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Mittwoch, 29. Januar 2014

Marshawn Lynch versteckt vor Medien: „I’m just about that action, boss.“

Laut sein ist schlecht, leise sein aber auch. Gerade die Gegenüberstellung von Lynch und Sherman zeigt wie unreflektiert der Medienzirkus manchmal ist.

Die Spieler der Seattle Seahawks könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Star-Running Back Marshawn Lynch versteckt sich vor den Medien beim gestrigen Super Bowl Medien Tag, der Star-Cornerback Richard Sherman erschien extra sechs Minuten früher um sich den Fragen der angereisten Journalisten zu stellen.

Gerade die Gegenüberstellung von Lynch und Sherman zeigt, wie unreflektiert der Medienzirkus manchmal ist.

Sherman löste eine Welle der Entrüstung in den USA aus. Vor zwei Wochen, direkt nach dem Ende des Halbfinalspiels, dem NFC Championship Spiel gegen die San Francisco 49ers, sicherte er den Einzug ins Finale, weil er den entscheidenden Wurf in die Endzone verhindern konnte.

Wenige Minuten nach dem Sherman die beste Aktion in seiner bisherigen Laufbahn machte, schrie er in die TV-Kameras: „Ich bin der beste im Spiel […]“ und Amerika lässt seiner Wut, besonders über Twitter, freien Lauf. Sherman muss 7875 Dollar Strafe an die NFL zahlen. 


Nur zehn Tage vor dem NFC Championship Spiel gegen die 49ers muss Lynch 50.000 Dollar Strafe zahlen, weil er die gesamte Saison nicht mit den Medien sprach.

Laut sein ist schlecht, leise sein aber auch.

Deion Sanders, Super Bowl Gewinner mit den 49ers und den Dallas Cowboys, nun als Reporter tätig, suchte den Running Back der Seattle Seahawks beim gestrigen Super Bowl Media Day und fand ihn. Versteckt und mit Sonnenbrille verkleidet fragte Sanders Lynch: „Bist du ein wenig schüchtern?“ Lynch verneinte und gab diesen Satz zu Protokoll: „I’m just about that action, boss.“

Mehr muss man manchmal auch nicht sagen.



Donnerstag, 13. September 2012

49ers schon Titelfavorit? - Sieg im Spitzenspiel gegen schwache Packers

Ein weiteres Team hat in der ersten Woche mal gleich so richtig ein Ausrufezeichen gesetzt: Die San Francisco 49ers besiegen die Green Bay Packers in deren Lambeau Field und wenn man ehrlich ist, sah das noch nicht mal schwer aus! Zu dominant war das 49ers Spiel, zwischenzeitlich hörte man im großen Rund des legendären Stadions nur das ticken der Uhr, welche San Francisco wie keine andere Mannschaft der Liga so gut versteht runter zu spielen.
Man fühlte sich fast schon gelangweilt, irgendwie gelähmt - ich zumindest - zu sehen, wie das Team aus Kalifornien in Seelenruhe ihre Spielzüge durchzog, einfach keine Fehler machte, in der Defense fast nichts zuließ und offensiv einfach ihren Stiefel runter spielte - bloß kein Risiko. Damit trieben sie auch den besten Quarterback der letzten Saison förmlich zur Weißglut und provozierten die fast folgerichtige Interception von "ARod". Wie sie nur ein Spielzug danach schlicht und schnörkellos, aber eben auch brutal konsequent - in Form von RB Frank Gore - in die Endzone der Packers marschierten und knapp 4 Minuten vor Ende des Spiels zum uneinholbaren 30:15 erhöhten, das hatte schon was. Nämlich klasse!

Packers noch nicht auf Höhe der Zeit
Ein Klasse, die bei den Packers noch nicht wirklich zu sehen war. Für viele war das Team aus Wisconsin, welches letzte Saison lange an der Perfect Saison gearbeitet hatte und am Ende mit einem Record von 15:1 Siegen in die Playoffs marschierten, der Favorit in dem Spitzenspiel der ersten NFL-Woche und auch für den Sieg im Superbowl im Februar 2013.
Rodgers hat immer noch sein unglaubliches Receiving-Corp, die schwächelnde Defense wurde durch den Draft und Free Agency aufgewertet und mit Cedric Benson holte man kurz vor Saisonbeginn auch noch einen etablierten Runner ins Team. Doch in der ersten Woche...: sah von dem ganzen so gut wie nichts!
In der Defense gab es immer wieder Abstimmungsschwierigkeiten und schlechte Tackles - alles, was San Francisco gnadenlos ausnutze. und 186 Rushing-Yards sind weiterhin nicht aufholbar.

Auf der Suche nach einer Identität bzw. einem Running Game
Das Running Game der Packers ist hingegen immer noch eine reine Alibiveranstaltung. Ok, die 49ers stellten die beste Run-Defense letzte Saison, aber 18 Yards Raumgewinn durch Cedric Benson, plus 27 Yards durch Aaron Rodgers... Das kann nicht wirklich Ernst gewesen sein? Dann ist es natürlich klar, dass sich die 49ers Defense mit mehr Verteidigern zurückziehen und den Receivern der Packers wenig Raum zum Spielen lassen kann. So geschehen am Sonntag und erst in den letzten beiden Vierteln fingen die Packers an, durch Screen Passes die 49ers ein wenig rauszulocken, gerade durch Fantasy Sleeper WR Randall Cobb - oder wie Veteran WR Donald Driver meinte: erst gegen Ende machte es richtig "klick".
Das ist es, was den Packers zur Zeit irgendwie fehlt! Die Leichtigkeit, die Richtung. Noch sind sie nicht richtig da. Saison-übergreifend könnte man jetzt die Monster-Statistik rausholen, dass Green Bay 3 seiner letzten 5 Spiele verloren hat! Das stimmt auch, lenkt aber von der Analyse ab. Man hat das Gefühl die Packers suchen noch ein wenig nach ihrer Identität. Rodgers sprach nun kurz vor dem bestimmt nicht einfach werdenden Spiel gegen den Rivalen aus Chicago davon, dass man noch viel Arbeit vor sich hätte und das Laufspiel verbessern müsse. Ansonsten ist man wohl zu leicht ausrechenbar und immer nur auf die Wurfattacke zu hoffen, ist in dieser Liga einfach zu wenig.
Und das Erzähle von Möchtegern-Cornerback Jarrett Bush, dass das Team nur selber schuld sei und von den 49ers nicht wirklich geschlagen worden wäre, wirkt leicht abgehoben. Gegner sollte man schon mal ernst nehmen und einfach auch damit rechnen, dass sehr gute Gegner auch wissen, wie man die Stärken des eigenen Spiels eben nicht zum Tragen lassen kommen kann.

Komplettes Team aus Kalifornien
Die 49ers hingegen avancieren mit den recht beeindruckenden Sieg in Lambeau zum Titelanwärter. Kein Team ist so ausgeglichen, wie San Francisco. Alle Starter der 2.besten Defense der letzten Saison konnten gehalten werden, sie hat so gut wie keine Schwächen - gute CornerBacks, eine massive Defensive Line, die letztes Jahr nur 3 Rushing TDs zuließ und wird von den zusammen wohl besten Linebackern - Patrick Willis und NaVorro Bowman - zusammengehalten. Offensiv spielt QB Alex Smith grundsolide, wirft kaum Interceptions und lässt RB Frank Gore den Großteil der Arbeit übernehmen. und ach ja: ein Randy Moss steht ja auch noch ab und zu auf dem Feld und zeigt den jungen WR wie es geht. Schon faszinierend zu sehen, wie gestandene Cornerbacks in Majestäts-Abstand den Future Hall of Fame-Receiver verteidigen. Ergänzt durch TE Vernon Davis wird das ganze Team noch schwerer auszurechnen sein. 

Head Coach Jim Harbaugh setzt dem ganzen auch noch die Krone auf, in dem er sein auf Sicherheit und klaren Aktionen angelegtes Spiel bis ins letzte Detail so umsetzen lässt, ob da ein Randy Moss nur 3mal den Ball kriegt und die Hälfte des Spiels am Rand steht, ist ihm egal. Das spiegelt Überzeugung wieder und nie wurde sie so untermauert wie am Sonntag in Green Bay, Wisconsin.
Interessant, wie sich das weiterentwickelt.

ms

Dienstag, 24. Januar 2012

Giants und Patriots im Superbowl – Rematch von 2008

Wow, ich bin immer noch fasziniert von den beiden Championship-Games in der NFL letzte Nacht. Waren das Abwehrschlachten, oder etwa nicht?
Letzte Woche hatte ich schon darauf hingewiesen, dass der (ur-)alte Spruch, dass Verteidigungen Meisterschaften gewinnen, auch in diesem Jahr durchaus zutreffend ist. Umso mehr war ich gespannt, wie meine beiden favorisierten Defensiven (Baltimore und San Francisco) es dieses Mal hinkriegen würden.
Mmh, beide haben verloren! Man könnte meinen, das unterstütze meine These nicht, aber weit gefehlt. Beide Siegmannschaften brachten es gerade mal auf 23 bzw. 20 Punkte. Schon allein diese Zahlen zeigen, auf was es in der NFL ankommt: Wenig Punkte zulassen.
Schon in den Divisions-Finalspielen scheiterten so hoch gelobten Offensiven wie die New Orleans Saints oder der Titelverteidiger Green Bay Packers. In den entscheidenden Momenten konnten deren Verteidigungen den Gegner nicht stoppen. Tja und diesmal ging es von einem Stop zum nächsten.
In San Francisco schafften es beide Offensiven sogar, in den letzten Minuten des Spiels kaum entscheidenden Raumgewinn zu erzielen, obwohl beiden ein Field Goal gereicht hätte, um schon vor der regulären Spielzeit das Spiel zu entscheiden – sechs Ballwechsel gab es allein in den letzten 8 Minuten! Immer schön hin und her, und am Ende: „3andOut“ und es ging in die Overtime. (für den Laien: das Nicht-Schaffen von 10 Yards nach 3 Versuchen und damit keinen neuen 3 Versuchen, um für sich Raumgewinn zu erzielen.)
Und das schlimme (weil haarsträubend spannende): In der Verlängerung ging es so weiter! Die Defensiven dominierten das Spiel und erst ein Ballverlust der 49ers bei einem Puntreturn brachte die Vorentscheidung. Lawrence Tynes musste dann „nur“ noch von 31 Yards Entfernung das Field Goal zum 20:17 verwandeln und die New York Giants stehen wieder im Superbowl. Was für eine Story! Tynes wurde auch schon vor 4 Jahren zum Helden von New York, als er in Green Bay, ebenfalls im NFC Championship Game, das entscheidende Field Goal in der Verlängerung schoss. Wie sich Geschichte immer so wiederholen kann… krass. Damals 2008 siegten die Giants im Superbowl dann gegen die New England Patriots und der Zufall will es so, dass es auch 2012 zu diesem Duell im Endspiel kommt.
Erinnerungen werden wach, denn nicht zu Unrecht galt der damaligen Superbowl als einer der spannendsten überhaupt. Wir hatten hier letzte Woche schon gepostet, dass die Wiederauflage dieses Finales in wahres Fest für Football Fans werden würde. Und nun isses in 2 Wochen soweit. (der Superbowl findet in der Nacht vom 5. auf den 6.Februar statt, 0:30Uhr ist Kick-Off)
Die New England Patriots haben es ihrerseits nur einem Mann zu verdanken, warum sie im Finale stehen: Billy Cundiff! Kennt ihr nicht? mmh, nicht verwunderlich. Er ist der Kicker des Halbfinal-Gegners Baltimore Ravens und versemmelte Sekunden vor Ende des Spiels das entscheidende Field Goal, welches das Spiel in die Verlängerung gebracht hätte.
Während also L. Tynes aus 31 Yards für New York locker einschoss, vergab Cundiff aus 32 Yards kläglich den Ausgleich im AFC Championship Game.
Es war also nicht Über-QB Tom Brady, Über-TE Rob Gronkowski bei den Patriots, oder All-Pro LB Ray Lewis, der überragende S Ed Reed oder RB Ray Rice, die das Spiel entschieden, sondern ein Kicker. Ja, auch dieser Mannschaftsteil muss erste Klasse sein, um ins Finale zu kommen.
Eine Verlängerung wäre aber nach dem Spielverlauf durchaus gerecht gewesen: beide Mannschaften schenkten sich nichts und wie auch schon in San Francisco dominierten auch hier die Defensivreihen. Tom Brady warf noch nicht mal einen TD, aber dafür 2 Interceptions, was an sich schon außerordentlich ist. Und auf der anderen Seite spielte selbst der viel gescholtene Ravens-QB Joe Flacco zwischenzeitlich groß auf, verbuchte sogar 2 TD, leistete sich aber auch eine folgenschwere Interception im letzten Viertel. Trotzdem hielt die Ravens Defensive den Patriots Angriff in Schach, der noch in der Vorwoche mit 45 Punkten Timmy Tebow zum Beten schickte. Innerhalb der letzten 2 Minuten schaffte es nicht mal Tom Brady & Company mit 3 Versuchen 10 Yards zu ergattern, was es den Ravens wohl unmöglich gemacht hätte, nochmal ins Spiel zu kommen. Baltimore hielt dem Druck stand, eroberte den Ball zurück und marschierte übers Feld, nur der Schuss am Ende ging daneben. (Seit 4 Jahren haben die Ravens immer mindestens ein Playoff-Spiel gewonnen, in den Superbowl schafften sie es auch dieses Mal nicht…)
Und was beweist uns nun wieder dieses Football-Wochenende? Mmh, naja, man braucht neben starken und konstanten Offensiven auch und vor allen Dingen eine sehr gute Defensive. Aber wenn das noch nicht reicht, versierte Special Teams mit einem Kicker, der auch mal wichtige Field Goals schießen kann… - Ok, das klingt jetzt relativ simpel und einleuchtend, einer tiefgründigen Analyse nicht wirklich würdig, aber oft zählen die kleinen Dinge und die müssen überall passen. Es verdeutlicht zudem nur, dass allein mit guten Offensiven oder Defensiven nicht viel zu gewinnen ist, das Gesamtwerk muss stimmen, so einfach ist das. Ich glaub der alte Spruch im Football sollte vielleicht angepasst werden: Was zählt ist Ausgeglichenheit! ALLE Bereiche eines Teams müssen überzeugen, gerade in entscheidenden Momenten. Fehler sind nicht erlaubt und abheben darf man erst recht nicht… also alle schön runterkommen, in 2 Wochen geht’s ums Ganze .)

ms