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Montag, 20. Januar 2014

4 Fehlentscheidungen verwehren 49ers den Einzug ins Super Bowl Finale

Die Seahawks spielten nahezu perfekt, dennoch lässt sich die These aufstellen: Vier Fehler verwehren den 49ers den Einzug ins Super Bowl Finale.

Die Seattle Seahawks stehen im Super Bowl und spielen am 2. Februar gegen die Denver Broncos. Die San Francisco 49ers waren nicht mehr im Stande gegen Ende der zweiten Halbzeit das Spiel zu drehen und den 6-Punkte-Rückstand aufzuholen, obwohl Quarterback Colin Kaepernick seine Mannschaft bis an die gegnerische Endzone führte.

 First Down an Seattles 18 Yardlinie und noch 30 Sekunden zu spielen. Doch Kaepernick warf den Ball zum Gegner – die dritte Interception des jungen Quarterbacks. Mit solchen Fehlern ist ein so knappes Halbfinalspiel nicht mehr zu gewinnen.

„Ich hab nicht gut genug gespielt um zu gewinnen. Ich hab den Ball dreimal [dem Gegner] gegeben. Ich hab uns das Spiel gekostet,“ sagte Kaepernick nach dem Spiel. 

Das mag sicher übertrieben sein. Viele Faktoren haben dazu geführten, dass die Seattle Seahawks den Sieg davontrugen, vor allem auch deren nahezu perfekte Leistung. Dennoch lässt sich nicht verschweigen, dass vier Fehlentscheidungen der Schiedsrichter die Seahawks deutlich bevorzugten.

Die provozierende These: Die San Francisco 49ers haben das Spiel wegen vier Fehlentscheidungen verloren.

Hier die vier strittigen Szenen:

1) LaMichael James will einen Punt der Seahawks fangen, doch bekommt den Ball nicht unter Kontrolle. James wird zu Boden getackelt mit einem Schlag an den Kopf. Dann wird ihm der Helm heruntergerissen.

2) 10 Minuten vor Schluss nimmt 49er Linebacker NaVorro Bowman Seattle Receiver den Kearse den Ball ab. Doch die Schiedsrichter entscheiden, dass Seattle den Ball bekommt. Die Entscheidung wirkt sich zwar nicht so sehr auf das Spiel aus, weil Seattles nächster Versuch auch ein Fumble ist den die 49ers sich aber sichern.

3) Seahawks QB Russell Wilson wirft den Ball zu seinem Tight End Luke Willson. Doch Reid und Whitner tackeln den Fänger, sodass er den Ball verliert. Obwohl sich 49ers Safety Whitner in den Gegner wirft, was verboten ist, bringt er Willson dennoch nicht mit einem sogenannten helmet-to-helmet hit zu Boden. Dennoch gibt es 15 Yards Strafe.  

4) Die wohl schlimmste Fehlentscheidung des Abends: Chris Maragos von den Seahawks will an den Ball und fällt unglücklich auf den Standfuß von 49ers Punter Andy Lee. Trotz des Geschwindigkeit – die entscheidende Szene dauert vielleicht 2 Sekunden – ist deutlich zu sehen, dass Maragos nur den Standfuß von Lee trifft. Ein kurzer Blick hätte genügt und das Schiedsrichtergespann hätte gesehen, dass Lee nach dem Spielzug mit dem linken Fuß hinkt. Der entscheidende Unterschied: So wie die Schiedsrichter entschieden gab es nur eine 5-Yard-Strafe. Hätten sie richtig entschieden, hätten die 49ers Offensive den Ball wiederbekommen, weil es eine 15-Yards-Starfe gegeben hätte für Roughing the Kicker.

Was denkst Du?

Haben die 49ers das Spiel wegen der Schiedsrichter verloren?

Sonntag, 27. Januar 2013

Warum die 49ers gewinnen?

Die Frage, wer nächsten Sonntag den Superbowl gewinnt – die Baltimore Ravens oder die San Francisco 49ers – kann stark verkürzt mit vier Wörtern beantwortet werden: Kaepernick,  Gore, Willis, Harbaugh. Wohl gemerkt, Jim Harbaugh, Cheftrainer der 49ers.

Kaepernick bei seiner Siegespose. Er hat sie sich als Marke eintragen lassen.


Colin Kaepernick
Wahrscheinlich der mutigste Wechsel in der gesamten Saison. Vielleicht sogar in der gesamten Sportgeschichte. Alex Smith, der unter Jim Harbaugh die beste Zeit seiner sportlichen Karriere erlebte – first Pick im 2005er NFL Draft, galt er die ersten Jahre auf Grund desolater Leitung als größter Reinfall – wurde nach einer Gehirnerschütterung durch Colin Kaepernick ausgetauscht. Zuvor führte Alex Smith die Liste der Quaterbacks mit der höchsten completion percentage (70%) an und hatte das dritthöchste passer rating (104.1). Kaepernick übernahm und wurde nicht wieder ersetzt. Er steht nun im Superbowl Finale, als einer der wenigen Quaterbacks der Geschichte, die die Saison von der Bank aus begonnen hatten. Kaepernick hat sich seine Position verdient. Die Green Bay Packers demolierte er beinahe eigenhändig. Er lief für 181 Yards. Im Durchschnitt mehr als 11 Yards pro Versuch. Und dennoch, berüchtigt ist er für seine Fähigkeiten zu werfen. Der ehemalige Basballspieler hat im College den Ball auf fast 150 km/h gebracht. Am Sonntag wird seine Wurftechnik den entscheidenen Vorteil bringen.

Frank Gore
Der Veteran, der im achten Jahr bei den 49ers spielt, profitierte letzte Woche im Spiel gegen die Atlanta Falcons am meisten von der Defensivstrategie der Gegner. Die Falcons wollten Kaepernick zwingen das Spiel werfend zu gewinnen und nicht wie gegen die Packers laufend. Gut gedacht. Doch Frank Gore kam in dem Spiel auf 90 Yards und lief im Durchschnitt mehr als vier Yards pro Versuch. Nach dem Spiel meinte Kaepernick, dass der Runningback die Mitte attackierte („Frank was hitt’in the middle.“) Und mit einem Lachen führte er weiter aus: „Wenn Frank für 5, 6, 7 Yards rennt, dann ist es nicht schwer […]. Ich werde ihm den Ball weiter geben, wenn er weiter so rennt.“ Die option wird auch die Taktik für den Superbowl sein. Entweder Kaepernick oder Gore. Die 49ers haben erfolgreich gezeigt, dass sie beide Varianten sehr ernst nehmen.  

Patrick Willis
„Patrick, ich brauch 100%igen Einsatz.” Dabei piekt er mit dem Zeigefinger wie wild auf den böse dreinblickenden Linebacker. Im nächsten Moment ist er den Tränen nahe und sagt: „…, weil ich mich sorge […]“ und liegt dem lachendem Willis in den Armen. Was die preisverdächtige Werbung mit dem sympathischen Schauspieler pointiert, ist: Die Verteidigung steht und fällt mit der Macht in der Mitte. Und damit steht und fällt auch der Superbowl. Deswegen funktioniert die Message der Werbung. Sie spricht die Empathie der Fans an. Patrick Willis, die Macht in der Mitte, trägt die Verantwortung, dass San Francisco zu den besten Verteidigungen der Liga gehört und das seit Jahren. Letztes Jahr schafften sie es sogar über mehrere Wochen keine Lauf-Touchdown zuzulassen. Am Sonntag wird es entscheidend sein Ray Rice, den Runningback der Ravens, zu stoppen. Ein schwieriges Unterfangen, das die 49ers unter Willis schaffen können.
 


Jim Harbaugh
Dass er brillant ist, bewies er eindrücklich. Jim Harbaugh machte Alex Smith wieder zu dem, der er einmal war, um ihn später durch eine bessere Option zu ersetzen. Im Nachhinein ein brillanter Wechsel. Auf einer anderen Position hat Harbaugh dagegen nicht so viel Spielraum. Sein Kicker David Akers begann die Saison mit einem Rekord. Ein 63 Yard-Fieldgold, das schafften vor ihm nur zwei andere. Danach ging alles den Bach runter. Er verschoss 13 mal. Ein weiterer Rekord? Wahrscheinlich nicht. Aber Harbaugh wird sich überlegen, ab welcher Weite und in welcher Situation er Akers schießen lassen will. Die Ravens sind in der Verteidigung gut aufgestellt. Der Superbowl wird vielleicht mit wenigen Punkten entschieden. Drei Punkte können über Sieg oder Niederlage bestimmen. Kann sich Harbaugh auf seinen Kicker verlassen? Das ist die Frage für Sonntag. Wahrscheinlich die einzige Frage, die sich 49er Fans vor dem Superbowl voller Angst stellen müssen.

mh

Sonntag, 13. Januar 2013

Divisional Playoff Samstag: „Das sind die Momente...“


Es war das Treffen der Giganten. Peyton Manning gegen Ray Lewis. Denver Broncos gegen die Baltimore Ravens. Und obwohl die Playoffs so spannend sind, liegt in der Endlichkeit zugleich der Makel und die Stärke. Denn einer muss verlieren. Und an diesem Abend war es Peyton Manning. Das macht es spannend. Leider musste der Verlierer gehen und Football-Fans müssen nun mehr als ein halbes Jahr warten um Peyton Manning wieder spielen zu sehen. Aber so eine Begegnung wollen die Fans auch in den Playoffs haben. Zurecht. Ein Journalist schreib: „Das sind die Momente, an die man sich erinnert.“ Schwer vorstellbar, dass heute Abend Football-Puristen behaupten werden: Schade, dass die Houston Texans nicht weitergekommen sind.

Ravens Kicker Tucker beendet Nachspielzeit 
Ein Spieler war während des ganzen Abends kaum gesehen: Ed Reed. Er blieb scheinbar ohne Akzente. Aber Manning hat nicht mehr als einen Pass über 20 Yards geworfen, was vor allem an dem großen Respekt Mannings für den neunmaligen Pro Bowl und baldigen Hall of Fame Free Safety lag. Auch der Respekt Manning für den Ravens Defensiv-Quaterback Ray Lewis während des Spiels und nach dem Spiel ist beispielslos. Manning wartet nach dem Abpfiff und der Pressekonferenz auf Lewis, um noch ein paar Worte mit ihm zuwechseln. Diese Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Im gestrigen Spiel wie auch in seiner gesamten Karriere schien Lewis überall zu sein. Er war verantwortlich für zehn Tackles und sieben Assist.
Im gesamten waren es wohl die Broncos selbst die sich die Niederlage zu zuschreiben haben. Mit zehn Penalties für fast 90 Yards Strafe lassen sich in den Playoffs keine Spiele gewinnen. Zusätzlich spielten die Ravens in allen drei Phasen des Spiels – Special Teams, Offensive und Defensive – nahezu fehlerlos. Darüber hinaus setzte Joe Flacco – kaum zu glauben – mit tiefen Pässen auf Torrey Smith Akzente. Schlussendlich beendete der Rookie-Kicker Justin Tucker die Nachspielzeit eines knappen und unterhaltsamen Spiels.
      
„Big Niner Fan. Thanks for drafting me.“
Es war das Treffen der Quaterbacks. Colin Kaepernick gegen Aaron Rodgers. Der Rookie von San Francisco, der den grundsoliden Alex Smith ausstach und der die wahrscheinlich schnellsten Beine und den wahrscheinlich stärksten Arm der Liga hat. Und der Veteran aus Green Bay, der seiner Zeit Brett Favre mit Klasse ablöste und die Packers zu ihrem vierten Superbowl Siegt führte.
Für Aaron Rodgers sind die Begegnungen mit dem Team aus Kalifornien immer etwas Besonderes. Nach dem NFL Draft im Jahr 2005 fragte ein Reporter Aaron Rodgers: „Wie enttäuscht bist du, dass du kein 49er sein wirst?“ – „Nicht so enttäuscht wie die 49ers, dass sie mich nicht gedraftet haben.“ Dass Rodgers erst an 24. Stelle genommen wurde, scheint ihm noch immer zu belasten. Als er letztes Jahr den MVP-Award bekam, rieb er nochmals Salz in die Wunde: „Big Niner Fan when I was a kid. Thanks for drafting me.“ Für ihn wäre es wohl auch etwas Besonders gewesen die Mannschaft von Trainer Jim Harbaugh zu schlagen. Doch die Packers-Offensive fand nur zeitweise gegen die disziplinierten Niners einen Rhythmus. Rodgers traf von 39-mal nur 26-mal seine Fänger für insgesamt 257 Yards und warf eine Interception. Und die Packers Defensivkräfte schafften es nicht die kreative Offensive der 49ers aufzuhalten. Nach einem Fehlwurf von Colin Kaepernick, der zum Pick 6 wurde, kam der jungen Mann gut ins Spiel und verteilte seine schnellen Bälle über das gesamte Feld. Vor allem aber gegen seine schnelle Beine und das dynamische Run-Game der Niners konnten die Packers kein Mittel finden. Kapernick brachte nur jeden zweiten Ball an den Mann, lief aber für fast 200 Yards.
Ein ereignisreicher Abend. Dran bleiben, es wird noch besser.

mh