von Lacy und 41 Yard von Starks - und Rodgers fand ebenfalls-Rückkehrer Randall Cobb für einen Touchdown. Führung Packers, doch an einem Abend mit insgesamt 6 Führungswechseln nicht viel wert. Ein Big-Play auf einen der gefährlichen Receiver der Bears - Alshon Jeffrey - später und die Bears machten einen TD zur erneuten 1-Punkte-Führung. Es hätte kaum spannender sein können.

"Drive of the Week" bringt Packers in die Playoffs
Die Bears übernahmen nun immer mehr das Kommando und gerade Matt Forte überlief die Packers Defensive quasi - am Ende hatte er 110-Lauf-Yards und 47-Pass-Yards auf seinem Konto. Und als dann auch noch Brandon Marschall einen Pass QB Jay Cutler in der Endzone fing, wurde es eng für die Packers. Doch hier zeigte sich nun die Zuversicht, welche die Packers mit Aaron Rodgers als Quarterback auszeichnet: Sie vertrauten auf seine Qualitäten: Pässe von 34, 12 und 22 Yards und ein Lauf von Eddy Lacy verkürzten schnell den Rückstand und mit einem starken Stop der Defensive, musste der letzte Drive entscheiden, ob es die Packers doch noch in die Playoffs schaffen. LB Mike Neal zitterte dabei die ganze Zeit an der Außenlinie, sagte sich selbst aber immer wieder: "We've got 12" - gemeint #12 - ARod. Dreimal mussten die Packers den 4. Versuch ausspielen - für zweimal 1 und ein letztes Mal für 8 Yard. Die Spieler überredeten Coach McCarthy alles auf eine Karte zu setzen. Bei 4th&8 und die Playoffs auf dem Spiel blitzten die Bears, Rodgers konnte aber - durch einen Block von John Kuhn - entkommen und sah den weit enteilten Randall Cobb der Endzone entgegenlaufen - perfekter Pass, Fang und Touchdown.
Die restlichen 30 Sekunden reichten dann nicht mehr für die Bears, die Hail Mary wurde abgefangen und die Packers dürfen sich nun auf ein Heimspiel am kommenden Sonntag freuen. Was ein Spiel.



Rodgers gibt Packers auch Chance gegen die 49ers
Als Gegner im legendären Lambeau Field (bei voraussichtlich minus 15 Grad) warten nun die San Francisco 49ers - ein Playoff Re-match also vom letzten Jahr, nur dieses Mal im kühlen Wisconsin. Sicherlich wird das ein Faktor sein, welchen die 49ers berücksichtigen müssen, trotzdem gehen sie als Favoriten ins Spiel. Sie sind das derzeit "hotteste" Team der NFL, haben 11 ihrer letzten 13 Spiele gewonnen und kommen mit einigen wieder genesenden Spielern langsam richtig in Fahrt.
Doch auch die Packers glauben nun an sich und "confidence" ist manchmal alles. Nach einer Saison mit vielen Veränderungen und Verletzungen, sind sie mit Rodgers schwer auszurechnen. Die letzten Wochen haben sie für alle Eventualitäten gestärkt, meint auch Coach McCarthy. Mit ihrem starken Laufspiel (siebt-bestes der Liga) und einem MVP-QB können sie gegen jedes Team der Liga Punkte erzielen. Die Defensive wird - gerade nach dem Ausfall von Clay Matthews - entscheidend sein, aber auch hier hat die Secondary immerhin in den letzten Wochen einige Ballgewinne verzeichnen können. Diese sind in jedem Fall nötig. Ob das dann ausreicht, ist zwar zu bezweifeln, aber Drehbuch-Regisseure hätten es nicht besser schreiben können: Führt Aaron Rodgers die Packers auch noch zu einem Sieg gegen Colin Kaepernick und Co, dann wird alles möglich. Steve Mariucci - ehemals Coach der 49ers und QB-Coach bei den Packers - meinte am Sonntag noch vor dem Spiel, dass es schlicht nur sehr wenige Spieler gibt, die den Unterschied ausmachen können, die Schwächen des eigenen Teams "maskieren" können - z.B. Brady, Manning, Rodgers. mal sehen, ob es #12 am Sonntag wieder gelingt...




ms

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Dominante Vorstellung in Minnesota - Packers mit Running-Game Geheimfavorit?

Vieles könnte man am letzten Spieltag der NFL diskutieren. Das Temperament von Dez Bryant, schon wieder ein Comeback-Win von Tom Brady, das Marschieren der jeweiligen Conference-Favorites Seahawks, 49ers, Saints, Broncos und Chiefs. Doch die haben mich alle nicht so wirklich interessiert. Ein Team fliegt immer noch irgendwie unter dem Radar: die Green Bay Packers.

Dominierende Packers
Das Spiel am Sonntag gegen die Vikings war ein Parade-Beispiel, wie dominant man Football-spielen kann. So stark habe ich bisher kaum ein Team gesehen. Minnesota – und das obwohl zu Hause spielend – hatte nicht den Hauch einer Chance.
Manchmal drücken es gewisse Zahlen doch am besten aus: Von 60 Minuten Spielzeit hatten die Packers 40 Minuten den Ball und während des gesamten Spiels haben sie nicht ein einziges Mal gepuntet. Effizienz, wohin das Auge reicht! Dass sie am Ende mit einer komfortablen Führung sogar noch zwei Touchdowns herschenkten, hat eigentlich nur kosmetischen Wert. Und hier lügt man nicht mit Statistik, denn das Endergebnis von 44:31 drückt das noch nicht mal genau aus: Das Spiel war noch einseitiger!
Der Kick-Off-Return-Touchdown der Vikings zum Start des Spiels war nahezu die einzige nennenswerte Aktion der Heimmannschaft in der ersten drei Vierteln des Spiels! Danach schlossen die Packers einen 90-Yard-7,5Minuten- und einen 82-Yard, 8,5Minuten-Drive jeweils mit Punkten ab. Jordy Nelson mit einem 76-Yard-Catch-and-Run-Touchdown und ein Punt-Return-TD des Rookies Micah Hyde sorgten für 24 Punkte zu Halbzeit für die „Cheese-Heads“ aus Wisconsin.
Die Vikings konnten kurz vor der Pause zwar noch einen Touchdown von Adrian Peterson bejubeln, den Drive am Leben hielt jedoch eine Pass-Interference-Strafe, die selbst Vikings-Fans als großzügig betiteln würden. Dass der vorherige Drive der Vikings auch durch eine dumme Strafe eines Packers am Leben erhalten wurde, erwähnen wir mal erst gar nicht. Jeweils wäre es ein 3-and-out und die Vikings noch weniger auf dem Platz gewesen.

Zweite Halbzeit, gleiches Spiel
Und das Schlimme war: Es ging so weiter. Die Packers legten gleich nach der Pause einen sage und schreibe fast-9-Minuten-Drive hin, an dessen Ende Rookie-RB Eddy Lacy das Ei nur noch ein Yard in die Endzone hämmern musste. Doch damit nicht genug: Ein schnelles 3-and-out für die Vikings und zack war es der andere Running Back der Packers (James Starks), der zu Beginn des vierten Viertels die Führung auf 38:14 ausbaute. Das Spiel war so gut wie zu Ende.
Dass die Packers dann wiederum die Vikings nach 3 Versuchen und 3 Yards auf die Bank schickten und ihrerseits wieder bis zu 1-Yard-Linie marschierten, kann eigentlich nur noch als Macht-Demonstration gedeutet werden. Wohlwollend wurde dann 2 Gänge zurückgeschaltet, um die Vikings auch noch ein wenig spielen zu lassen.

Laufen und zur Not wirft ein MVP
Die Kommentatoren des Spiels waren zu dieser Zeit bereits voll des Lobes und wussten gar nicht, bei wem sie anfangen sollten: Lacy, Starks, Defense, Rodgers, Nelson. Aber eines stand fest: wenn die Packers so weiter spielen, möchte sie keiner gerne als Gegner haben!
Und die Gründe für diese derzeit sehr solide und dominante Spielweise, liegen deutlich auf der Hand: Die Packers haben endlich wieder ein Running Game! Eddy Lacy bekam am Sonntag 29 Mal den Ball in die Hand gedrückt und erlief fast 100 Yards. James Starks – wiedergenesen nach einer Verletzung – trug sein Teil ebenso bei. Ein „Hammer“-RB und schwer zu fassende Läufer mit Starks und Rookie Johnathan Franklin sorgen für ein sehr zu respektierendes Laufspiel der Mannschaft aus Wisconsin und verleihen dem Team die Ausgeglichenheit, nach der es so lange gesucht hat. Ewigkeiten ohne einen Läufer über 100 Yards pro Spiel gehören der Vergangenheit an, nun ist dies fast regelmäßig der Fall. Gerade in der aufziehenden kalten Jahreszeit wird dieses Laufspiel noch mehr Wirkung entfalten als jetzt bereits.



Und nach so einem langen Text über die Packers, hab ich noch nicht mal einen Satz zu Aaron Rodgers geschrieben. Kommt auch nicht so oft vor… - aber über diesen Mann muss nicht mehr viel Worte verlieren. „Ridiculous“, was er da manchmal so für Pässe wirft: Am Sonntag hätten die verteidigenden Vikings sich schlicht kurz ans Ohr fassen müssen und der Pass wäre abgefangen gewesen: zweimal rasierten die Würfe von „ARod“ die Köpfe der Verteidiger und landeten punktgenau in den Händen von Jordy Nelson, der daraus natürlich einen Touchdown machte. Dass Rodgers auch die Noch-No-Name-Receiver, die er derzeit zur Verfügung hat, ebenfalls mit guten Würfen versorgte, versteht sich von selbst.

Verletze kommen wieder zurück
Dieser Punkt ist vielleicht derjenige, welcher die Packers zur gefährlichsten Mannschaft der NFC macht: Immernoch müssen sie wichtige Ausfälle verkraften, aber die kommen auch bald wieder zurück. WR James Jones wird bald wieder auflaufen können und WR Randall Cobb wird spätestens zum Ende der regulären Saison dem Spiel wieder mehr Schnelligkeit geben. Zwar ist kaum davon auszugehen, dass TE Jermichael Finley nach seiner Nacken-Verletzung in diesem Jahr nochmal zurückkommt, aber so wie die Offensive derzeit „läuft“ ist auch dies zu verkraften.
Vor allen Dingen weil sich auch die Defensive stärker präsentiert, als viele es vermutet haben - derzeit ist man elfbeste Verteidigung der Liga, viertbeste sogar gegen den Laufangriff. Und auch hier werden wichtige Spieler erst später wieder hinzustoßen, allen voran Star-OLB Clay Matthews. Casey Hayward – letztes Jahr mit den meisten Interceptions bei den Packers – kam dieses Wochenende schon wieder zum Einsatz, LB Nick Perry wird auch bald wieder fit sein. Und bisher machen auch die Back-Ups einen guten Eindruck und werden mit den wiederkehrenden Startern eine gute Rotation bilden können.

Mag sein, dass ich vieles aus einer ziemlichen Beeindrucktheit heraus schreibe, aber die Packers wirken brandgefährlich. Gewinnen sie die wichtigen Divisionsspiele der nächsten Wochen (gegen die Bears und bei den Lions) dürften einige mehr das Team nicht mehr nur auf Platz 9 des Power Rankings sehen...
Derzeit hält Seattle den #1-Seed in der NFC und zu Hause sind die Seahawks seit Weihnachten 2011 nicht mehr geschlagen worden, aber gut…ääh warte mal, da war doch was…: das einzige Team, dass dort in den letzten Jahren gewonnen hat, war: die Green Bay Packers. Letztes Jahr, bis Schiedsrichter sich für das falsche entschieden…



Aber egal, noch ewig hin alles und es kann so viel passieren…


ms




Sonntag, 13. Januar 2013

Divisional Playoff Samstag: „Das sind die Momente...“


Es war das Treffen der Giganten. Peyton Manning gegen Ray Lewis. Denver Broncos gegen die Baltimore Ravens. Und obwohl die Playoffs so spannend sind, liegt in der Endlichkeit zugleich der Makel und die Stärke. Denn einer muss verlieren. Und an diesem Abend war es Peyton Manning. Das macht es spannend. Leider musste der Verlierer gehen und Football-Fans müssen nun mehr als ein halbes Jahr warten um Peyton Manning wieder spielen zu sehen. Aber so eine Begegnung wollen die Fans auch in den Playoffs haben. Zurecht. Ein Journalist schreib: „Das sind die Momente, an die man sich erinnert.“ Schwer vorstellbar, dass heute Abend Football-Puristen behaupten werden: Schade, dass die Houston Texans nicht weitergekommen sind.

Ravens Kicker Tucker beendet Nachspielzeit 
Ein Spieler war während des ganzen Abends kaum gesehen: Ed Reed. Er blieb scheinbar ohne Akzente. Aber Manning hat nicht mehr als einen Pass über 20 Yards geworfen, was vor allem an dem großen Respekt Mannings für den neunmaligen Pro Bowl und baldigen Hall of Fame Free Safety lag. Auch der Respekt Manning für den Ravens Defensiv-Quaterback Ray Lewis während des Spiels und nach dem Spiel ist beispielslos. Manning wartet nach dem Abpfiff und der Pressekonferenz auf Lewis, um noch ein paar Worte mit ihm zuwechseln. Diese Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Im gestrigen Spiel wie auch in seiner gesamten Karriere schien Lewis überall zu sein. Er war verantwortlich für zehn Tackles und sieben Assist.
Im gesamten waren es wohl die Broncos selbst die sich die Niederlage zu zuschreiben haben. Mit zehn Penalties für fast 90 Yards Strafe lassen sich in den Playoffs keine Spiele gewinnen. Zusätzlich spielten die Ravens in allen drei Phasen des Spiels – Special Teams, Offensive und Defensive – nahezu fehlerlos. Darüber hinaus setzte Joe Flacco – kaum zu glauben – mit tiefen Pässen auf Torrey Smith Akzente. Schlussendlich beendete der Rookie-Kicker Justin Tucker die Nachspielzeit eines knappen und unterhaltsamen Spiels.
      
„Big Niner Fan. Thanks for drafting me.“
Es war das Treffen der Quaterbacks. Colin Kaepernick gegen Aaron Rodgers. Der Rookie von San Francisco, der den grundsoliden Alex Smith ausstach und der die wahrscheinlich schnellsten Beine und den wahrscheinlich stärksten Arm der Liga hat. Und der Veteran aus Green Bay, der seiner Zeit Brett Favre mit Klasse ablöste und die Packers zu ihrem vierten Superbowl Siegt führte.
Für Aaron Rodgers sind die Begegnungen mit dem Team aus Kalifornien immer etwas Besonderes. Nach dem NFL Draft im Jahr 2005 fragte ein Reporter Aaron Rodgers: „Wie enttäuscht bist du, dass du kein 49er sein wirst?“ – „Nicht so enttäuscht wie die 49ers, dass sie mich nicht gedraftet haben.“ Dass Rodgers erst an 24. Stelle genommen wurde, scheint ihm noch immer zu belasten. Als er letztes Jahr den MVP-Award bekam, rieb er nochmals Salz in die Wunde: „Big Niner Fan when I was a kid. Thanks for drafting me.“ Für ihn wäre es wohl auch etwas Besonders gewesen die Mannschaft von Trainer Jim Harbaugh zu schlagen. Doch die Packers-Offensive fand nur zeitweise gegen die disziplinierten Niners einen Rhythmus. Rodgers traf von 39-mal nur 26-mal seine Fänger für insgesamt 257 Yards und warf eine Interception. Und die Packers Defensivkräfte schafften es nicht die kreative Offensive der 49ers aufzuhalten. Nach einem Fehlwurf von Colin Kaepernick, der zum Pick 6 wurde, kam der jungen Mann gut ins Spiel und verteilte seine schnellen Bälle über das gesamte Feld. Vor allem aber gegen seine schnelle Beine und das dynamische Run-Game der Niners konnten die Packers kein Mittel finden. Kapernick brachte nur jeden zweiten Ball an den Mann, lief aber für fast 200 Yards.
Ein ereignisreicher Abend. Dran bleiben, es wird noch besser.

mh

Samstag, 29. Dezember 2012

Der letzte Spieltag und die Frage der Wachablösungen?

Bold-Predictions für die letzten Spiele, große Vorhersagen, welche Teams gerade „heiß“ sind oder noch werden...: alles nicht mehr so wichtig, wenn es am Sonntag zu den letzten wichtigen Spielen der regulären NFL-Saison kommt. Es wird ernst.
Einige Teams haben sich schon vor Weihnachten aus dem Playoff-Rennen katapultiert und müssen jetzt zugucken. Allen Voran: Die Pittsburgh Steelers. Von mir nicht für möglich gehalten, aber tatsächlich konnten sie am Sonntag im eigenen Heinz Field nicht gegen die Divisions-Rivalen aus Cincinnati gewinnen. Trotz keinem Offensiv-Touchdown der Bengals und Ballverlusten, schafften es die Steelers nicht, das Ruder ihrer Saison-Fahrt nochmal rumzureißen. Die Defensive der Bengals schrieb die Geschichte dieses jungen Cincinnati-Teams, mit zwei Interception, die letzte nur Sekunden vor Ende des Spiels, die das Sieg-bringende Field Goal bereitete. Am Ende hieß es 13-10 und die Wachablösung scheint perfekt. 
Die Steelers gewinnen nicht mehr die engen Spiele (5 Saison-Niederlagen mit 3 Punkten oder weniger), Big Ben ist nicht mehr der „Clutch“-Quarterback wie zu alten Zeiten – ein deutliches „Shame!“ für seine Interception nur Sekunden vor der Verlängerung - , das Running Game ist irgendwie auch nicht existent und die Defense kann auch nicht alle Fehler und Ballverluste der Offense rausholen.
Die Bengals hingegen haben in den letzten 7 Spielen im Schnitt nur 11 Punkte erlaubt, zeigten auch am Sonntag, wie viel Druck sie auf gegnerische QBs ausüben können und mit solch einer Verteidigung im Rücken, reichen auch ein paar einzelne gute Spielzüge von QB Andy Dalton und WR AJ Green allemal aus. Gleich folgend auf die Interception der Defense Sekunden vor Schluss sorgten die beiden Star-Spieler mit einem sehenswerten Pass für 20 Yards Raumgewinn und bereiteten das Field Goal zum Sieg vor. Klasse. Dass die Defense mehr Punkte als die Offense der Bengals machte, ist dabei eher zweitrangig: AJ Green sagt selbst über seine Verteidigung: „If we put up some points, they're going to hold them.“ Da wächst ein junges, und defensiv-starkes Team heran, welches den alt-eingesessenen Top-Spots in der AFC North in Frage stellen kann – mit dieser Defensive allemal. Die Steelers wurden nun schon besiegt, am Wochenende warten die Baltimore Ravens, die zwar am Sonntag die Giants zurechtwiesen, aber immer noch erhebliche Fragezeichen produzieren. Zum Glück für die Ravens haben sie schon den AFC North-Titel sicher, Cincinnati wird mit dem 6.Playoff-Platz in die Post-Season gehen, so wie im letzten Jahr. Back-to-back Playoff-Teilnahmen der Bengals sind schon echt beachtlich, in den Wild-Card-Spielen gegen wahrscheinlich die New England Patriots wird es sicherlich nicht leichter, aber das Team ist auf einem guten Weg und warum sollen sie nicht schon dieses Jahr auch den großen Tom Brady zu Fall bringen?

Verspielen die Texans noch den #1-Spot?
Ansonsten ist in der AFC schon vieles entschieden. Nur um die Plätze geht es noch. Die Texans könnten mit einer Niederlage gegen die schon qualifizierten Colts am Sonntag sogar noch ihre Erst-Runden-Freizeit aufs Spiel setzen. Die Vikings zeigten dem #1-Spot-Team der AFC deutlich die Grenzen auf und mit einer weiteren Niederlage und erwartbaren Siegen von Denver (vs. Kansas City) und New England (vs. Miami), würden die Texaner auf den #3-Spot zurückfallen und gegen die Bengals antreten. Na ganz was tolles. Die lange Zeit recht überzeugenden Texans taumeln ein wenig in die Playoffs – demgegenüber machen sich die Denver Broncos um Peyton Manning auf, Top-Favorit auf den Titel zu werden, von den Texans redet derzeit kaum noch jemand...



NFC: Das große Hauen und Stechen um die restlichen Plätze
Die New York Giants haben noch Chancen auf die Playoffs! Ja, richtig gehört. Mathematisch ist so einiges möglich, glauben tut wahrscheinlich keiner mehr dran, aber das ist ja eine andere Frage...
Und die Chicago Bears feuern die Green Bay Packers an, dass diese am letzten Spieltag die Minnesota Vikings schlagen... oh man, die finale Woche vor den Playoffs treibt schon seine Blüten.
Aber zum Punkt. Oder zur Story. Auch in der NFC hab ich das Gefühl, eine gewisse Wachablösung steht bevor:
Junge Teams stürmen ins Playoff-Bewerber-Feld und haben gute Chancen, hineinzustoßen: Die Redskins sind grad richtig gut drauf, die Seattle Seahawks schießen derzeit nahezu jedes Team aus dem Stadion und die Minnesota Vikings werden auf Adrian Petersons Rücken überallhin getragen. Am Wochenende siegten die Vikings gegen die Texans und die Seahawks demontierten die San Francisco 49ers. Das sind mal Ansagen, wenn man in die Playoffs will.

Die Seahawks mit einem Ausrufezeichen an die NFC-Konkurrenz
150 Punkte in den letzten 3 Spielen! Das muss man erstmal schaffen. Die Seattle Seahawks führen das gerade vor und zählen mit diesem Lauf zu den interessantesten Teams für die Playoffs, laut ESPN sind sie "heißer als heiß". Maßgeblich daran beteiligt ist Rookie-QB Russell Wilson, der am Sonntag gegen die 49ers ziemlich überragend agierte. Immer wieder entwischte er Verteidigern und ist außerhalb der „Poket“ genauso sicher und akkurat mit seinen Pässen. Auch wenn die Seahawks nur als Wild-Card-Team in die Playoffs ziehen werden, werden sie bei diesem Lauf der letzten Spiele nicht wütend darüber sein.
Wer da auf sie wartet, ist noch weit offen! Die Seahawks werden – ein eigener Sieg gegen St.Louis und ein Sieg der 49ers gegen die Arizona Cardinals vorausgesetzt – auf dem #5-Playoff-Spot bleiben. Der Rest muss noch entscheiden werden - heiß sind sie allemal und streiten sich um den #1-HOT-Spot mit den Packers...



Schaffen es die Vikings gegen die Packers?
Neben dem Ultimativ-Playoff-Spiel der Redskins gegen die Cowboys, ist ein weiteres Spiel entscheidend für die Playoff-Plätze in der NFC: Die Vikings können zu Hause gegen die Packers mit einem Sieg ihre erste Playoff-Teilnahme nach 2009 perfekt machen. Ein Sieg und die Rivalen aus Chicago ziehen den kürzeren. Doch die Packers wollen ebenfalls ihren #2-Spot und die Erst-Runden-freie Zeit genießen und werden sich wohl kaum schonen. Ein richtiges Endspiel also, denn mit einer Niederlage der Vikings müssten gleich 3 Teams ebenso verlieren, um dem Team aus Minnesota noch den letzten NFC-Playoff-Platz zu bescheren. Die Bears würden am besten von diesem Sieg der Packers profitieren und in die Playoffs gehievt – vorausgesetzt ein eigener Sieg gegen die Detroit Lions. Die Experten sind sich nicht so recht einig: die meisten tippen auf die Bears als #6-Team, doch alle würden es dem heißen MVP-Kandidaten Adrian Peterson gönnen – wahrscheinlich sogar viele Packers-Fans - , die 2000 Yards zu schaffen und vielleicht auch die Ur-Rekord von Eric Dickerson zu brechen. Die benötigten mehr als 200 Yards sind aber wahrscheinlich auch nötig, um gegen Noch-MVP Aaron Rodgers und seine Packers zu bestehen. 
wow, was eine Spannung. Crunch Time, baby :)

ms

Dienstag, 20. November 2012

Packers mit weiterem Sieg, trotz Verletzungen


Neben den New England Patriots, die derzeit von Sieg zu Sieg ziehen, sind die Green Bay Packers eines der hottesten Teams derzeit in der NFL. Am Sonntag fuhren sie ihren fünften Sieg in Serie ein. Und dies auch noch durch Verletzungen stark ersatzgeschwächt und auswärts bei den Detriot Lions.
Na ok, das ist eher ein Vorteil, denn wenn Aaron Rodgers in einem überdachtem Stadion spielt, ist er oft noch besser als sonst schon. Und seien wir ehrlich: die Lions geben derzeit auch nicht wirklich ein ernstzunehmendes Team da – die Betonung liegt dabei auf TEAM.

Detroit zu einseitig
Keine Ahnung, wie sich diese Lions das alles denken!
Man schaut sich das Spiel an und schon im ersten Viertel stellt man fest: bei 8 versuchen, wird 7 mal gepasst. Dabei wird öfter mal der Ball fallengelassen, was entweder am Wide Receiver liegt oder an einem ungenauen Pass von QB Matthew Stafford. Dann stehen die Lions einem 3rd und 12 Yards gegenüber und hauen den langen Pass raus. Auf wen natürlich? „Megatron“ Calvin Johnson, der Pass sogar noch fängt - und auf einmal sieht das alles wieder recht gut aus. Aber als Zuschauer fragt man sich: Ist das ihre einzige Stärke? Wollen sie sich wirklich darauf verlassen? - das kanns doch nicht sein.
Doch sie stehen kurz vor der Endzone, doch was folgt: 3 Passversuche, na klar. Einmal überworfen, kurzer Pass auf TE, Roll out and SACK. Das wars, nur ein Field Goal.

So sieht also die Strategie der Lions aus...?
Lächerlich würde ich das nennen. In keiner Weise ausgeglichen und sich immer darauf verlassen, dass einmal am Tag Megatron doch 3 Verteidiger überspringt, ist echt riskant. Und so ausgeglichen wie die Liga derzeit ist, kann das auch nichts werden. Das regt einen ja richtig auf, wie sich so das Team durchwurschelt. 
Die Packers wussten zu antworten: Zu Beginn des zweiten Viertels mit einem TD-Pass auf TE Jermichael Finley, der seinen ersten TD nach dem Season-Opener feiern konnte.
Und wie antworteten die Lions: mit Pässen. Diesmal sogar erfolgreich. Der nächste Drive bestand eigentlich nur aus Megatron-Würfen und dann durfte RB Mikel Leshoure zum 1-Yard-TD-Run ansetzen. Immerhin ein Hallo-Wach-Signal, denn danach wurde Leshoure weitaus öfter genutzt.

Leicht auszurechnende Lions – starke Packers Defense
Nachdem auch die Packers Defense immer mehr mitbekam, wie der Hase läuft, versuchten sie immer mehr QB Stafford unter Druck zu setzen und das gefiel ihm gar nicht. Er hat an sich schon eine durchschnittlich Pass-Fang-Quote von 63 Prozent, was nicht zum Besten der Liga zählt. Und diese Zahl zeigte sich auch im Spiel gegen die Packers: Bis auf ich-werf-mal-ganz-weit-in-die-Richtung-von-Megatron-pässe kommt wenig an und kaum unter Druck, kommen die Fehler INT an CB Casey-Hayward im zweiten Viertel. Und auch in der zweiten Halbzeit einige Würfe von Stafford zu spät bzw. weit hinter der Laufrichtung des Passempfängers – Resultat: zweite INT und gleich noch mit einem Return-TD für die Packers, die sicherlich nicht ganz souverän in dieser Phase auftraten.
Umso erstaunlicher, wie die junge Verteidigung der Packers die Lions im Griff mehr oder weniger im Griff hatte und das mit den ganzen Verletzten und vielen Rookies. Es fehlten: OLB Clay Matthews, S Charles Woodson, Starting LB Nick Perry und Desmond Bishop (ganze restliche Saison) – das ist einiges.

2.Halbzeit ausgeglichener, aber Packers mit entscheidendem Drive und Stop
Doch die Lions versuchten sich ein wenig anzupassen, machten nun viel mehr Laufspielzüge oder Screens und kurze Pässe. Das verunsicherte zunächst die Packers Defense, das spekulieren auf einen Pass auf Calvin Johnson war aber immer da und trotzdem machte der seinen Touchdown.
Ironischerweise warf Stafford einen weiteren Pass „behind the Receiver“, wie der Kommentator meinte, der CB der Packers „liest“ diesen Pass zwar gut, aber kommt durch den schlechten Ausführung Staffords ein wenig zu spät und Megatron kann die Wurf gerade noch so fangen. 17-14 für die Lions. Und auf einmal hatte sie Oberwasser. Ein entscheidender Stop der Packers kurz vor der Endzone, erlaubte nur ein Field Goal der Lions und damit weiterhin die Chance mit einem Touchdown in Führung zu gehen.


Randall Cobb wird immer wichtiger
Gesagt, getan. Da ließ sich QB Aaron Rodgers nicht lange bitten und führten einen 82-Drive der Packers in die Endzone der Lions. WR Randall Cobb fing am Ende einen 22-Yard-Pass zum Touchdown und zeigt damit wieder einmal, welch wichtige Rolle der junge Wide Receiver im Spiel der Packers mittlerweile spielt. Von der Anlage her so ähnlich aufgebaut wie Donald Driver, aber noch viel schneller. Einige Packer-Fans meinen sogar, er könnte der Grund sein, warum man nicht so sehr auf einen neuen Vertrag mit Star-WR Gregg Jennings aus sei, der immer noch verletzt an der Seitenlinie mitjubelte.
1:55min vor Schluss verwandelte Kicker Mason Crosby den Extra Punkt zum 21:20 und wenig später ein Field Goal zum 24:20. Nicht selbstverständlich, denn vorher hatte er einige aussichtsreiche FG klar verfehlt – nicht das erste mal, dass dies passiert und ein Grund zur Sorge für die Packer-Fans mit Blick Richtung Playoffs.
Da ist die Defense aus Green Bay schon längst angekommen. Richtig stark, wie sie in den verbleibenden knapp 2 Minuten keine Pässe der Lions mehr zuließen. Alle gingen daneben und der letzte Versuch ging noch nicht mal auf Calvin Johnson, was ander Seitenlinie für einige Diskussionen sorgte. Aber das passiert halt, wenn man sich darauf und auf irgendwelche Comeback-4.Viertel verlässt. Dieses Mal gab es kein HappyEnd.

Packers insgesamt das kompaktere Team
Mit nun 5 Siegen in Folge und mit bald wieder mehr Star-Spielern an Bord, sind die Packers in Richtung Playoffs brandgefährlich. Aaron Rodgers versprach im Sommer, das Team werde besser sein als im Jahr 2011. Damit meinte er nicht mehr als 15 Siege, sondern vielleicht einfach nur effizienteren Football. Mit der Niederlage der Chicago Bears im Monday Night Game sind sie nun schon wieder auf Rang 1 der NFC North gewandert. Und der zweite Anzug steht den Packers schon sehr gut. Der Verein um General Manager Ted Thomson versteht es wie kein zweites Team der Liga, die Spieler aus der zweiten Reihe zu motivieren bzw. überhaupt erst einmal Spieler mit Potential in ihren Kader zu bekommen! Ob Rookie oder nicht-gedraftete Spieler, alle erfüllen derzeit ihre Aufgabe in Green Bay sehr gut. Das war schon einmal der Fall: 2010 und da winkte am Ende der Superbowl... na mal sehn.



ms


Dienstag, 25. September 2012

Packers verlieren in Skandalspiel gegen Seattle - die NFL wird zur Farce


Ich hatte mich schon darauf eingestellt, einen interessanten Artikel über das Monday Night Game der NFL zu schreiben. Spannendes Duell hatte sich da angekündigt: zwei Teams mit jeweils einer Niederlage zum Beginn der Saison, aber dann wiederum mit sehr überzeugenden Siegen in Woche 2 (Seattle gegen die Cowboys, die Packers gegen die Bears). Der Ausgang des Spiels könnte für beide Teams also richtungsweisend für die Saison werden. Was es stattdessen wurde, ist ein Symbol für die Absurdität, die sich derzeit in der NFL abspielt.
Wenn der amtierende MVP der Liga – QB Aaron Rodgers von den Green Bay Packers - schon etwas süffisant in der Pressekonferenz auf die Frage, ob er die Liga schon jeweils in solch einem Chaos gesehen hätte, kurz angebunden antwortet: „ähhh, NO....“, dann zeigt das einiges.
Was war passiert?

Spannendes Spiel wird zur Farce
Das Spiel in Seattle entwickelte sich in den Schlussminuten von einem umkämpften Defensiv-Schlagabtausch zu einem jetzt schon legendärem Drama.
Die erste Halbzeit ist dabei schnell erzählt: Seattles Defensive dominierte das Spiel, ließ Aaron Rodgers und seiner Offensive überhaupt nicht ins Spiel kommen und brachte den Star-QB unzählige Male zu Boden. Eine ganze schlechte Vorstellung der Packers, die zwar defensiv auch wenig zuließen, aber einen Spielzug der Seahawks zu einem Touchdown nicht verhindern konnten. Die zweite Halbzeit stellt aber alles auf dem Kopf. Die Packers fingen nun endlich an, ihren neu-erworbenen RB Cedric Benson effektiv zu nutzen, mauerten ellen-lange Drives zurecht und punkteten wiederholend. Unterstützt durch eine Defensive, die Seattle kaum noch was erlaubte, und einem fragwürdigen Pass-Interference-Call gegen Seattle, der einen Drive der Packers am Leben erhielt, führte Green Bay Mitte des 4. Viertels mit 12:7. Und es sah nicht so aus, als ob die Seahawks davon nochmal zurückkommen würden – bis dahin hatten sie in der gesamten zweiten Halbzeit Negativ-Yards erspielt.
Ich hatte mich schon innerlich darauf eingestellt zu schreiben, dass die Packers sich ja doch noch berappelt hätten und ihr Potential offensiv wie vor allen Dingen defensiv noch halbwegs ausgeschöpft haben, um das junge Team aus Seattle zu schlagen... Doch dann kamen die Schiris, genauer gesagt die Amateure.

Amateurschiedsrichter entscheiden das Spiel
Seit Beginn der Saison ist es Thema und als Fan, ja als Beobachter ist es schwer, sich in Analysen - auch hier - einzig auf das Spiel und dessen Feinheiten zu konzentrieren, aber jede Woche versucht man es. Doch ein gewisses Level wurde gestern abend deutlich überschritten!
Die Seahawks starteten 8 Minuten vor Schluss ihre Aufholjagd. Erster Spielzug: QB Russell Wilson rennt aus der Pocket, wirft, Wide Receiver kann nicht richtig fangen, zack ist der Verteidiger da: Interception. Spiel so gut wie gelaufen. Doch es liegt ein Flagge auf dem Feld: OLB Walden sprintete hinter Wilson her, sprang und als dieser warf, erwischte er ihn am Fuß. Für die Amateur-Schiris ein Grund, um auf 15-Yard-Strafe zu entscheiden. Damit bekamen die Seahawks natürlich auch den Ball wieder und es ging weiter. Seattle wieder im Spiel? Nicht wirklich. Kurze Zeit später: Erster Versuch und 25 Yards zu schaffen: Langer Pass von QB Wilson an die Seitenlinie, WR Sidney Rice greift Verteidiger Sam Shields an der Schulter, der dadurch die Interception nicht fangen kann. Wieder eine Flagge... - alle Proteste der Packers umsonst: es geht gegen Shields für Defensive Pass Interference. 15 Yards und neues 1st and 10 für die Seahawks. Mit gegensätzlichem Call wäre es fast das Ende gewesen, mit 6 Minuten vor Ende. 
Doch es ging weiter. Die Seahawks standen wie aus dem nichts an der 25 Yard Linie, brauchten aber einen Touchdown. Die starke Packers-Defense ließ sie aber nur bis zur 7-Yard-Linie kommen und auch 4 Versuche reichten nicht aus, um in die Endzone zu kommen. 2 Minuten vor Schluss hatten die Packers wieder den Ball und führten. Die Zeit lief runter und nach einem Punt der Packers waren nur noch wenige Sekunden zu spielen – letzter Versuch: ein Hail-Mary-Pass in die Endzone.

Hail-Mary-Pass mit ungewissem Ausgang
Dort warteten 6 Spieler auf den langen Ball. WR Brandon Tate schubste kurzerhand CB Shields um und sprang auch noch mit hoch - ungesehen natürlich. Er schaffte es auch an den Ball zu kommen, aber Packers CB MD Williams war eher dran, grabschte den Ball mit beiden Händen und zog ihn an seinen Körper. WR Tate hatte seine Hand auch am Ball und versuchte beim Zu-Boden-Gehen den Ball aus der Hand von Williams zu reißen. Ein Kampf entbrannte. Und plötzlich stehen da zwei Amateurschiris: der eine die Arme hoch als Signal für einen TD Seattle, der andere die Arme in der Waagerechten für eine Safety der Packers!
Schon jetzt das Bild des Jahres.
Aber Ruling-on-the-Field war TD Seattle durch Brandon Tate, der nach dem ganzem Gerangel auch mit dem Ball in der Hand vom Felde schlich. Das Chaos war da. Keine war sich einig und keiner wusste, was jetzt zu tun war. Selbst WR Tate war sich unsicher... Erstmal die Wiederholung per Video anschauen, dachte man sich und würde ja klar werden, dass CB Jennings eher am Ball war und somit die Packers gewonnen hätten. Ewiges Warten und dann der „Seattle Shocker“: das Ruling-on-the-field bleibt bestehen. Die Amateure sahen keinen Grund, das Urteil zu revidieren und verhalfen damit den Seahawks zum Sieg.

Der Skandal war perfekt
Die Packers Spieler und Trainer verlassen wutentbrannt das Spielfeld, obwohl noch ein Extrapunkt gekickt werden muss, um das Spiel zu beenden. Das geschieht dann erst auf Zureden 10 Minuten später. Irgendwie denkt jeder, er sei im falschen Film. In der Umkleide der Packers wird die Szene auf dem TVgezeigt: Gelächter bricht aus, Handtücher fliegen Richtung Anlage. Spieler üben sich in Sarkasmus und loben die Leistung der Schiris. MVP-QBs sind einsilbig und bedient, Green Bay Trainer McCarthy ist nahezu sprachlos.
Mal abgesehen davon, dass die Packers damit nach einem guten Comeback einen Sieg entrissen bekommen haben, sind sie noch recht milde und faseln davon, dass sie sich selbst nicht in diese Situation hätten bringen müssen. Das ist nobel und vollkommen richtig. Gut gespielt haben sie in der ersten Halbzeit nicht, aber dieser Ausgang bringt die gesamten NFL in eine tiefe Krise.
Spieler aus anderen Teams kommentieren via Twitter die Leistung der Schiris, sprechen an, wie sie denn so noch die Offiziellen respektieren sollen? Dazu hatte die NFL alle Teams vor dem Wochenende nochmal ermahnt. Die Stimmung unter den Spielern bricht dementsprechend Bände. Packers OT TJ Lang twittert: „F**k it NFL“. Man solle ihn doch ruhig bestrafen und das Geld verwenden, die Profi-Schiris wieder einzustellen. Die entsprechenden Re-Tweets folgen sekündlich.
Kommentatoren und Ex-Spieler sind fassungslos angesichts der Entscheidungen. Immer öfter liest man den Kommentar: Boykottiert die NFL.
So zumindest unter einem Statement der Liga zu der Entscheidung bei dem Hail-Mary-Pass am Ende des Spiels. Durch die TV-Aufnahmen hätte es keine eindeutigen Beweise gegeben, das Ruling-on-the-Field zu revidieren.... Dass verschiedene Schiris schon auf dem Feld unterschiedliche Meinungen hatten und eher notgedrungen auf TD entschieden wurde, wird nicht erwähnt.


Eine Farce

Die NFL ist mit diesem Monday Night Game an einem kritischen Punkt angelangt. Die Mängel der Amateur-Schiedsrichter ist unübersehbar. Klar, sie machen ihren Job so gut sie können, aber es wird immer klarer, dass sie diesem Niveau einfach nicht gewachsen sind. Zu viele Fehlentscheidungen sind jede Woche zu beobachten. Und es werden Spiele dadurch entschieden. Darren Sharper merkt bei NFL Network an, dass einen NFL-Saison eben nicht 82 Spiele in einer Saison hat, wie in der NBA, sondern jedes einzelne Spiel entscheidend ist. Nicht auszumalen ist es, wenn der Rekord-Champion Green Bay am Ende ein Sieg zum Erreichen der Playoffs fehlt...
Schon während des MNF-Games erwähnte der Reporter, wann eigentlich endlich die Besitzer der NFL-Teams einschreiten würden? Es sind schließlich ihre Millionen, die hierbei auf dem Spiel stehen.
Und auch die Sicherheit der Spieler ist immer wieder ein Thema. Wenn man als Spieler bei Schiedsrichter-Entscheidungen keine klare Linie sieht oder bemerkt, dass nicht alle Aktionen gesehen werden, dann nutzt man dies aus. Die Frustration wird automatisch größer, wenn man weiß, derjenige, der da gerade die Strafe verteilt, stünde normalerweise gar nicht da. Die Hemmschwelle sinkt, was sich z.B. auch daran zeigt, dass es immer mehr Rangeleien auf dem Feld gibt. Selbst Star-Trainer Bill Belichick ging nach dem knappem Ausgang seiner Patriots gegen Baltimore die Schiedsrichter auch physisch an.
Fazit ist, dass es so nicht weiter gehen kann.
Warum die Liga das selbst noch nicht begriffen hat und warum die Verhandlungen zwischen NFL und Schiedsrichter-Gewerkschafter just am Sonntag wiedermal erfolglos blieben, ist mir weiterhin ein Rätsel. Die Gehälter der Schiris sind im Vergleich zu denen der Spieler ein Witz. Genauso wie das Spiel gestern.
Zur Zeit ist es tatsächlich sehr schwierig, sich die NFL anzuschauen... - „just painful to watch“.
Schade und ärgerlich.

ms

Donnerstag, 13. September 2012

49ers schon Titelfavorit? - Sieg im Spitzenspiel gegen schwache Packers

Ein weiteres Team hat in der ersten Woche mal gleich so richtig ein Ausrufezeichen gesetzt: Die San Francisco 49ers besiegen die Green Bay Packers in deren Lambeau Field und wenn man ehrlich ist, sah das noch nicht mal schwer aus! Zu dominant war das 49ers Spiel, zwischenzeitlich hörte man im großen Rund des legendären Stadions nur das ticken der Uhr, welche San Francisco wie keine andere Mannschaft der Liga so gut versteht runter zu spielen.
Man fühlte sich fast schon gelangweilt, irgendwie gelähmt - ich zumindest - zu sehen, wie das Team aus Kalifornien in Seelenruhe ihre Spielzüge durchzog, einfach keine Fehler machte, in der Defense fast nichts zuließ und offensiv einfach ihren Stiefel runter spielte - bloß kein Risiko. Damit trieben sie auch den besten Quarterback der letzten Saison förmlich zur Weißglut und provozierten die fast folgerichtige Interception von "ARod". Wie sie nur ein Spielzug danach schlicht und schnörkellos, aber eben auch brutal konsequent - in Form von RB Frank Gore - in die Endzone der Packers marschierten und knapp 4 Minuten vor Ende des Spiels zum uneinholbaren 30:15 erhöhten, das hatte schon was. Nämlich klasse!

Packers noch nicht auf Höhe der Zeit
Ein Klasse, die bei den Packers noch nicht wirklich zu sehen war. Für viele war das Team aus Wisconsin, welches letzte Saison lange an der Perfect Saison gearbeitet hatte und am Ende mit einem Record von 15:1 Siegen in die Playoffs marschierten, der Favorit in dem Spitzenspiel der ersten NFL-Woche und auch für den Sieg im Superbowl im Februar 2013.
Rodgers hat immer noch sein unglaubliches Receiving-Corp, die schwächelnde Defense wurde durch den Draft und Free Agency aufgewertet und mit Cedric Benson holte man kurz vor Saisonbeginn auch noch einen etablierten Runner ins Team. Doch in der ersten Woche...: sah von dem ganzen so gut wie nichts!
In der Defense gab es immer wieder Abstimmungsschwierigkeiten und schlechte Tackles - alles, was San Francisco gnadenlos ausnutze. und 186 Rushing-Yards sind weiterhin nicht aufholbar.

Auf der Suche nach einer Identität bzw. einem Running Game
Das Running Game der Packers ist hingegen immer noch eine reine Alibiveranstaltung. Ok, die 49ers stellten die beste Run-Defense letzte Saison, aber 18 Yards Raumgewinn durch Cedric Benson, plus 27 Yards durch Aaron Rodgers... Das kann nicht wirklich Ernst gewesen sein? Dann ist es natürlich klar, dass sich die 49ers Defense mit mehr Verteidigern zurückziehen und den Receivern der Packers wenig Raum zum Spielen lassen kann. So geschehen am Sonntag und erst in den letzten beiden Vierteln fingen die Packers an, durch Screen Passes die 49ers ein wenig rauszulocken, gerade durch Fantasy Sleeper WR Randall Cobb - oder wie Veteran WR Donald Driver meinte: erst gegen Ende machte es richtig "klick".
Das ist es, was den Packers zur Zeit irgendwie fehlt! Die Leichtigkeit, die Richtung. Noch sind sie nicht richtig da. Saison-übergreifend könnte man jetzt die Monster-Statistik rausholen, dass Green Bay 3 seiner letzten 5 Spiele verloren hat! Das stimmt auch, lenkt aber von der Analyse ab. Man hat das Gefühl die Packers suchen noch ein wenig nach ihrer Identität. Rodgers sprach nun kurz vor dem bestimmt nicht einfach werdenden Spiel gegen den Rivalen aus Chicago davon, dass man noch viel Arbeit vor sich hätte und das Laufspiel verbessern müsse. Ansonsten ist man wohl zu leicht ausrechenbar und immer nur auf die Wurfattacke zu hoffen, ist in dieser Liga einfach zu wenig.
Und das Erzähle von Möchtegern-Cornerback Jarrett Bush, dass das Team nur selber schuld sei und von den 49ers nicht wirklich geschlagen worden wäre, wirkt leicht abgehoben. Gegner sollte man schon mal ernst nehmen und einfach auch damit rechnen, dass sehr gute Gegner auch wissen, wie man die Stärken des eigenen Spiels eben nicht zum Tragen lassen kommen kann.

Komplettes Team aus Kalifornien
Die 49ers hingegen avancieren mit den recht beeindruckenden Sieg in Lambeau zum Titelanwärter. Kein Team ist so ausgeglichen, wie San Francisco. Alle Starter der 2.besten Defense der letzten Saison konnten gehalten werden, sie hat so gut wie keine Schwächen - gute CornerBacks, eine massive Defensive Line, die letztes Jahr nur 3 Rushing TDs zuließ und wird von den zusammen wohl besten Linebackern - Patrick Willis und NaVorro Bowman - zusammengehalten. Offensiv spielt QB Alex Smith grundsolide, wirft kaum Interceptions und lässt RB Frank Gore den Großteil der Arbeit übernehmen. und ach ja: ein Randy Moss steht ja auch noch ab und zu auf dem Feld und zeigt den jungen WR wie es geht. Schon faszinierend zu sehen, wie gestandene Cornerbacks in Majestäts-Abstand den Future Hall of Fame-Receiver verteidigen. Ergänzt durch TE Vernon Davis wird das ganze Team noch schwerer auszurechnen sein. 

Head Coach Jim Harbaugh setzt dem ganzen auch noch die Krone auf, in dem er sein auf Sicherheit und klaren Aktionen angelegtes Spiel bis ins letzte Detail so umsetzen lässt, ob da ein Randy Moss nur 3mal den Ball kriegt und die Hälfte des Spiels am Rand steht, ist ihm egal. Das spiegelt Überzeugung wieder und nie wurde sie so untermauert wie am Sonntag in Green Bay, Wisconsin.
Interessant, wie sich das weiterentwickelt.

ms