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Samstag, 15. Dezember 2012

Bold Predictions - NFC-Playoff-Spots zu vergeben

Mit Vorhersagen ist es ja immer so ein Ding. Vor der Saison haben wir unsere Favoriten im Superbowl (Paarung + Gewinner) getippt und zudem auch auf den Coach of the Year oder auch den MVP der Saison. Zwar stehen da auch so Namen wie Michael Vick, aber eigentlich liegen wir nicht schlecht im Rennen.
Aber jetzt sind noch 3 Spieltage zu spielen und dann gehts in die Playoffs - ein überschaubarer Zeitraum, mal wieder ein paar Vorhersagen rauszuholen. Welche Mannschaften schaffen es in die Playoffs, welche Teams scheitern? Durchaus nicht ganz einfach zu entscheiden, aber wir versuchen es mal.
(Kann übrigens jeder selber machen: ESPN bietet eine "Playoff-Machine" an. Etwas martialisch ausgedrückt, aber man kann die Ergebnisse der letzten 3 Spieltage tippen und hats raus... ;) 

als erstes gehts um die NFC.. :

#1-Team: Atlanta Falcons
Obwohl in der letzten Woche strauchelnd und meiner Meinung nach nicht ausreichend überzeugend für einen weiten Playoff-Run, schaffen es die Falcons auf den #1-Spot. Mit derzeit 11-2 Siegen liegen sie ein-einhalb Siege vor den 49ers und 2 vor den Packers. Das dürfte reichen. Zwar werden sie gegen die Giants an diesem Wochenende untergehen, aber dann gegen die Lions und zu Hause gegen Tampa das Ding nach Hause fahren und ein Erst-Runden-Bye ergattern, dann kommen aber 49ers, Giants etc ins Haus und dann is Ende im Gelände. (am Ende: 13-3)

#2-Team: Green Bay Packers
Die Packers in ihren letzten 8 Spielen mit 7 Siegen klar auf einem aufsteigenden Ast. Rookies springen reihenweise in die Bresche und auf einmal geht sogar ein Running-Game (Aaron Rodgers letzte Woche ohne TD-Pass! na, wie geht denn sowas?) Zudem kommen diese Woche gegen die Bears Clay Matthews wieder zurück (Achtung Jay Cutler!) und in den nächsten Wochen auch wieder All-Pro Charles Woodson. Dann kriegt die junge Bande auch noch Erfahrung hinzu und dürfte gefährlich werden für die Playoffs. Die Bears werden geschlagen und damit die NFC-North klargemacht, danach folgen Titans und am letzten Spieltag sicherlich ein enger Sieg gegen Adrian Peterson, dem man seine 2000 Yards erlaufen lässt, mehr aber auch nicht. (am Ende: 12-4)

#3-Team: San Francisco 49ers
Bisher auf dem #2-Spot, aber dieses Wochenende gegen die Patriots am Start. Die sind derzeit so heiß, dass sich die 49ers ein wenig verbrennen dürften. Danach wird es dann interessant: In Seattle geht es dann um die Wurst. Denke aber, dass da die Erfahrung obsiegt und die 49ers ihren #3-Spot halten. Dass am letzten Spieltag die Cardinals entweder verlieren und erst gar nicht anreisen, ist jetzt nicht so wichtig. (am Ende: 11-4-1)

#4-Team: Washington Redskins
Yes, I said it. Die Redskins sind ebenfalls heiß und mit dem Sieg gegen die Ravens im Rücken, werden sie sich auch nicht von den Browns und danach von den Eagles aufhalten lassen. Auch mit einem angeschlagenen RG3. Letztes Spiel gegen Dallas wird entscheidend, aber auch da schätze ich sie als bessere Team ein, und naja... die Cowboys und die Playoffs ist nun wahrlich auch keine Liebesgeschichte. (Am Ende 10-6)

#5-Team: Seattle Seahawks
Bisher eine echt beeindruckende Saison der Seahawks. Letzte Woche 58-0 gegen die Cardinals und schon die Packers und Patriots geschlagen. Aber gegen Ende der Saison wird sich das junge Team um Rookie-QB Russell Wilson beweisen müssen, ob sies durchhalten. Ich denke schon. Die Bills werden geschlagen und dann 2 Heimspiele gegen die 49ers und Rams. Gegen die 49ers bin ich mir nicht sicher, aber die Rams können geschlagen werden und dann steht am Ende Platz 5 in der NFC. (Am Ende: 10-6)

#6-Team: New York Giants
Als ob sich die New Yorker über diesen Spot nicht auch ein wenig freuen würden? 2007 marschierten sie auf diesem bis zum Superbowl-Sieg. Bis dahin: noch ein weiter Weg! Spiele gegen Falcons, Ravens und Eagles sind nicht zu unterschätzen. Ich denke 2 Siege werdens aber (Ravens schaffen es irgendwie zu Hause zu gewinnen) und dann ist auch der aktuelle Champion in den Playoffs. (Am Ende ebenfalls: 10-6)


puh, das wars. Der Rest fällt hinten runter, namentlich: Die Bears, die ich zwar auch bei 10-6 sehe, aber eine schlechte Conference-Siegbilanz aufweisen. Cowboys... (enough said) und die Vikings und Rams hatten eh nur noch Aussenseiterchancen.

Die Paarungen sähen dann schon nicht schlecht aus: Wild-Card Runde: Re-Match des NFC-Championship-Game 2012: Giants vs 49ers und das Duell der Rookie-QBs: Seahawks vs Redskins. 
Das wär doch was, oder? :)

ms

Montag, 5. November 2012

Im Schatten von Sandy


Das Spiel Pittsburgh Steelers gegen New York Giants am gestrigen Sonntag, stand im Schatten des verwüstenden Hurricane Sandy. Obwohl der Spielbetrieb fernab der Normalität ablief, konnten die Steelers das bis zur letzten Minute spannende Spiel mit 24 zu 20 für sich gewinnen.

Spieler schliefen im Hotelflur
Es ist schwer zu bewerten, welche von den beiden Mannschaften am meisten unter den Folgen des Sturms zu leiden hatte und auf welcher Weise sich das auf das Spiel auswirkte. Die Steelers sind erst am Sonntag früh in New York angekommen und am selben Abend wieder zurück geflogen, weil sie nicht genügend Hotelzimmer in der Region um das Stadion fanden. Nach der Morgenbesprechung im völlig ausgebuchten New Yorker Hotel schliefen einige Spieler im Flur, so Ben Roethlisberger. Auch die Spieler der Giants hatten mit Problemen und Irritationen zu kämpfen, aber das die ganze Woche. Quaterback Eli Manning musste seine Familie in ein Hotel ins benachbarte Hoboken, New Jersey unterbringen, weil seine Wohnung geflutet wurde. Das Haus von Linebacker Mathias Kiwanuka wurde gar ganz weggespült. Anders als der New York City Marathon wurde das Spiel aber dennoch austragen. Es sollte den Menschen eine wohlverdiente Ablenkung liefern. Das tat es. Doch leider mit ungünstigen Ende für die Giants.

Nach dem Schiedsrichter-Streik wieder Fehlentscheidungen
In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaft einen höchst ausgeglichenen Wettkampf, der sich in allen drei Phasen abzeichnete – Special Teams, Verteidigung, Offensive. Man erkannte was unumstößlich fest steht. Die beiden Mannschaften, die in den letzten sieben Jahren zusammen vier Superbowl gewannen, zeigten warum sie seit Jahren oben mitspielen. Zwei kritische Schiedsrichterentscheidungen verhalfen den Giants zum Vorteil. Ein übertrieben interpretierter pass interference call und ein ungerechtfertigter unnecessary roughness schenkten den Giants sieben Punkte. Nach dem Schiedsrichter-Streik sind Fehlentscheidungen wohl wieder Thema. Die Steelers erholten sich von dem Rückstand, bekamen die einmalig gute Verteidigungslinie der Giants (vier Sacksund zwei forced fumbles) im letzten Teil des Spiels unter Kontrolle und machten 14 Punkte im letzten Viertel. Trotz sehr guter Leistung in den ersten 45 Minuten, kamen die Giants am Ende nicht mehr in Spiel – dreimal hintereinander 3 and out.

„HEEEEEAAAAATH“, „CRUUUUUUUZ“ und „Herzlich“
Es war das Spiel der Publikumslieblinge. Das konnte man hören. Ein seltenes Zusammentreffen der Spieler mit kurzen und wohlklingenden Namen. Sympathischer Spieler mit spektakulären Aktionen. Heath Miller, Tight End bei den Steelers und Victor Cruz, Wide Receiver bei den Giants. Oder besser bekannt als „HEEEEEAAAAATH“ und „CRUUUUUUUZ“. Denn so schallt es in tiefen Bässen von der Tribüne durch das Stadion. Doch neben „HEEEEEAAAAATH“ und „CRUUUUUUUZ“       war auch Linebacker Mark Herzlich auf dem Feld. Der 2009 vom Knochenkrebs geheilte Herzlich spielte für den verletzten Chase Blackburn und war einer der aktivsten auf dem Platz. Neben Blackburn, Andre Brown, Martellus Bennett, Bear Pascoe und Stevie Brown ist Herzlich einer von vielen Giants Spielern die als Außenseiter zum Team kamen und nun zu den Säulen des Erfolgs gehören. Ein deutliches Zeichen für gutes Management.

mh   

Sonntag, 30. September 2012

Vorentscheidende Duelle in Week 4 - Eagles' Vick unter Druck

Die Saison ist gerade mal 3 Spieltage alt, aber schon jetzt sind Teams gefordert, wenn sie im Winter noch in die Playoffs kommen wollen. Viel Spannung also in Week 4 der NFL.
Nun endlich wieder mit den regulären Schiedsrichtern, finden diesen Sonntag schon einige vorentscheidende Match-Ups statt, die den weiteren Verlauf der Saison für viele Mannschaften bestimmen könnten.

Favoriten schon unter Zugzwang
Wer hätte z.B. gedacht, dass das Spiel der Superbowl-Champions von 2010 und 2009 – Green Bay Packers gegen die New Orleans Saints schon in Woche 4 ein Spiel ist, was beide auf keinen Fall verlieren dürfen. Die Packers, letzte Woche um einen Sieg beraubt, wären in der starken NFC North mit 1-3-Siegen doch schon erheblich im Hintertreffen. Und die Saints sind derzeit das einzige NFC-Team ohne einen Sieg – eine weitere Niederlage und die Saison wäre schon so gut wie beendet.
Man merkt, dass auf einmal die „Großen“ in der NFL schon mächtig in Zugzwang sind: Die Packers, die Saints und auch die Patriots (1-2) sind gegen den Divisions-Konkurrenten Buffalo (2-1) gefordert. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten wäre ein herber Rückschlag. Ähnlich sieht es bei Denver (1-2) gegen Oakland (1-2) aus. Noch strahlt Peyton Manning jedenfalls noch nicht die Dominanz alter Tage aus, umso wichtiger wäre ein Sieg gegen Darren McFadden und Co.
Interessanterweise sind hiermit nahezu alle Elite-QB genannt, welche dieses Wochenende gefordert sind. Meist braucht man diese Herren nicht lange bitten und sie liefern…

Rivalen in NFC East treffen aufeinander
Womit wir aber gleich bei dem für mich spannendsten Spiel des Tages wären: Die New York Giants treffen auf die Philadelphia Eagles. Auch zwei Elite-QBs, auch ein Divisions-Duell, beide aber schon mit 2 Siegen auf ihrem Konto. So viel Angst vor dem Absturz müssen die beiden Mannschaften also nicht haben, aber für die Eagles ist derzeit jedes Spiel entscheidend. Jedenfalls wird jedes Mal eine Riesenaufregung fabriziert und die Medien lassen sich genüsslich über die Spielweise des selbsternannten „Dream-Teams“ aus. Und das hat viel mit dem Namen Michael Vick zu tun. Für viele Fans und Beobachter ein guter QB, aber eben nicht "Elite" und in dieser Saison sogar weit unter seinen Möglichkeiten.
Ich geb es zu, ich habe ihn vor der Saison als MVP der Liga getippt…ok, in der Tat ein wenig gegamblet, aber ich fand die Chancen nicht schlecht. Ich erinnere mich immer an die Saison vor 2 Jahren, als Vick als Ersatz von Kevin Kolb einsprang und wohl die beste Saison seiner Karriere spielte, das Spiel dirigierte, ruhig in der Pocket blieb und nicht immer versuchte seine Runs zu machen, nur wohlüberlegt. Damals war Philie nur einen Wurf vom Sieg über die Packers und vom NFC Championship-Game entfernt… doch dann warf Vick eine Interception. Und dies macht er in dieser Saison einfach zu häufig. Exemplarisch das erste Spiel der Saison gegen Cleveland: 4 Interception warf er, um dann doch mit einem Touchdown-Pass kurz vor Schluss den Sieg einzufahren. 9 abgefangene Pässe sind es insgesamt schon dieses Jahr.

Vick als Sündenbock
An ihm scheiden sich echt die Geister. So sehr, dass Coach Andy Reid nach der Niederlage letzte Woche gegen die Cardinals meinte, Vick sei „derzeit“ ihr QB, man müsse aber sein Spiel „evaluieren“ und dann weiter sehen… - Keine wirklichen Worte der Vertrauens und erst im Laufe der Woche, stellte Reid nochmal klar, dass er auf Vick setze. In einer Medien-gehypten Stadt und mit anspruchsvollen Fans eine harte Aufgabe.
Die Fans sehen nämlich schon längst Vick nicht mehr als Favorit auf den QB-Job ihres Teams, gerade seit dem Nick Foles – Dritt-Runden-Draft Pick – in der Preseason aber sowas von überzeugt hatte. Ein Passer-Rating von im Schnitt 110,1 unterstützt diese Beobachtung und auch NFL-Experte Charley Casserly bezeichnete ihn als eine der Überraschungen der Preseason.

Abstimmung und Richtung der Eagles Offensive fehlt noch
Aber die Gründe für Vicks bisher schlechtes Abschneiden liegen meiner Meinung nach ganz woanders: Kurt Warner gab diese Woche zu bedenken, dass Vick durchaus nicht schlecht spiele, aber oft wenig Optionen zum Anspielen geliefert bekommt und dann oft versucht, Dinge zu erzwingen. Er bräuchte einfach mehr Unterstützung und ein besseres Play-Calling. Und dabei muss auch die Offense-Line Erwähnt werden, die Vick immer wieder zum Abschuss frei gibt: 9 Sacks in 3 Spielen und mit Abstand die meisten QB-Hits der Liga (29!!!). So kann gar keine „Ruhe“ aufkommen und Vick nach den besten Optionen suchen.
Unverständlich ist zudem, dass RB LeSean McCoy bisher noch kaum ins Spiel gebracht wird. Er führte die Liga letztes Jahr in Touchdowns an und gerade mit dem Druck, der auf Vick ausgeübt wird, wäre das Lauf-Spiel doch die beste Möglichkeit dem entgegenzuwirken. Wahrscheinlich nicht ohne Grund sagte Coach Reid letzte Woche nach dem Spiel auch, dass er selbst nicht bereit war, das Spiel zu coachen und an der Niederlage mit Schuld sei. Ob sich diese Woche an dieser Einstellung was ändert, wird sich zeigen, die Giants werden nicht leicht zu spielen sein. Alles auf Vicks Schultern zu lasten – sowohl Hoffnungen als auch Schuldzuweisungen – ist jedoch in jedem Fall nicht der richtige Weg. Die Mischung machts und da sind in erster Linie die Coaches für verantwortlich und wenn alle anderen „Dream-Team-Player“ auch noch was beisteuern, dann werden die Kritiker an Vick in Philadelphia auch wieder verstummen. Ob Vick MVP werden kann oder die Eagles in die Playoffs kommen, das ist dann nochmal eine ganze andere Frage…
And now, let’s play some Football

ms

Samstag, 22. September 2012

Gigantisch gute Giants

Eigentlich wäre das Donnerstagnachtspiel eine gute Gelegenheit gewesen, die Carolina Panthers und ihr Potential für die neue Saison zu analysieren. Mit dem starken Auftritt gegen die NFC South Rivalen aus New Orleans letzten Sonntag, Star-QB Cam Newton in seinem zweiten Jahr in der Liga und einer verbesserten Verteidigung wäre das Team aus dem Südosten Amerikas sicher für ein paar spannende Geschichten gut gewesen. Vielleicht haben die Panthers sogar selbst gehofft wieder einmal Geschichten zu produzieren. Aber bei dem Spiel gegen die New York Giants waren sie mental nicht auf dem Platz und verloren verdient 7 zu 36.

Panthers patzen
Gute Einzelaktionen konnte das Team aus Charlotte produzieren. Quaterback Cam Newton mit einem herrlichen Sprung über die Goal Line zum Touchdown und einem Pass zum Tight End Greg Olsen, der den Ball kurz vor dem Boden an sich reisen konnte. Der 1,75 große und 112 Kilo schwere Fullback Mike Tolbert bekam einen kurzen Pass über die linke Seite, nahm langsam Fahrt auf und ließ sich erst nach 14 Yards von zwei Giants Verteidigern stoppen. Alle weiteren Aktionen der Panthers lassen sich an einer Hand abzählen und brachten das Team nicht weiter. Vor allem fehlte es an Willen und Effizienz. Obwohl Newton für fast 250 Yards werfen konnte. Die drei Interceptions die er warf, nutzen die Gegner eiskalt aus. An diesem Abend waren die New York Giants einfach nicht zu stoppen.

Die Geschichte des Abends
Obwohl durch drei verletzte Spieler (RB Ahmad Bradshaw, WR Domenik Hixon und WR Hakeem Nicks) geschwächt, hatte man Gefühl nur die Giants auf dem Platz zu sehen. Eli Manning war nahezu perfekt mit 27 aus 35 Würfen für 288 Yards, was aber vor allem daran lag, das die Offensiv-Linie die Verteidigung ausspielte. Manning hatte viel Zeit und wurde selten in seiner Wurfbewegung gestört. Die Geschichte des Abends war aber, wer die drei Leistungsträger auf dem Feld ersetzen wird. Widereceiver Ramses Barden, den die Giants 2009 in der dritten Runde zu sich holten, konnte die Trainer sicherlich überzeugen ihn öfters einzusetzen. Obwohl er sich langsam auf dem Feld bewegte und wenige Yards nach dem ersten Kontakt machte, konnte er seine 1,98 Meter Körpergröße gut ausspielen. Die eigentliche Überraschung war die Leistung von Running Back Andre Brown, der mit über 100 Yards das Spiel seines Lebens machte. Der fünfundzwanzigjährige Brown, der in den letzten drei Jahren bei fünf unterschiedlichen Teams unter Vertrag stand scheute sich nicht vor gegnerischem Kontakt, suchte in sogar und lief gelegentlich Verteidiger um. Er scheint in Zukunft eine verlässliche Stütze für die Rennspielzüge der Giants zu werden.

mh

Samstag, 8. September 2012

Die Ryan-Verteidigung perfektioniert?


Die 2012/2013 Football Saison hat für die New York Giants und die Dallas Cowboys am Mittwoche Nacht genauso angefangen wie die 2011/2012 Saison – zumindest in der ersten Halbzeit.
Eli Manning verteilte mit Präzision den Ball an seine drei Top-Fänger Victor Cruz, Hakeem Nicks und den lange verletzten, aber nun wieder gesunden Domenik Hixon. Osi Umenyiora, Justin Tuck und Jason Pierre-Paul dominierte die Linie und bekamen überraschend gute Unterstützung von Rocky Bernhard und Linval Joseph. Dallas Quaterback Tony Romo in der ersten Hälfte mehrmals in Bedrängnis gebracht und warf eine Interception, die die Giants bis kurz an die Endzone brachten. Doch die Big Blues schafften es nicht ihre Möglichkeiten zu nutzen und in der zweiten Hälfte drehte sich das Spiel. Die Cowboys gewannen das NFC East Derby 24-17.

Ogletree drehte das Spiel
In der Offseason konnten die Cowboys ihre Secondary über Draft und Free Agency erheblich verbessern. Nach dem ersten Spiel zu urteilen, zahlte sich das aus. Wie die Cornerbacks sich über die Saison entwickeln, wird für die gesamte Mannschaft wichtig sein. Vieles mag aber auch daran liegen, dass Victor Cruz, der drittbeste Receiver des letzten Jahres, einen schlechten Tag hatte und drei bedeutende Pässe aus Unkonzentriertheit fallen ließ. Der erste Spieltag sollte auch nicht überbewertet werden. Bei den Cowboys konnte jedoch die charakteristische Ryan-Defense erkannt werden, die perfektioniert sehr erfolgreich werden kann. Der Bruder von Cowboys-Defense-Koordinator und Cheftrainer der New York Jets konnte mit dieser Strategie in den letzten drei Jahren zwei Mal ins AFC-Endspiel, ohne dabei eine außergewöhnlichen Passrusher zu haben. Sicherlich hat Rob Ryan in Dallas nicht so erfahrene und exzellente Cornerbacks, wie Rex Ryan in Darrelle Revis und Antonio Cromartie. Brandon Carr und Morris Claiborne konnte am Mittwoch jedoch so viel zeigen, dass Rob Ryan sie alleine mit ihren Gegenspielern lassen wollte. Hier liegt genau der entscheidende Vorteil der Ryan-Verteidigung. Besitzt man CBs, denen man vertrauen kann, dann sollte man das Risiko eingehen, sie in einem two-receiver-set alleine zu lassen. So können neun statt 8 oder weniger Verteidiger in der Box an der Linie spielen. Das birgt die Möglichkeit, die O-Line mit doubleteams in Bedrängnis zu bringen. Das einzige Gegenmittel gegen solche Blitze sind Laufspielzüge oder kurze Pässe. Letzteres hat Eli Manning versucht, doch die Dallas CBs konnten sich durchsetzen. Aber nicht nur die Verteidigung der Cowboys war überzeugend. DeMarco Murray knüpfte an, wo er letzte Saison aufhörte und hatte einen Lauf mit 48 Yards, bei dem er die Giants-Verteidigung austänzelte. Miles Austin machte trotz Verletzung einen spektakulären Catch. Und Tony Romo kam nach anfänglichen Schwierigkeiten gut ins Match und konnte seine Laufstärke voll ausspielen. Obwohl Tight End Jason Witten und Wideout Dez Bryant wenig zum Verlauf beitrugen, siegte Dallas verdient. Vor allem wegen Kevin Ogletree. Undraftet 2009, Inaktiv 2010, Verletzt 2011, wartete er drei Jahre um seine Chance zu nutzen. Mit einer beispiellosen Leistung, 2 TDs, 8 Rec., 114Yds., war er der, der das Spiel drehte.

Gefeiert wie Superbowl-Sieger
Nach dem Spiel feierten die Cowboys den Saisonauftakt wie einen Superbowl-Sieg. Eindeutig war es ihnen wichtiger sich an den Giants für die letzte Niederlage zu rächen. Die Giants nahmen es mit Gelassenheit. Allein ihre Secondary, die dieses Jahr vier Ausfälle zu beklagen hat, muss einem Sorgen bereiten.

mh

Dienstag, 7. August 2012

Heißer Quaterback-Kampf in der Wüste

„6 Monate nach dem die New York Giants den Superbowl in Indianapolis gewonnen haben. Eine 182 Tage währende Trockenperiode.“ Der US-amerikanische Fernsehreporter konnte seine Freude kaum verbergen. Am Sonntagabend, 20.00 Uhr amerikanischer Ortszeit, wurde das erste Mal diese Saison der Football geworfen. Im sogenannten „Hall of Fame“-Spiel der Preseason, einer Art Freundschaftsspielsaison der NFL, trafen die New Orleans Saints und die Arizona Cardinals aufeinander. Für uns ein Grund mehr die Mannschaft aus der Wüste und ihre Probleme und Möglichkeiten für die kommende, reguläre Saison zu betrachten.

Von einer Streitfrage in die nächste
Bevor Peyton Manning bei den Denver Broncos unterzeichnete, besuchte er auch die Cardinals Geschäftsstelle in Tempe, Arizona, in der Nähe von Phoenix. Die Unruhe, die der viermalige MVP durch sein Erscheinen auslöste, hat sich nun gelegt. Es stand zu Debatte, ob der 2011 gekaufte Kevin Kolb, der seine Entlassungspapiere bekommen hätte, wäre Manning bei den Cardinals unter Vertrag gekommen, noch Vertrauen in sein Team hätte. Die Streitfrage ist gelöst. Eine andere bahnt sich an – in Form von John Skelton.

Der 24jährige Fünft-Runden-Pick von 2010 will die Nr. 1 in Arizona werden und hat gute Chancen auf die Position. Einige Analysten sind allerdings der Meinung, dass der Trainerstab Kolb mehr Vertrauen schenkt. Er soll die sicheren Würfe machen und bessere Entscheidungen treffen. Wie diese Einschätzung Zustande kommt bleibt jedoch fraglich. Die Spielstatistiken ähneln sich, was also nicht der Grund seien kann. Was für Kolb spricht, sind die 63,5 Millionen, die Arizona über 5 Jahre an den Werfer bezahlt. Die Verantwortlichen werden dem ehemaligen Philadelphia Eagles Ersatzmann noch eine Chance geben, um zu sehen ob die Investition lohnenswert war.

Eine labile Offensiv-Line hilft der QB-Streitfrage nicht
Das Freundschaftsspiel vom letzten Samstag gab einen Eindruck, wie sich das Problem lösen wird. Kolbs erster Wurf war ein Zehn-Yards-Wurf an die Seitenlinie, in die Zonen-Verteidigung der Saints. Doch Kolb sah Saints Safety Malcom Jenkins nicht, der von der Line in die Passverteidigung gegangen ist und den Pass abfangen konnte. Im zweiten Drive brachte die Offensive nichts zustande. Im dritten Drive wurde Kolb zwei Mal in der eigenen Endzone in Bedrängnis gebracht. Beim ersten Mal konnte er den Ball spektakulär an den Mann bringen. Beim zweiten Mal wurde er zu Boden gerissen. Kolb musste das Spiel unter Schmerzen mit einer Rippen-Verletzung verlassen. Eine labile Offensiv-Line hilft der QB-Streitfrage nicht.

Skelton vor Kolb
Skeltons ersten beiden Pässe waren Incompletions. Er tritt aber aufs Spielfeld wie der geborene Führungsspieler. Seine folgenden Drives sehen flüssig aus und sind eine gute Mischung aus guten Lauf- und Wurfspielzügen. Skeltons Genie blitz am Anfang des zweiten Viertel auf. Auf der 25 Yardlinie der Saints beim zweiten Versuch und 5 Yards wirft der in Texas geborene Skelton einen seitlichen Pass, entgegen seiner Laufrichtung, eine Sekunde bevor er von zwei Verteidigern umgeworfen wird. Der Spielzug macht einen der wesentlichen Vorteile gegenüber Kolb deutlich. Skelton ist mit seinen knapp 2 Metern und 110 Kilogramm ein großer, kräftiger Kerl, der hinter seiner fragilen O-Line bedacht wartet um den Pass an den Mann zu bringen und dafür auch mal Sacks einsteckt. Sein Arm, der die Bälle über das Feld donnert, teilweise auch ungenau, hält die gegnerische Verteidigung davon ab an der Line of Scrimmage zu warten. So eröffnen sich ganz andere Räume für das Running-Game. Skelton mag vielleicht noch Unerfahren sein, doch er verhält sich nicht so. Immerhin konnte er letzte Saison San Francisco schlagen. Er wird die QB-Streitfrage für sich entscheiden.

Auch wenn das Freundschaftsspiel nur einen kleinen Eindruck geliefert hat und die Saison noch 28 Tage entfernt ist, das Ei dreht sich wieder. Da kann selbst ein Reporter seine Freude nicht verbergen.   

mh

Donnerstag, 9. Februar 2012

Findet den Schuldigen! Nachträge zum Superbowl XLVI

Nach dem Superbowl-Thriller in Indianapolis suchen Medien und Beteiligte nach den Gründen für die Niederlage der New England Patriots. Ein Grund mehr sich das Spiel erneut anzuschauen und zu bewerten.

Brady bleibt unter 300
Was am Montag früh sich andeutet, wird in der Wiederholung deutlich. Die Giants waren besser in Defense, im Run-Game und beim Punten.
Brady warf nur für 276 yards, was nicht seine schlechteste Leistung war. Nur in vier Spielen der regulären Saison und in den Playoffs machte er weniger Yards. Darunter 198 Yards gegen Pittsburgh in Woche 8 und 239 Yards gegen Baltimore in Conference Final. Tom Brady gehört konstant zu den besten Quarterbacks dieser Dekade, ihn auf unter 300 Yards in einem Spiel zu bringen ist eine sehr gute Leistung. Sicherlich, Brady hat eine Interception geworfen, die Giants konnte aus dem Fehler aber keine Punkte holen.

Brady, der gefürchtetste Läufer
Wie auch in der regulären Saison konnten auch in Indianapolis die Runningbacks nicht überzeugen. Obwohl ein explosiver Spielzug von Woodhead im letzten Viertel und ein wichtiger 20 Yards Run von Green-Ellis uns zur Einsicht bringen, war die Laufstrategie nicht effektiv. Nie haben die Runningbacks den Druck von Brady genommen, wie Bradshaw und Jacobs von Eli, um der Mannschaft ein ausgeglichenes Aussehen zu geben. Nie haben die Giants-Verteidiger einen Läufer gefürchtet. Außer Brady, bei „3rd and inches“ im dritten Viertel. Sicherlich ein Bereich der in der Sommerpause und im Draft ausgebessert werden muss. Denn, bekanntlicherweise,  kann eine Mannschaft mit guten Runningbacks die Zeit kontrollieren. Das haben die Giants auch erfolgreich getan (Time of Possession Giants 37:05 / Time of Possession Patriots 22:55).
 
Steve Weatherford am Tag nach dem Superbowl im New Yorker Stadium. Quelle: Weatherford

Ein Punter macht den Unterschied
Specialteams, von vielen belächelt, machen sie doch in wichtigen Spielen den Unterschied. Es sei nur an Adam Vinatieri erinnert, der mehrere spielentscheidene Fieldgoals unter schwierigsten Bedingungen erzielte. Bei den New England Patriots entschied er den Superbowl-Sieg von 2002 und von 2004. Steve Weatherford, der Punter der New York Giants, der erst diese Saison von den Jets wechselte, schoss drei exzellente Punts und zwang Tom Brady so drei mal nah an der eigenen Endzone zu starten. Beim ersten Mal wurde aus dieser Drucksituation ein Safety.  

Hätte, hätte, hätte…
Es ist schwer einen Schuldigen zu finden. Brady sagte nach dem Spiel richtigerweise: „Du gewinnst als Team und du verlierst als Team“ . Die letzten Tage waren geprägt davon, Wes Welker die Schuld für die Niederlage zu geben. Sicherlich, er macht den Fehler, Minute 4:06, im vierten Viertel und fängt den Pass nicht. Wenn die Patriots hier eine Touchdown gemacht hätten, hätten sie mit mehr als sieben Punkten geführt. Trotzdem macht Welker 60 Yards und einen Ball fängt er in der Luft mit einer Hand. Zudem lässt Hernandez 48 Sekunden vor Schluss ebenfalls einen sicheren Ball fallen und Brady trifft kurz darauf Branch nicht, der frei steht. Zusätzlich hätte die Trainer um Bill Belichick den letzten Touchdown der Giants viel früher zulassen müssen, sodass die Offense mehr Zeit für einen letzten Touchdown gehabt hätten. Denn 57 Sekunden sind manchmal selbst für Brady zu wenig. 

mh